Ei­ne Wie­se ist in­ter­es­san­ter als das Bud­get

Geht es nach den Be­hör­den, soll im Wes­ten Wie­send­an­gens ein Ge­wer­be­ge­biet ent­ste­hen. Vor 14 Mo­na­ten hat­ten die Wie­send­an­ger dies aber noch deut­lich ab­ge­lehnt.

Der Landbote - - REGION -

Es wird wohl zu ei­ner neu­en Re­kord­be­tei­li­gung an der Wie­send­an­ger Bud­get­ge­mein­de­ver­samm­lung vom 26. No­vem­ber kom­men. Vor­sichts­hal­ber hat der Ge­mein­de­rat be­reits die kom­plet­te Wi­sent­hal­le re­ser­viert.

Nur ei­nes in­ter­es­siert wohl nur die we­nigs­ten: der Steu­er­fuss und das Bud­get. Viel­mehr wird ei­ne Wie­se, die vi­el­leicht bald kei­ne mehr ist, die Stimm­bür­ge­rin­nen und Stimm­bür­ger in Scha­ren an­lo­cken.

Be­reits zum zwei­ten Mal in­nert 14 Mo­na­ten müs­sen die Wie­send­an­ger über die Ein­zo­nung von 12 Hekt­aren Kul­tur­land zwi­schen Bahn­hof und Au­to­bahn (sie­he Kar­te rechts) ab­stim­men. Im letz­ten Jahr war das Re­sul­tat deut­lich: 299 wa­ren da­ge­gen, nur 164 stimm­ten da­für (sie­he Box rechts: «Was sich ge­än­dert hat»).

Sechs Mil­lio­nen Fran­ken

Es geht um viel Geld. Der Ge­mein­de­rat be­grün­det die ra­sche Neu­auf­la­ge mit dem kan­to­na­len Mehr­wert­aus­gleichs­ge­setz, das mo­men­tan in der Ver­nehm­las­sung ist. Die­ses sieht vor, dass für al­le Ein­zo­nun­gen nach April 2019 ei­ne Ab­ga­be von 20 Pro­zent an den Kan­ton ge­leis­tet wer­den muss.

Wür­de die Ein­zo­nung noch En­de No­vem­ber an­ge­nom­men, be­kä­me hin­ge­gen die Ge­mein­de sechs Mil­lio­nen Fran­ken zu­sätz­lich in ih­re Kas­se. Dies dank ei­ner Ver­ein­ba­rung mit dem Land­be­sit­zer. Mit dem neu­en Ge­setz im Früh­ling wür­de die­ser Ver­trag je­doch nich­tig. Die Ge­mein­de droht leer aus­zu­ge­hen.

Drei Wo­chen vor der Ver­samm­lung be­fin­den sich Be­für­wor­ter und Geg­ner mit­ten im Ab­stim­mungs­kampf und mo­bi­li­sie­ren eif­rig. Vor al­lem die Be­für­wor­ter wol­len nicht, dass sich die letzt­jäh­ri­ge Nie­der­la­ge wie­der­holt, und wei­beln deut­li­cher als vor ei­nem Jahr. «Da­mals dach­ten wir, es wird wohl kaum je­mand ge­gen das Ge­wer­be sein», sagt Rue­di Mei­er, Bä­cker, Prä­si­dent des Ge­wer­be­ver­eins und des Fuss­ball­clubs. Auch er be­vor­zu­ge nor­ma­ler­wei­se ei­ne grü­ne Wie­se ge­gen­über ei­ner Fa­b­rik­hal­le, «kei­ne Fra­ge». Aber für ihn ist die Wie­se zwi­schen Bahn­hof und Au­to­bahn der bes­te Platz für Ge­wer­be und mit dem vie­len Ver­kehr «kein Ort zum Spa­zie­ren».

Zu­dem: «Der Mix in ei­nem Dorf muss stim­men.» Die er­neu­te Ab­stim­mung sieht er als lang­fris­ti­ge Chan­ce für Wie­send­an­gen: «Wir war­ten seit über 20 Jah­ren, dass sich das lo­ka­le Ge­wer­be ent­wi­ckeln kann, aber wir ha­ben kei­nen Platz da­für.»

Er be­fürch­tet, dass wei­te­re Be­trie­be das Dorf ver­lies­sen, wenn das Ge­biet er­neut ab­ge­lehnt wür­de. Für Mei­er wä­re ein Nein zum Ge­wer­be­ge­biet an­ge­sichts der Nach­fra­ge rea­li­täts­fremd: «Es ist

Fo­to: Heinz Kra­mer

Das Ob­jekt der Be­gier­de: 12 Hekt­ar Wie­se, das ent­spricht 17 Fuss­ball­fel­dern, sol­len laut Be­hör­den im Wes­ten Wie­send­an­gens fürs Ge­wer­be ge­nutzt wer­den. Trotz ei­nem ers­ten Nein.

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