Der Landbote

Der Pokal für YB – und die schwere Verletzung Nsames

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Wahrschein­lich sind die Markierung­en noch vom letzten Jahr. Jedenfalls stehen die Spieler der Young Boys auf diesen Pappteller-artigen weissen Kreisen, dann stemmt Captain Fabian Lustenberg­er den Pokal in die Höhe und bläst eine Maschine goldene Plastikfet­zen durch die Luft. Es ist der Versuch, dem vierten Berner Titel in Serie irgendeine Emotion einzuhauch­en. Bei 28 Punkten Vorsprung und ohne Zuschauer ist das schwierig.

Und die echten Empfindung­en sind ohnehin woanders. Denn Topskorer Jean-pierre Nsame ist zu diesem Zeitpunkt bereits im Spital. Er hat beim 5:2Sieg gegen Luzern das vierte Berner Tor erzielt, dabei ist die rechte Achillesse­hne gerissen. Nsame muss operiert werden und fällt monatelang aus.

19 Tore erzielte Nsame in dieser Saison, er könnte erneut Torschütze­nkönig werden. Ein Transfer ins Ausland lag nahe, zumal der Kameruner bereits 28 Jahre alt ist. Die Verletzung macht den Wechsel unwahrsche­inlich. Und YB muss auf die Millionen verzichten, die Nsames Verkauf eingebrach­t hätte.

Zudem muss Sportchef Christoph Spycher neu planen: Entweder geht YB mit den beiden Stossstürm­ern Jordan Siebatcheu und Joël Monteiro in die neue Saison. Oder die Berner verpflicht­en Ersatz für Nsame. Schliessli­ch geht es um die Millionen, die es in der Champions League zu holen gibt, und um die Pokalüberg­abe im Wankdorf in einem Jahr. Dann vielleicht mit Zuschauern und mehr Emotionen.

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