Das Gr­ab soll wie­der wür­dig wer­den

Vol­ler Al­gen sind die Was­ser­be­cken beim Ge­mein­schafts­grab auf dem Fried­hof in Hettlingen. Nun weiss die Ge­mein­de, was sie da­ge­gen un­ter­neh­men will.

Der Landbote - - REGION - Ele­na Willi

Erst vor gut ei­nem Jahr hat die Ge­mein­de Hettlingen das Ge­mein­schafts­grab zum ers­ten Mal sa­niert. Nun ha­ben sich er­neut Al­gen in den bei­den Was­ser­be­cken ge­bil­det und die Ge­mein­de steht vor dem­sel­ben Pro­blem. «So ist die Gr­ab­stät­te nicht wür­dig für die Be­trof­fe­nen», sagt Mat­thi­as Kehr­li, Ge­mein­de­schrei­ber von Hettlingen. 15 000 Fran­ken sind im Bud­get 2019 für die In­stand­set­zung vor­ge­se­hen.

Bei ei­ner Um­fra­ge in der Be­völ­ke­rung vor dem Bau des Gr­a­bes hat­ten sich vie­le Was­ser als Gestal­tungs­ele­ment ge­wünscht. Ge­nau das be­rei­tet nun aber Schwie­rig­kei­ten. Die bei­den nied­ri­gen Was­ser­be­cken aus sand­ge­strahl­tem Stahl sind an ei­nen Frisch­was­ser­zu­fluss ge­kop­pelt. «Die Zu­sam­men­set­zung des Was­sers ver­än­dert sich im­mer ein we­nig», sagt Kehr­li. Dies und auch die stän­di­ge Zir­ku­la­ti­on führ­ten da­zu, dass sich Kalk und Al­gen an­sam­mel­ten.

Nun soll dem end­gül­tig ein En­de ge­setzt wer­den. Der Frisch­was­ser­zu­fluss wird ge­stoppt. Statt­des­sen gibt es ei­nen ge­schlos­se­nen Kreis­lauf mit ei­ner Was­ser­zis­ter­ne. Da­durch ge­ra­te nicht stän­dig neu­es Phos­phat in die Be­cken. Da sich die Al­gen vom Phos­phat er­näh­ren, wird ihnen so die Mög­lich­keit ge­nom­men, sich fort­zu­pflan­zen. «Wir ha­ben auch über­legt, das Gr­ab tro­cken­zu­le­gen», sagt Kehr­li. Doch weil Was­ser in der ur­sprüng­li­chen Idee so zen­tral ge­we­sen sei, wol­le man un­gern dar­auf ver­zich­ten.

Weil der Zuf­luss ge­kappt wird, kann aus­ser­dem Was­ser ge­spart wer­den. Der Ge­mein­de­schrei­ber rech­net künf­tig mit et­wa 4000 Fran­ken tie­fe­ren Was­ser­kos­ten.

Letz­te Ru­he­stät­te

Teil­wei­se wer­den die Be­cken auch neu be­pflanzt, wie es schon bei der Sa­nie­rung 2017 der Fall war. Auf die­se Pflan­zen hat die Ge­mein­de ei­ne Ga­ran­tie von drei Jah­ren und liegt so­mit noch im zeit­li­chen Rah­men. «Wir ha­ben auch dar­über nach­ge­dacht, Schilf als ein­zi­ge Pflan­zen­art zu wäh­len», sagt der Ge­mein­de­schrei­ber. Die­ses ha­be je­doch die Ei­gen­schaft, schnell zu wach­sen, und wür­de die Gr­ab­stät­te mit der Zeit völ­lig über­de­cken. Mo­men­tan sind See­ro­sen, ver­schie­de­ne Was­ser­pflan­zen und Klein­schilf in Pflan­zen­be­häl­tern in den Be­cken vor­han­den. Letz­te­re wür­den die­ses Mal zu­sätz­lich mit ei­ner Lehm­schicht ab­ge­deckt. So soll ver­hin­dert wer­den, dass das Was­ser den neu­en Pflan­zen die Nährstoffe ent­zieht.

«Es ist un­ser Ziel, mit mög­lichst we­nig viel zu ver­än­dern», sagt der Ge­mein­de­schrei­ber. Trotz der Bau­ar­bei­ten soll es ein Ort zum Trau­ern für die An­ge­hö­ri­gen blei­ben.

Für die Sa­nie­rung ist der Zei­t­raum von En­de Fe­bru­ar bis An­fang März ge­plant. So kön­nen die neu­en Pflan­zen gleich zu Be­ginn des Früh­lings spries­sen.

Fo­to: Marc Da­hin­den

Auf Stä­ben aus Stahl, die aus dem Was­ser­be­cken ra­gen, sind die Na­men der Ver­stor­be­nen ein­gra­viert.

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