Re­gie­rungs­rä­tin Fehr bie­tet Hil­fe an

Die Bud­gets 2019 sind längst in die Haus­hal­te ver­schickt wor­den. In letz­ter Se­kun­de könn­ten vie­ler­orts aber Kor­rek­tu­ren not­wen­dig sein. Re­gie­rungs­rä­tin Fehr warnt vor Ge­set­zes­brü­chen, eilt aber doch noch zu Hil­fe.

Der Landbote - - ZÜRICH - Con­ra­din Kn­a­ben­hans

Gleich meh­re­re Ge­mein­den im Kan­ton Zü­rich wol­len ei­nen neu­en Ge­set­zes­ar­ti­kel für Gel­der aus dem in­ner­kan­to­na­len Fi­nanz­aus­gleich nicht an­wen­den. Denn die Re­gel kann zu teils mas­siv schlech­te­ren Bud­gets füh­ren – al­ler­dings nur auf dem Pa­pier.

Das kommt so: Neu müs­sen Ge­mein­den, die Geld er­hal­ten, ei­nen Dif­fe­renz­be­trag von dem im Rech­nungs­jahr tat­säch­lich er­hal­te­nen Bei­trag und dem zu er­war­ten­den Bei­trag bud­ge­tie­ren und da­bei gleich­zei­tig auch noch ei­ne Fi­nanz­aus­gleichsrück­stel­lung aus ei­nem frü­he­ren Jahr auf­lö­sen. Statt mit har­ten Zah­len muss mit Schät­zun­gen bud­ge­tiert wer­den. In Win­ter­thur et­wa hat die Re­gel das Bud­get auf den Kopf ge­stellt. Statt ei­nem Ge­winn von über 10 Mil­lio­nen Fran­ken muss­te die Stadt ein Mi­nus von rund 40 Mil­lio­nen bud­ge­tie­ren.

Aus Angst vor Ge­set­zes­brü­chen wies Jus­tiz­di­rek­to­rin Jac­que­line Fehr (SP) des­halb die Be­zirks­rä­te an, die Bud­gets der Ge­mein­den zu kon­trol­lie­ren. Im schlimms­ten Fall könn­te der Be­zirks­rat die Bud­gets wie­der auf­he­ben und den fi­nan­zi­el­len Spiel­raum der Ge­mein­de tem­po­rär ein­schrän­ken.

Jus­tiz­di­rek­to­rin Fehr ver­tei­digt ihr har­tes Vor­ge­hen auf An­fra­ge. Ers­tens ha­be der Kan­tons­rat die­se Rech­nungs­re­gel ge­gen den Wil­len der Re­gie­rung durch­ge­setzt. Und zwei­tens: «Wenn nun Exe­ku­ti­ven be­gin­nen, kla­re Rech­nungs­le­gungs­re­geln elas­tisch aus­zu­le­gen, dann schwä­chen wir un­se­ren Rechts­staat.» In Kür­ze soll ein run­der Tisch mit ei­ner Ver­tre­tung des Kan­tons­ra­tes statt­fin­den, um ei­ne er­neu­te Ge­set­zes­än­de­rung be­schleu­ni­gen zu kön­nen.

In­fo­schrei­ben an Ge­mein­den

Da­mit nun nicht plötz­lich an Ge­mein­de­ver­samm­lun­gen über falsch be­rech­ne­te Bud­gets ab­ge­stimmt wird, hat Fehr nach ih­rer Droh­ku­lis­se auch noch Hil­fe an­ge­bo­ten: Ein In­fo­schrei­ben ging ges­tern an die Ge­mein­den, da­zu wird am Ge­mein­de­fo­rum von nächs­ter Wo­che ein «Be­ra­tungs­tisch» an­ge­bo­ten, wo fach­li­che Un­ter­stüt­zung ab­ge­holt wer­den kann. Falls Ge­mein­den das gel­ten­de Ge­setz bis­her igno­riert ha­ben, müs­sen sie den ent­spre­chen­den Bud­get­pos­ten kor­ri­gie­ren. Die Kor­rek­tur an der Ge­mein­de­ver­samm­lung selbst vor­zu­neh­men, reicht un­ter Um­stän­den nicht, sagt Heinz Mon­ta­na­ri, Ab­tei­lungs­lei­ter Ge­mein­de­fi­nan­zen beim Kan­ton Zü­rich: «Soll­te die Än­de­rung Aus­wir­kun­gen auf den Steu­er­fuss ha­ben, sind Stimm­bür­ger um­ge­hend zu in­for­mie­ren.» Of­fen ist, wie vie­le Ge­mein­den da­von be­trof­fen sind.

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