Die Geg­ner lie­gen vorn

Ei­ne Mehr­heit ist ge­mäss der Ta­me­dia-um­fra­ge mo­men­tan ge­gen das Geldspielgesetz.

Der Bund - - SCHWEIZ - Chris­toph Ae­bi­scher

«Ja zu Sport» oder «Nein zum Ca­si­no­mo­no­pol». Lang­sam nimmt die Kam­pa­gne zum Geldspielgesetz Fahrt auf. Geld ist in bei­den La­gern viel vor­han­den. De­ren be­trächt­li­cher Auf­wand steht noch im Wi­der­spruch zum In­ter­es­se an der Ab­stim­mung vom 10. Ju­ni. An der ers­ten Um­fra­ge von Ta­me­dia mach­ten nur 7255 Per­so­nen mit. Das sind in der Deutsch­schweiz und in der Ro­man­die halb so vie­le wie vor dem letz­ten Ab­stim­mungs­ter­min im März, im Tes­sin ist der Rück­gang noch grös­ser. Da­mals mo­bi­li­sier­te die No­bil­lag­initia­ti­ve die Leu­te.

Po­li­to­lo­ge Lu­cas Lee­mann, der die Um­fra­ge zu­sam­men mit Fa­bio Was­ser­fal­len durch­führ­te, hält fest, dass die öf­fent­li­che De­bat­te über das Geldspielgesetz und die Voll­geld­in­itia­ti­ve bis­her ver­hal­ten ge­we­sen sei. Die Mei­nungs­bil­dung sei noch nicht weit fort­ge­schrit­ten. Wür­de jetzt ab­ge­stimmt, wür­den aber bei­de Vor­la­gen ab­ge­lehnt.

Beim Geldspielgesetz sind heu­te 53 Pro­zent da­ge­gen oder eher da­ge­gen und nur 42 da­für oder eher da­für. Es könn­te al­so eng wer­den für die Vor­la­ge, schrei­ben die Au­to­ren in ih­rem Kom­men­tar zur Um­fra­ge. Er­fah­rungs­ge­mäss le­gen Be­hör­den­vor­la­gen aber eher zu, je nä­her der Ab­stim­mungs­ter­min rückt. An­dri Sil­ber­schmidt, der als Prä­si­dent der Jung­frei­sin­ni­gen das NeinLa­ger an­führt, ist er­freut über den Zwi­schen­stand. Er zei­ge, dass das Ziel er­reich­bar sei. Wich­tig sei jetzt, dass die Nein­kam­pa­gne auch von der Mut­ter­par­tei stär­ker mit­ge­tra­gen wer­de. «Es gibt bes­se­re Lö­sun­gen als die­ses Ge­setz.» Es sieht vor, dass nur in­län­di­sche Ca­si­nos On­li­ne­spie­le an­bie­ten dür­fen. Laut der Ta­me­dia­um­fra­ge steht die Mehr­heit der Fdp-ba­sis zwar hin­ter Sil­ ber­schmidt, ei­ne gros­se Min­der­heit al­ler­dings will für das Ge­setz stim­men. Auf die­se baut Da­mi­an Mül­ler. Er ge­hört als Lu­zer­ner Fdp-stän­de­rat dem über­par­tei­li­chen Ja­ko­mi­tee an: «Uns blei­ben noch sie­ben Wo­chen, um auf­zu­zei­gen, dass je­des Jahr ei­ne Mil­li­ar­de Fran­ken in Sport, Kul­tur, So­zi­al­pro­jek­te und in die AHV fliesst. Das darf die Schweiz doch nicht aufs Spiel set­zen!», sagt er. Mül­ler ist über­zeugt, dass die­se Ar­gu­men­te am 10. Ju­ni auch bei den Li­be­ra­len ver­fan­gen wer­den.

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