SP wirbt mit Wun­schi­nitia­ti­ve

Die SP setzt in ih­rem Wahl­kampf ganz auf Bür­ger­par­ti­zi­pa­ti­on. Da­hin­ter müs­sen auch die Kan­di­die­ren­den et­was zu­rück­ste­hen.

Der Landbote - - REGION - De­bo­rah Stoffel

Die SP geht mit ei­nem ex­pli­zi­ten The­men­wahl­kampf ins Ren­nen um die Neu­ver­ga­be der Kan­tons­rats­sit­ze im März. Das geht so weit, dass sie mit her­kömm­li­chen Tra­di­tio­nen bricht. Statt in je­dem Wahl­kreis ei­ne Vor­stel­lungs­run­de für die Me­di­en ein­zu­be­ru­fen, an der je­der und je­de von der Wahl­lis­te ein paar Sätz­chen sa­gen darf, tourt die SP mit ei­ner Road­show durch den Kan­ton. Im Zen­trum steht ein neu­es Wahl­ve­hi­kel: Die SP ver­an­stal­tet bis am 23. Fe­bru­ar un­ter dem Slo­gan «Zü­rich mit­ge­stal­ten» ein On­li­ne­vo­ting mit sechs Vor­schlä­gen für kan­to­na­le Volks­in­itia­ti­ven. Die mit den meis­ten Stim­men, so das Ver­spre­chen, wird lan­ciert.

Fünf­te Sta­ti­on die­ser Wer­be­tour war am Sams­tag das Schloss Lau­fen am Rhein­fall, wo die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der SP Wein­land so­wie Mit­glie­der der Ba­sis am Ka­min­feu­er zu­sam­men­ka­men. Mit von der Par­tie war auch Re­gie­rungs­rä­tin Jac­que­line Fehr (SP), die sich zur Wie­der­wahl stellt. Fehr er­klär­te den Sinn der Wun­schi­nitia­ti­ve so: Es ge­he dar­um, je­den Ein­zel­nen bei sei­nen Be­dürf­nis­sen ab­zu­ho­len und zur po­li­ti­schen Par­ti­zi­pa­ti­on an­zu­re­gen. Ge­meint sind auch je­ne, die we­gen ih­rer Staats­bür­ger­schaft oder feh­len­der Voll­jäh­rig­keit nicht or­dent­lich ab­stim­men dür­fen. Auch sie er­hal­ten im Pre­vo­ting der SP ei­ne

Stim­me.

18 Wo­chen El­tern­zeit

Von den sechs Initia­ti­v­ide­en im Mo­ment am meis­ten Stim­men hat der Vor­schlag «Ak­ti­ve Woh­nund Bo­den­po­li­tik». Es geht dar­um, den Kan­ton zu ver­pflich­ten, Land nur noch im Bau­recht ab­zu­ge­ben. Kürz­lich ha­ben die Win­ter­thu­rer auf kom­mu­na­ler Ebe­ne ei­ne ver­gleich­ba­re Vor­la­ge an­ge­nom­men. Auf Platz zwei liegt die El­tern­zeit­in­itia­ti­ve, die vor­schlägt, dass sich Vä­ter und Müt­ter 18 Wo­chen ar­beits­freie Zeit nach der Ge­burt tei­len kön­nen.

Die Initia­ti­v­ide­en wur­den je­weils stich­wort­ar­tig in ei­nem Vi­deo von Sp-pro­mi­nen­ten wie Jac­que­line Ba­dran oder Fa­bi­an Mo­li­na vor­ge­stellt und an­schlies­send von den an­we­sen­den Sp-ver­tre­te­rin­nen und -Ver­tre­tern er­läu­tert. Mar­kus Späth, der Bis­he­ri­ge und Spit­zen­kan­di­dat der SP Wein­land, warb für die «Spi­tal­pro­fit-initia­ti­ve». Sie nimmt den Vor­schlag der Lex Hirs­lan­den wie­der auf, mit dem der Fdp-re­gie­rungs­rat Tho­mas Hei­ni­ger im Kan­tons­rat ge­schei­tert war. Ver­kürzt ge­sagt, gin­ge es dar­um, dass sich der Kan­ton ei­nen Teil der Gel­der, die er an Spi­tä­ler mit ei­nem ho­hen, pro­fi­ta­blen Pri­vat­ver­si­cher­ten­an­teil ver­gibt, wie­der zu­rück­holt. Die wei­te­ren Kan­di­die­ren­den der SP Wein­land: Gym­na­si­al­leh­re­rin Si­byl­le Jütt­ner und Me­di­zi­nal­tech­nik­ver­käu­fer Tho­mas Röh­ren wa­ren an­we­send, stell­ten aber kei­ne der Ideen vor. Der Au­gen­op­ti­ker und vier­te Kan­di­dat Pe­ter Kiss­ling war be­rufs­be­dingt ab­we­send.

Ein Ver­suchs­bal­lon

Ab­stim­men über die Sp-initia­ti­ve kann man über www.zue­rich-mit­ge­stal­ten.ch. Bis am Sams­tag ha­ben rund 1800 Personen von der Mit­spra­che Ge­brauch ge­macht – die Re­so­nanz war da­mit bis­lang ge­rin­ger als von den Ver­ant­wort­li­chen er­hofft. Für die SP, die ei­nen en­ga­gier­ten und mo­der­nen Wahl­kampf be­treibt, in­klu­si­ve Wäh­ler­an­ru­fen und Hau­stür­be­su­chen, ist das Pro­jekt auch ein Ver­suchs­bal­lon.

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