Wie bei der Aus­schaf­fungs­in­itia­ti­ve

Der Bund - - SCHWEIZ -

Der Ab­stim­mungs­kampf zum Geldspielgesetz wird ähn­lich in­ten­siv wie je­ner zur Svp-aus­schaf­fungs­in­itia­ti­ve im Jahr 2010. Da­mals flos­sen ge­mäss ei­ner Stu­die der For­schungs­stel­le So­to­mo 4 Mil­lio­nen Fran­ken in die Wer­bung, der Gross­teil kam von der SVP. Ähn­lich viel wie die SVP für ih­re Initia­ti­ve gibt nun das Pro­ko­mi­tee für das Geldspielgesetz aus: Sein Kam­pa­gnen­bud­get be­trägt 3 Mil­lio­nen Fran­ken, wie Ro­ger Fas­nacht, Di­rek­tor der Lot­te­rie­ge­sell­schaft Swiss­los, sagt. Dar­in sind die Wer­be­aus­ga­ben und Agen­tur­kos­ten ent­hal­ten. Die Be­für­wor­ter be­grün­den ihr statt­li­ches Bud­get mit der Ge­gen­sei­te: Man ha­be er­fah­ren, dass die Geg­ner Pla­kat­stel­len in ei­nem Um­fang ge­bucht hät­ten, der auf ein Bud­get von eben­falls 3 Mil­lio­nen schlies­sen las­se, so Fas­nacht. Die Qu­el­le die­ser Hin­wei­se nennt er nicht.

«Das ist ei­ne Er­fin­dung», sagt An­dri Sil­ber­schmidt, Prä­si­dent der Jung­frei­sin­ni­gen und Wort­füh­rer im Nein­la­ger. Das Fund­rai­sing lau­fe noch, vor­aus­sicht­lich be­tra­ge das Bud­get knapp 1 Mil­li­on Fran­ken. «Die Be­für­wor­ter ver­su­chen ver­zwei­felt, ihr mas­si­ves Bud­get zu recht­fer­ti­gen.»

Für das Pro­ko­mi­tee tra­ten ges­tern Na­tio­nal­ und Stän­de­rä­te von SVP bis SP vor die Me­di­en. Ein Ja stel­le si­cher, dass wei­ter­hin jähr­lich 1 Mil­li­ar­de Fran­ken aus Lot­te­ri­en und Ca­si­nos in AHV, Sport, Kul­tur und So­zia­les flies­se. Da­zu sei es not­wen­dig, die heu­ti­gen An­bie­ter von On­line­geld­spie­len mit Zu­gangs­sper­ren aus­zu­schlies­sen, da sie sich nicht an die Re­geln hiel­ten und kei­ne Ab­ga­ben leis­te­ten. «Die­se aus­län­di­schen Geld­spielHaie be­dro­hen un­se­re ge­mein­nüt­zi­ge Schweiz», sag­te Adri­an Am­stutz (SVP).

Pas­ca­le Bru­de­rer (SP) er­gänz­te, oh­ne das neue Ge­setz ent­gin­gen der All­ge­mein­heit mit­tel­fris­tig Hun­der­te von Mil­lio­nen. Das Ja­ko­mi­tee warnt, bei ei­nem Nein pas­sie­re jah­re­lang nichts, die aus­län­di­schen On­line­an­bie­ter könn­ten wei­ter­hin il­le­gal und steu­er­frei Ge­win­ne ma­chen. Dass nur ein­hei­mi­sche Ca­si­nos Kon­zes­sio­nen für On­line­geld­spie­le er­hal­ten sol­len, recht­fer­tig­te Karl Vog­ler (CSP) da­mit, dass man die­se ken­ne und bei ih­nen Trans­pa­renz herr­sche.

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