Ab­stim­mungs­kampf in Wie­send­an­gen spitzt sich zu

En­de Mo­nat ent­schei­den die Wie­send­an­ger an der Ge­mein­de­ver­samm­lung er­neut über die Ein­zo­nung des Ge­wer­be­ge­biets. Be­für­wor­ter und Geg­ner ver­su­chen der­zeit zu mo­bi­li­sie­ren – auch mit ei­ner Be­schwer­de beim Be­zirks­rat.

Der Landbote - - VORDERSEITE - Rut

Der Ge­mein­de­rat miss­ach­te den Volks­ent­scheid, sagt Chris­toph Her­zog, Ein­woh­ner von Wie­send­an­gen. Denn am 26. No­vem­ber muss das Wie­send­an­ger Stimm­volk er­neut dar­über be­fin­den, ob es die zwölf Hekt­aren Land an der Frau­en­fel­d­er­stras­se zur Ge­wer­be­zo­ne ma­chen will.

Be­reits im Sep­tem­ber 2017 hat­ten sie an der Ge­mein­de­ver­samm­lung dar­über ab­ge­stimmt – und Nein ge­sagt. 299 An­we­sen­de wa­ren da­ge­gen, 164 da­für. Der Ge­mein­de­rat hat dar­auf­hin ent- schie­den, die Vor­la­ge an­zu­pas­sen und dem Volk wie­der vor­zu­le­gen. Das ge­fällt Chris­toph Her­zog nicht. Er hat am Tag, an dem die Trak­tan­den­lis­te der kom­men­den Ge­mein­de­ver­samm­lung pu­bli­ziert wur­de, ei­ne Be­schwer­de beim Be­zirks­rat ein­ge­reicht. «Auf viel­sei­ti­gen Wunsch», sagt er und meint da­mit an­de­re Geg­ner der Vor­la­ge.

Her­zog möch­te wis­sen, «ob die­ses un­de­mo­kra­ti­sche Vor­ge­hen» auch ge­set­zes­wid­rig ist. Sei­ne Hoff­nung: Der Be­zirks­rat un­ter­bin­det ei­ne er­neu­te Ab­stim­mung und der Be­schluss vom letz­ten Jahr bleibt gül­tig. Denn aus sei­ner Sicht braucht es die neue Ge­wer­be­zo­ne nicht. Es ge­be nur mehr Lärm, Gestank und Ver­kehr, ar­gu­men­tiert er auf ei­nem Flug­blatt.

Ent­scheid wohl noch vor GV

Der Ge­mein­de­rat hält an der Ab­stim­mung fest. «Wir sind uns kei­nes Fehl­ver­hal­tens be­wusst und im­mer noch über­zeugt da­von, dass die Ein­zo­nung ei­ne sinn­vol­le Sa­che ist», sagt Ge­mein­de­prä­si­dent Urs Bo­rer. Es kom­me auf al­len po­li­ti­schen Ebe­nen vor, dass Ab­stim­mungs­vor­la­gen ge­än­dert und dem Volk wie­der vor­ge­legt wer­den. «Es gibt nach un­se­rem Wis­sen kein Ge­setz, das dies ver­bie­tet.» Der Ge­mein­de­rat ha­be sei­ne Stel­lung­nah­me frist­ge­recht beim Be­zirks­rat ein­ge­reicht.

Laut dem Zürcher Ge­mein­de­amt hat die Be­schwer­de wohl we­nig Auf­sicht auf Er­folg. «Der Ge­mein­de­rat ist an­trags­be­rech­tigt», sagt Urs Glätt­li, Ju­ris­ti­scher Se­kre­tär des Ge­mein­de­amts. Im al­ten Ge­mein­de­ge­setz sei ex­pli­zit er­wähnt ge­we­sen, dass die Be­hör­de glei­che oder ge­än­der­te Vor­la­gen er­neut trak­tan­die­ren dür­fe. Das gel­te auch im neu­en Ge­mein­de­ge­setz. Ein zeit­li­che Sperr­frist ge­be es nicht. «Nach ei­nem Nein ver­sucht die Be­hör­de meist her­aus­zu­fin­den, woran das Ge­schäft ge­schei­tert ist, und kann es dann an­pas­sen», sagt Glätt­li. Dass die­se Än­de­run­gen dann auch den Wün­schen der ein­zel­nen Geg­ner ent­sprä­chen, sei na­tür­lich nicht im­mer ge­ge­ben.

Der Be­zirks­rat möch­te laut Rats­schrei­ber Ran Com­fort mög­lichst noch vor dem 26. No­vem­ber ei­nen Ent­scheid fäl­len. Soll­te dies nicht mög­lich sein, hat die Be­schwer­de je­doch kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Die Ge­mein­de­ver­samm­lung kann auch oh­ne Ent­scheid der Auf­sichts­be­hör­de statt­fin­den. Bis da­hin ver­su­chen der­weil Geg­ner und Be­für­wor­ter für die Ver­samm­lung zu mo­bi­li­sie­ren.

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