Der Landbote

Ein 1:1 als Steilvorla­ge für GC

Bei Zoltan Kadars Rückkehr holen die Grasshoppe­rs bei Xamax ein Remis. Jetzt haben sie wieder einen Punkt Vorsprung auf Thun und können am nächsten Donnerstag aufsteigen.

- Marcel Rohner

Der wichtigste Mann für GC spielt an diesem Abend nicht einmal bei den Grasshoppe­rs. Er heisst Mickaël Almeida und schiesst in der Thuner Stockhorn Arena zwei Tore, es sind die Treffer zum Sieg für Aarau, am Ende unterliegt Thun sogar 1:3. Für GC heisst das: Ein 1:1 bei Xamax ist plötzlich gut genug. Die Ansprüche sind nicht mehr die gleichen, man sehnt das Saisonende herbei. Dreimal haben die Zürcher zuletzt verloren, im ersten Spiel mit Zoltan Kadar als Trainer gibt es immerhin einen Punkt, so gross ist jetzt auch der Vorsprung auf Thun.

Mit Kadar verspricht sich die Gc-führung neue Impulse für die letzten Spiele dieser Saison. Der 54-Jährige ist einer, der die Spieler kitzeln kann, das hat er bereits bewiesen. Nun ist er zurück, um Unvollende­tes zu vollenden, letzte Saison klappte es nicht mit dem Aufstieg. Vizecaptai­n Gjorgjev sagt: «Kadar ist einer, der dich dazu bringt, alles zu geben und mit allen Waffen, die man hat, zu kämpfen.» Nur schon, als der neue Trainer in die Kabine gekommen sei, sei ein neues Feuer dagewesen.

Eine Aktion von Demhasaj als Sinnbild

Die Mannschaft aber ist noch die gleiche und sie startet nervös in dieses so wichtige Spiel, «sehr, sehr, sehr nervös», wie es Kadar danach sagt, das sei aber verständli­ch: «Du führst während der ganzen Saison und auf der Ziellinie überholt dich jemand.» Auch Gjorgjev spricht von fehlendem Selbstvert­rauen. GC hat in der ersten Halbzeit eine richtig gute Aktion, das ist, als Gjorgjev den Ball in die Mitte bringt und Leo das 1:1 erzielt. Für Leo ist es das neunte Saisontor, für Gjorgjev der achte Assist.

Sonst werden die Gäste aber selten richtig gefährlich, Pina hat eine Chance, Demhasaj mehrere, Leo verpasst das 2:1 knapp. Und als Xamax-goalie Walthert aushilft, Demhasaj anschiesst und der dann kläglich verschiess­t, fragt man sich: Will bei diesem GC denn gar nichts klappen? Pusic, wie Gjorgjev mitgelaufe­n und ganz frei stehend, gibt die Antwort, indem er mit beiden Fäusten verzweifel­t den Neuenburge­r Kunstrasen bearbeitet.

Demhasajs Eigensinn verkompliz­iert einiges, kurz darauf fällt das 1:0. Nuzzolo erzielt es mit einem direkten Freistoss von der Strafraumg­renze. Die Situation ist irgendwie sinnbildli­ch für das GC der letzten Wochen. So kurz vor dem Ziel sind die Grasshoppe­rs, so leichtfert­ig wie Demhasaj in dieser 17. Minute verspielte­n sie in den vergangene­n drei Partien einen grossen Vorsprung. Diesmal aber gelingt immerhin der Ausgleich postwenden­d.

Von den Grasshoppe­rs ist an diesem Abend in Neuenburg mehr zu sehen als noch zuletzt gegen Lausanne-ouchy und auf der Winterthur­er Schützenwi­ese. Um die 300 Fans sind mit nach Neuenburg gereist, sie machen Stimmung um das Stadion, eine Strasse musste gesperrt werden. Es ist teilweise so, als würde man die Audiospur einer Partie aus der Vor-corona-zeit über dieses Spiel legen. Nach einer Stunde zünden die Anhänger ein Feuerwerk,

als gäbe es bereits etwas zu feiern. Aber da ist ja noch dieses eine Spiel. Am kommenden Donnerstag trifft GC im Letzigrund auf Kriens.

Nur positive Worte

Treiber hinter dem ambitionie­rten Projekt sind Swiss-ski und der italienisc­he Verband Fisi, die Zermatter Bergbahnen sowie die Gemeinden Zermatt und Cervinia auf der italienisc­hen Seite des Matterhorn­s. Voraussetz­ung für die Rennen ist die neue Bergbahn von Testa Grigia zum Klein Matterhorn. Sie wird im Sommer 2022 eröffnet.

Grenzenlos ist auch die Euphorie bei den Beteiligte­n. Im «Blick» sagt Swiss-ski-präsident Urs Lehmann: «Ich bin sehr positiv. Bisher gab es niemanden, der ein Wort dagegen gesagt hätte. Das Projekt ist top-innovativ, tut niemandem weh, und es stehen zuverlässi­ge Partner dahinter. Ich bin extrem zuversicht­lich.»

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Foto: Pascal Muller (Freshfocus) Zurück im Scheinwerf­erlicht: Zoltan Kadar.

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