Pen­sio­nier­te Ärz­te kämp­fen ge­gen Kan­ton

Ärz­tin­nen und Ärz­te wol­len auch im Ru­he­stand noch ih­re An­ge­hö­ri­gen be­han­deln dür­fen. Der Kan­ton ist da­ge­gen.

Der Landbote - - VORDERSEIT­E - Fa­bio Lü­di

Tau­sen­de St­un­den Er­fah­rung ha­ben Schwei­zer Haus­ärz­tin­nen und -ärz­te auf dem Bu­ckel, wenn sie in Pen­si­on ge­hen. Nach dem Wil­len der kan­to­na­len Ge­sund­heits­di­rek­ti­on und des Zürcher Re­gie­rungs­rats ist das Ma­ku­la­tur. Denn bis­her durf­ten pen­sio­nier­te Ärz­te mit ei­ner «Se­nio­ren­be­wil­li­gung» ihr en­ges pri­va­tes Um­feld wei­ter­hin be­han­deln. Dem schob der Kan­ton vor zwei Jah­ren aber den Rie­gel vor, sol­che Son­der­be­wil­li­gun­gen sei­en nicht rechts­kon­form. Nun dop­pel­te der Re­gie­rungs­rat nach und schmet­ter­te ei­nen ers­ten Re­kurs zu die­sem Ent­scheid ab.

Pe­ter Stu­ber ist ei­ner der Be­trof­fe­nen. Der Ri­cken­ba­cher prak­ti­zier­te über 30 Jah­re in der Win­ter­thu­rer Alt­stadt als Haus­arzt, be­vor er En­de 2013 in Pen­si­on ging. Als die Ge­sund­heits­di­rek­ti­on ent­schied, kei­ne Son­der­be­wil­li­gun­gen mehr aus­zu­stel­len, ha­be ihn das «grau­sam ge­är­gert». «Das ha­be ich als feh­len­de Wert­schät­zung er­lebt», sagt der 71-Jäh­ri­ge. Er und sei­ne pen­sio­nier­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen hät­ten schliess­lich auch da­zu bei­ge­tra­gen, Kos­ten zu spa­ren. «Ich konn­te bei­spiels­wei­se ver­hin­dern, dass mein Sch­wa­ger an ei­nem Sonn­tag in den Not­fall muss­te.» Mitt­ler­wei­le ha­be er sich mit der Si­tua­ti­on ar­ran­giert – der pen­sio­nier­te Dok­tor hat ei­ne Haus­ärz­tin. «Brau­che ich jetzt ein Re­zept, kos­tet das je­des Mal Geld.»

Sei­te 20

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