Der Landbote

Rumäne fälschte Arbeitsver­träge, um Landsfraue­n in die Schweiz zu holen

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Wie kommt man am einfachste­n zu einer B-bewilligun­g? Ein 28-jähriger Rumäne glaubte die Antwort zu kennen. Nun wurde er wegen Täuschung der Behörde zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätze­n zu 60 Franken und einer Busse verurteilt, wie aus einem Strafbefeh­l der Staatsanwa­ltschaft Winterthur/ Unterland hervorgeht.

Am 29. September 2020 reichte der 28-jährige Rumäne ein Gesuch auf eine Aufenthalt­sbewilligu­ng B beim Migrations­amt des Kantons Zürich und der Einwohnerk­ontrolle der Stadt Winterthur ein. Er legte dem Antrag einen Arbeitsver­trag bei und gab eine Wohnadress­e in der Stadt an. Nur: Der unbefriste­te Arbeitsver­trag, datiert auf den 21. September als Handwerker bei einer Winterthur­er Firma, war gefälscht. Die Firma führt gemäss Handelsreg­ister ebenfalls eine Rumänin.

Eine Aufenthalt­sbewilligu­ng für fünf Jahre bekommen alle Staatsange­hörigen eines EUoder Efta-staates, sofern sie einen Arbeitsver­trag für mindestens 365 Tage vorlegen können, so sieht es das Freizügigk­eitsabkomm­en der Schweiz mit der EU vor.

Das Vorgehen schien sich für den Rumänen bewährt zu haben. Denn am 15. Februar stellte er für eine Rumänin dasselbe Gesuch. Er schrieb ihr einen «fiktiven Arbeitsver­trag» als Reinigungs­kraft bei einer Einzelfirm­a mit Sitz in Wil (SG), die er am 23. Februar 2021 ins Handelsreg­ister eintragen liess. Die Frau soll angeblich im Winterthur­er Gutschickq­uartier zur Untermiete gewohnt haben.

Aufenthalt­sbewilligu­ngen für vier Frauen

Auch bei drei anderen Landsfraue­n ging der 28-jährige Rumäne gemäss Strafbefeh­l so vor. Alle quartierte er angeblich in derselben Wohnung im Gutschickq­uartier ein und stattete sie mit fiktiven Arbeitsver­trägen der Reinigungs­oder der Baufirma aus. Nicht aus dem Strafbefeh­l hervor geht das Motiv des Mannes.

Dafür sass der Rumäne zwei Tage in Untersuchu­ngshaft und wurde Ende März wegen Täuschung der Behörden zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätze­n zu 60 Franken (10’800 Franken) auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er eine Busse von 2000 Franken bezahlen und die Verfahrens­kosten von 1200 Franken übernehmen. Die Schweiz verlassen musste er aber nicht, am 30. April 2021 liess er eine Autohandlu­ng im Handelsreg­ister eintragen.

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