Kei­ne dras­ti­schen Ver­stös­se bei der Spitex fest­ge­stellt

Nun hat auch die Po­li­tik die Kri­tik an der Spitex Kempt ab­ge­hakt. Halt­los sei sie ge­we­sen, sagt ein Svp-ge­mein­de­rat.

Der Landbote - - REGION - Neh

Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung, das ha­be man bei der In­ter­pel­la­ti­on von Sp-ge­mein­de­rä­tin Bri­git­te Röös­li ge­macht, sag­te Paul Roh­ner (SVP) am Don­ners­tag­abend im Par­la­ment. Er hat­te in der Dis­kus­si­on das Wort er­grif­fen. Ne­ben zwölf wei­te­ren Ge­schäf­ten stand in Illnau-ef­fre­ti­kon der Vorstoss Röös­lis zu den Ar­beits­be­din­gun­gen bei der Spitex Kempt und dem Ef­fre­ti­ker Al­ters­zen­trum Brugg­wie­sen auf der Trak­tan­den­lis­te.

Rück­blen­de: Im April 2018 ha­ben sich Mit­ar­bei­ter in den Me­di­en über Miss­stän­de in der Spitex Kempt be­schwert. Es ging um ein schlech­tes Be­triebs­kli­ma und nicht ein­ge­hal­te­ne Ru­he­zei­ten. Der Vorstoss, den der Stadt­rat mitt­ler­wei­le schrift­lich be­ant­wor­tet hat, war für die Par­la­ments­sit­zung vom Sep­tem­ber trak­tan­diert, wur­de dann aber ver­tagt, weil Röös­li da­mals nicht an­we­send war. Roh­ner spiel­te auf die be­vor­ste­hen­den Kan­tons­rats­wah­len an und un­ter­stell­te Röös­li, mit­hil­fe der Spitex-ge­werk­schaft Wahl­kampf be­trie­ben zu ha­ben. Er sag­te: «Nach den Wah­len kön­nen wir end­lich wie­der zum Nor­mal­be­trieb über­ge­hen.» Es sei­en halt­lo­se An­schul­di­gun­gen ge­gen die Spitex, ein Sturm im Was­ser­glas. «Ich fra­ge mich, ob das dem Image der Spitex nicht noch mehr ge­scha­det hat», sag­te er.

Röös­li wehr­te sich. Sie sei auf Hin­wei­se ein­ge­gan­gen, die sie per­sön­lich er­hal­ten ha­be. «Ich woll­te sie klä­ren.» Es sei die Auf­ga­be der Po­li­tik, kri­tisch zu sein. Und die Öf­fent­lich­keit ha­be ein An­recht, über sol­che Vor­gän­ge in­for­miert zu sein.

In ih­rer In­ter­pel­la­ti­on for­der­te sie ins­be­son­de­re auch ei­ne Om­buds­stel­le, an die sich Mit­ar­bei­ter der Stadt und in In­sti­tu­tio­nen mit Leis­tungs­auf­trag bei Un­stim­mig­kei­ten mit ih­ren Vor­ge­setz­ten wen­den kön­nen. Ei­ne sol­che exis­tiert der­zeit we­der für die Spitex noch für das Al­ters­zen­trum. Der Stadt­rat prüft der­zeit, ob er ei­ne ex­ter­ne Ver­trau­ens­per­son für das Spitex-per­so­nal ein­set­zen will.

Für Röös­li ist klar: Fehlt ei­ne neu­tra­le An­sprech­per­son, «ist es ei­ne Fra­ge der Zeit, bis je­mand zu den Ge­werk­schaf­ten oder den Me­di­en geht oder zu mir kommt.» Sie hof­fe nun, dass der neue Ge­sell­schafts­vor­stand Sa­mu­el Wüst (SP) ei­ne sol­che Stel­le schaf­fe.

«Kei­ne Ver­stös­se»

Der Stadt­rat kommt in sei­ner Ant­wort zur In­ter­pel­la­ti­on zum Schluss, dass bei der Spitex kei­ne «grund­le­gen­den und sys­te­ma­ti­schen Ver­stös­se» fest­ge­stellt wer­den konn­ten. Dies ha­be ei­ne ex­ter­ne Un­ter­su­chung durch das kan­to­na­le Amt für Wirt­schaft und Ar­beit er­ge­ben. In ver­ein­zel­ten Fäl­len sei es je­doch zu Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten be­züg­lich Ein­hal­tung von Höchst­ar­beits­zeit, Pau­sen und Ru­he­zeit ge­kom­men.

Die Spitex sei des­halb an­ge­hal­ten wor­den, die Vor­schrif­ten des Ar­beits­ge­set­zes künf­tig in sämt­li­chen Fäl­len ein­zu­hal­ten. Schon En­de 2017 ha­be die Ge­schäfts­lei­tung der Spitex zu­sätz­li­che Abend­diens­te zur Ent­las­tung des Teams ein­ge­führt. Aus­ser­dem kön­ne es bei gros­ser Nach­fra­ge auf das Per­so­nal der Pro Senec­tu­te zu­rück­grei­fen. Wei­te­re Ko­ope­ra­tio­nen wür­den ge­prüft.

Von ei­ner Kün­di­gungs­wel­le we­gen schlech­ter Ar­beits­be­din­gun­gen, wie es Röös­li in ih­rem Vorstoss ge­nannt hat­te, kön­ne man nicht spre­chen. We­der bei der Spitex noch beim Al­ters­zen­trum. Bei Letz­te­rem konn­te der Stadt­rat auch kei­ne Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten fest­stel­len.

Fo­to: Re­to Schnei­der

Ei­ne Spitex­mit­ar­bei­te­rin hilft ei­ner Pa­ti­en­tin beim Trin­ken.

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