Der Preis ist das Pro­blem

Die La­ge in der Schweiz

Der Bund - - HINTERGRUN­D -

Ei­ne Sta­tis­tik, die der deut­schen Stu­die zum dra­ma­ti­schen Rück­gang der Buch­käu­fer ver­gleich­bar wä­re, gibt es für die Schweiz nicht. Da­für Zah­len zum Um­satz, der in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren um 25,2 Pro­zent ge­sun­ken ist. Die­ser Rück­gang um ei­nen Vier­tel geht zum gros­sen Teil auf ge­sun­ke­ne Buch­prei­se zu­rück, dies wie­der­um we­gen des star­ken Fran­kens.

Bü­cher sind heu­te knapp 20 Pro­zent güns­ti­ger als 2007. Zu bil­lig, sa­gen Buch­händ­ler wie Ma­ri­an­ne Sax (Bü­cher­la­den in Frau­en­feld), die frü­he­re Prä­si­den­tin des Schwei­ze­ri­schen Buch­händ­ler- und Ver­le­ger­ver­bands, oder Cor­ne­lia Schwei­zer (Buch­hand­lung am Hot­tin­ger­platz in Zü­rich). Auch der Me­dien­spre­cher des Gross­an­bie­ters Orell Füss­li Tha­lia, Al­f­re­do Schi­lirò, weist dar­auf hin, dass die Prei­se für an­de­re Frei­zeit­an­ge­bo­te suk­zes­si­ve ge­stie­gen sei­en – im Un­ter­schied zu de­nen für Bü­cher.

Zu schaf­fen ma­chen den Buch­hand­lun­gen ne­ben den Prei­sen die «Al­te­rung» der Stamm­kund­schaft, das Ver­hal­ten von Gross­kun­den, die von den klei­nen Lä­den zu Gross­an­bie­tern wech­seln, wo sie Ra­bat­te aus­han­deln kön­nen, die «Ab­wan­de­rung nach Ama­zo­ni­en» (Schwei­zer) und, ganz ge­ne­rell, die Kon­kur­renz durch an­de­re Ablen­kun­gen: «So­ci­al Me­dia ist das neue Fern­se­hen» (Ma­ri­an­ne Sax).

Un­ter­krie­gen las­sen sich die zwei Buch­händ­le­rin­nen nicht. Sie set­zen auf in­di­vi­du­el­le Be­ra­tung, auf ein an­spruchs­vol­les Sor­ti­ment, in dem man «das Buch fin­det, von dem man nicht ge­wusst hat, dass man es ge­sucht hat» (Schwei­zer), und auf Ver­an­stal­tun­gen rund ums Buch, von der Teil­nah­me an Fes­ti­vals bis zu Ak­tio­nen wie «Frau­en­feld liest ein Buch».

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