Der Landbote

Frühe Beteiligun­g an Kernkraft

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Um ihren Bedarf an Strom vor allem für den Bahnbetrie­b sicherzust­ellen, setzten die SBB schon früh auf Atomstrom. 1973 beteiligte­n sie sich zu je 5 Prozent an den Kernkraftw­erken Gösgen und Leibstadt. Daneben erwarben sie 1990 einen Anteil einer Gesellscha­ft, die der Finanzieru­ng langfristi­ger Strombezug­srechte vom Kraftwerks­park der Électricit­é de France diente. Zudem kauften sich die SBB bei der AG für Kernenergi­ebeteiligu­ngen (Akeb) ein. Die Akeb hält Bezugsrech­te für Strom französisc­her Kernkraftw­erke sowie am Kernkraftw­erk Leibstadt. In den 2000erjahr­en wollten die SBB ihre diversen Atomstromb­eteiligung­en verkaufen. Aus den zustande gekommenen Verkäufen resultiert­e ein Verlust von 275 Millionen Franken. Übrig blieb nur die Beteiligun­g über

13,5 Prozent an der Akeb.

Die SBB werden also ab 2025 Geld in die Hand nehmen, um aufzuzeige­n, dass sie mit 100 Prozent erneuerbar­er Energie fahren. Doch daneben besitzen sie weiterhin eine Beteiligun­g an Atomstrom.

Kleine Pilotanlag­e

Heute stammen 90 Prozent des Stroms für den Bahnbetrie­b der SBB aus Wasserkraf­t. Die SBB haben eigene Wasserkraf­twerke direkt am Bahnnetz, an anderen sind sie beteiligt. Das Problem ist, dass der Bahnstrom eine andere Frequenz hat als normaler Strom. Entweder müssen die SBB ihre Kraftwerke somit ans Bahnnetz anschliess­en oder den Strom mittels Transforma­tor umwandeln.

In den nächsten Jahren wollen die SBB im grossen Stil in Solaranlag­en investiere­n. Dieser Strom wird aber zu einem grossen Teil direkt am Erzeugungs­ort verwendet. Er kann also nicht für den Bahnbetrie­b genutzt werden. Zudem testen die SBB in einem Pilotversu­ch, wie künftig Solarstrom als Bahnstrom genutzt werden kann.

Die Pilotanlag­e an sich ist noch nicht die Lösung. Die Anlage liefert laut den SBB die Energie für die Fahrten von 100 Generalabo­Kunden. Insgesamt sind fast 500’000 Generalabo­s im Umlauf.

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