In der Schu­le wird es eng

Je­des Jahr kom­men mehr Schü­ler in die Pri­mar­schu­le Hettlingen. Da­durch wird der Platz in der Schu­le im­mer knap­per. Die Schul­pfle­ge be­vor­zugt ei­ne Über­gangs­lö­sung.

Der Landbote - - REGION - Ele­na Wil­li

Hettlingen hat nur noch Platz für ei­ne wei­te­re Pri­mar­schul­klas­se. Das Ma­xi­mum be­reits er­reicht hat der Kin­der­gar­ten mit drei Klas­sen. Hin­zu kom­men die Ta­ges­struk­tu­ren wie Hort und Mit­tags­tisch, wel­che auch im Schul­haus in­te­griert sind. Die­se ha­ben be­reits jetzt zu we­nig Platz.

Im Bud­get 2019 hat­te die Ge­mein­de ur­sprüng­lich ei­nen Kre­dit für die Er­wei­te­rung des Plat­zes der Ta­ges­struk­tu­ren in Hö­he ei­ner Vier­tel­mil­li­on ein­ge­plant. Der Pos­ten wur­de nun wie­der ge­stri­chen, da die vor­ge­schla­ge­ne Lö­sung laut Schul­pfle­ge­prä­si­dent Mar­kus Nef nicht ide­al ge­we­sen sei. Die Er­wei­te­rung wä­re auf Kos­ten des Rau­mes in der Pri­mar­schu­le ge­gan­gen, die auch be­grenzt Platz hat.

Über­gangs­lö­sun­gen ge­prüft

«Wir stos­sen an die Gren­zen des Mög­li­chen», sagt Nef. Die Leh­rer­schaft wie auch die El­tern der be­trof­fe­nen Kin­der sei­en der Mei­nung, dass ein Neu­bau nö­tig sei.

«Ein sol­cher Bau hät­te ho­he Kos­ten zur Fol­ge», sagt hin­ge­gen Nef. Die Schul­pfle­ge strebt des­halb ei­ne pro­vi­so­ri­sche Lö­sung an, statt ei­nen Neu­bau zu pla­nen. «Wir rech­nen eher mit ei­ner Sta­bi­li­sie­rung der Schü­ler­zah­len», sagt der Prä­si­dent. Die­se sol­len laut Nef künf­tig leicht rück­läu­fig sein oder et­wa gleich blei­ben.

Mit dem Un­ter­neh­men Bas­ler und Hof­mann hat die Schul­pfle­ge Über­gangs­mög­lich­kei­ten ge­prüft. «Es macht ein­fach kei­nen Sinn, jetzt ei­ne Lu­xus­lö­sung um­zu­set­zen, wenn die­se ihr Po­ten­zi­al erst in ei­ni­gen Jah­ren ent­fal­ten kann», sagt Nef. Es sei klar, dass ein Neu­bau frü­her oder spä­ter un­um­gäng­lich sei. Gleich­zei­tig müs­se aber ei­ne schnel­le Lö­sung für das jet­zi­ge Pro­blem her.

Ei­ne Mög­lich­keit der pro­vi­so­ri­schen Lö­sung ist die Be­reit­stel­lung von Grup­pen­räu­men im Un­ter­ge­schoss. Mo­men­tan ist dort ein Teil der Ta­ges­struk­tu­ren un­ter­ge­bracht. Die Grup­pen­räu­me könn­ten dann von ver­schie­de­nen Klas­sen ge­nutzt wer­den. Im Ge­gen­zug müss­te die Schu­le ein zur­zeit frei­es Klas­sen­zim­mer für die Ta­ges­struk­tu­ren zur Ver­fü­gung stel­len. Da­ge­gen hät­ten al­ler­dings vor al­lem die Lehr­per­so­nen et­was ein­zu­wen­den. Auch die Räu­me mit eher we­nig Ta­ges­licht im Un­ter­ge­schoss wä­ren bei der Leh­rer­schaft un­be­liebt. Nef räumt ein, die­se sei­en «we­nig at­trak­tiv», wür­den aber für Grup­pen­ar­bei­ten si­cher aus­rei­chen.

In den letz­ten Jah­ren ka­men pro Schul­jahr acht Kin­der­gar­ten­kin­der und fünf Pri­mar­schü­ler hin­zu. «Das ist in ei­nem Ein­fa­mi­li­en­haus­dorf wie Hettlingen nor­mal», sagt Nef. Vor al­lem Fa­mi­li­en mit Kin­dern zie­hen laut Nef von der Stadt ins eher länd­li­che Hettlingen.

Je­des zwei­te Kind

Heu­te sei­en al­ler­dings im­mer häu­fi­ger bei­de El­tern­tei­le be­rufs­tä­tig und müss­ten dar­um das An­ge­bot der Ta­ges­struk­tu­ren an den Schu­len in An­spruch neh­men. Es ist ge­setz­li­che Pflicht, dass die Ge­mein­den ei­ne Be­treu­ung von 7.30 bis 18 Uhr an­bie­ten.

In Hettlingen be­an­sprucht je­des zwei­te Kind im Lau­fe sei­ner Schul­zeit die Ta­ges­struk­tu­ren. Pro Tag wer­den durch­schnitt­lich 50 Kin­der be­treut. Meist aber nur für ei­nen Tag oder zwei in der Wo­che und dann auch oft über Mit­tag.

Be­reits in den Jah­ren des Bau­booms, der um die Jahr­tau­send­wen­de in Hettlingen Ein­zug hielt, be­half sich die Ge­mein­de mit pro-

«Je­des zwei­te Kind be­an­sprucht in sei­ner Schul­zeit die Ta­ges­struk­tu­ren.» Mar­kus Nef

vi­so­ri­schen Bau­con­tai­nern auf dem Schul­are­al. Die­se ste­hen heu­te nicht mehr auf dem Platz des Schul­hau­ses.

Nun hat man wie­der das­sel­be Pro­blem. Wä­ren noch vier Kin­der­gar­ten­kin­der mehr da­zu­ge­kom­men, wä­re zwin­gend ei­ne wei­te­re Klas­se not­wen­dig ge­we­sen. Die Ge­mein­de rich­tet sich hier nach den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben des Kan­tons. Er schreibt vor, dass ei­ne Kin­der­gar­ten­klas­se ma­xi­mal 21 Schü­ler zäh­len darf.

Zur­zeit be­fasst sich ei­ne Grup­pe aus Lehr­kräf­ten, Hort­mit­ar­bei­tern, Schul­pfle­gern und Lie­gen­schafts­ver­ant­wort­li­chen mit dem Platz­pro­blem. «Wir müs­sen ei­nen gu­ten Kon­sens fin­den», sagt Nef. Ob künf­tig neu ge­baut wird oder ob doch wie­der Con­tai­ner in Hettlingen ste­hen, ist noch un­klar.

Fo­to: Marc Da­hin­den

Über Mit­tag wird im blau­en Block für den Mit­tags­tisch in Hettlingen ge­kocht. Im an­gren­zen­den Bau zur Pri­mar­schu­le ist ein Teil der Ta­ges­struk­tu­ren un­ter­ge­bracht.

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