De­mo­rou­te Sicht­bar­keit nur in Ne­ben­gas­sen

Der Ber­ner Ge­mein­de­rat hat der De­mons­tra­ti­on für «les­bi­sche Sicht­bar­keit» nur ei­ne Rou­te ab­seits der Haupt­gas­sen be­wil­ligt.

Der Bund - - BERN -

Am Sams­tag de­mons­trie­ren Les­ben in Bern für mehr Sicht­bar­keit. Das Vor­ha­ben gär­te schon län­ger. Die ers­te Kon­takt­auf­nah­me der Ver­an­stal­te­rin­nen mit den Stadt­be­hör­den da­tiert auf No­vem­ber 2017. Bis die Be­wil­li­gung vor­lag, dau­er­te es aber bis En­de März, für die Les­ben­or­ga­ni­sa­ti­on Schweiz (LOS) zu lan­ge. «Wir wa­ren zu­erst im Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee, ha­ben uns dann aber auf­grund der an­dau­ern­den Un­ge­wiss­heit zu­rück­ge­zo­gen», sagt Los-ge­schäfts­lei­te­rin An­na Ro­sen­was­ser. Nun un­ter­stüt­ze man die De­mons­tra­ti­on noch im­mer, tre­te aber nicht mehr als Ver­an­stal­te­rin auf.

Dass es so lan­ge ge­dau­ert hat, bis die Be­wil­li­gung vor­lag, hat mit der Rou­te zu tun, wie Or­ga­ni­sa­to­rin Ta­bea Rai aus­führt. «Wir woll­ten ei­gent­lich über die Haupt­gas­sen auf den Bun­des­platz spa­zie­ren», sagt sie. Die Be­hör­den hät­ten dies aber ab­ge­lehnt. «Sie bo­ten uns an, vom Ca­si­no­platz zum Hel­ve­tia­platz zu lau­fen, was wir nicht ak­zep­tie­ren konn­ten.» Schliess­lich wen­de­te sich das Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee di­rekt an den Ge­mein­de­rat. Mit die­sem konn­te man ei­ne Rou­te vom Bä­ren­gra­ben zum Müns­ter­platz ver­ein­ba­ren.

Die ab­leh­nen­de Hal­tung von Be­hör­den und Ge­mein­de­rat zum Rou­ten­wunsch der Or­ga­ni­sa­to­ren hat nichts mit dem In­halt der De­mons­tra­ti­on zu tun, wie Marc Heeb, Co-lei­ter des Stadt­ber­ner Po­li­zei­in­spek­to­rats, auf An­fra­ge be­tont. Es fän­den aber zeit­gleich auf dem Wai­sen­haus­platz und in der Kram­gas­se an­de­re Ver­an­stal­tun­gen statt, sagt er. «Es ist nicht vor­ge­se­hen, dass sich ver­schie­de­ne Ver­an­stal­tun­gen räum­lich und zeit­lich über­kreu­zen.»

Rai und Ro­sen­was­ser zei­gen durch­aus Ver­ständ­nis für den Ent­scheid der Stadt. «Es ent­behrt aber nicht ei­ner ge­wis­sen Iro­nie, dass ei­ne De­mons­tra­ti­on für Sicht­bar­keit auf we­nig fre­quen­tier­te Ne­ben­gas­sen aus­wei­chen muss», sagt Ro­sen­was­ser. Sie hät­te sich ins­be­son­de­re ge­wünscht, dass man ei­ne län­ge­re Rou­te ge­neh­migt be­kom­men hät­te. Be­reits jetzt sei klar, dass man 2019 wie­der ei­ne De­mons­tra­ti­on für die Sicht­bar­keit von Les­ben or­ga­ni­sie­ren wol­le. «Die Leh­re aus der jet­zi­gen De­mons­tra­ti­on ist, dass wir noch frü­her ein Ge­such für ei­ne Be­wil­li­gung stel­len wer­den.»

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