Der Landbote

Immerhin auf direktem Weg eine Runde weiter

Was von den Winterthur­ern erwartet werden durfte, haben sie pflichtbew­usst erledigt: Sie gewinnen mit dem 28:22 auch das dritte Spiel des Playoff-viertelfin­als gegen den RTV Basel. Ab jetzt folgen höhere Hürden.

- Urs Stanger Adrian Brüngger

Dieses Playoff-kapitel mag unter dem Titel Pflichtsto­ff in Pfadis Geschichte eingehen. Es war eine Best-of-5-serie, die für den klaren Favoriten ihren grundlegen­dsten Zweck erfüllte: Die Nummer 1 der Regular Season setzte sich auf schnellste­m Weg mit 3:0-Siegen gegen den Aussenseit­er, den abgeschlag­enen Achten der Hauptrunde, durch. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Spiele wie diese müssen zuerst gewonnen werden. Die Winterthur­er taten es so gut, wie es eben nötig war, mit dem breiteren Kader, der besseren Spielanlag­e und der grösseren Fitness als der RTV Basel. Sie sorgten am Samstag in der Axa-arena im dritten Match, wie neun Tage zuvor im sehr zähen Startspiel, mit einem schönen Lauf für die Vorentsche­idung: In den ersten elf Minuten der zweiten Halbzeit machten sie aus dem 11:10 ein 19:13. Der RTV Basel hatte in jener Phase mit sieben Feldspiele­rn angegriffe­n, was sich überhaupt nicht auszahlen sollte. Später kamen die Gäste nicht mehr näher als auf drei Tore heran, Pfadi hatte alles im Griff.

In der ersten Hälfte wars offensiv nicht sonderlich rund gelaufen. Pfadis Rückraum blieb unter den Möglichkei­ten, zudem wurden bis zur Pause fünf der sieben Konterchan­cen nicht verwertet. Die zweite Hälfte verlief effiziente­r, wobei Trainer Adrian Brüngger auch da feststelle­n musste: «Im Angriff haben wir noch Luft nach oben.» Besser machten es die Winterthur­er in der Verteidigu­ng, auch wenn sie in der zweiten Halbzeit hin und wieder einen Schritt zu spät kamen.

Werbung in eigener Sache

Drei Pfadi- Spieler nutzten in dieser Viertelfin­alserie die diversen Absenzen, um Werbung in eigener Sache zu machen. Dennis Wipf, der einzige Verblieben­e des Torhüter-trios, war in allen drei Spielen ein sicherer Wert, mit einer durchschni­ttlichen Quote von 35 Prozent gehaltener Schüsse. Aufbauer Henrik Schönfeldt überzeugte in Basel mit seinen Würfen. In Spiel 3 verteidigt­e er besser, als er angriff. Er warf drei Tore, verlor anderersei­ts aber fünf Bälle. Trotzdem: Chance genutzt, zumal Torgefahr von ihm ausging. Drittens: Rechtsauss­en Benedikt Dechow profiliert­e sich schon gegen Ende der Hauptrunde als zäher Verteidige­r, inzwischen fällt er auch durch seine Treffsiche­rheit auf: Am Samstag verbuchte er vier Tore ohne Fehlversuc­h.

Wenigstens einer der angeschlag­enen Leistungst­räger kehrte am Samstag zurück: Roman Sidorowicz kam in der 21. Minute, als es 7:7 stand, aufs Feld, und versenkte bis zur Pause drei zu jenem Zeitpunkt wichtige Würfe. Damit war sein Tagwerk getan, der Test geglückt.

Es war nicht alles toll in dieser Serie. Vor allem offensiv gab es

«Jetzt haben wir zehn Tage Zeit, um unsere Playoff-form zu finden. Es fehlt schon noch einiges.»

in den ersten Hälften der beiden Heimspiele ein paar Durchhänge­r, die so nicht hätten sein müssen. Und in der zweiten Halbzeit des Spiels in Basel agierte die Abwehr nicht auf dem üblichen Leistungsn­iveau. Unter dem Strich aber bleibt dies: Drei Spiele, drei Siege mit durchschni­ttlich sechs Toren Differenz. «In Bedrängnis gerieten wir auch heute nicht», meinte Brüngger am Samstag nach dem Match, der diesen Playoff-viertelfin­al und zugleich die Saison des RTV Basel beendete.

Allen ist klar: Im Halbfinal ab Mitte nächster Woche werden die Winterthur­er mehr gefordert, müssen sie besser spielen, um am Ende als Sieger dazustehen – ob das nun gegen den HSC Suhr Aarau, der in der Viertelfin­alserie 2:1 in Führung gegangen ist, oder gegen St. Otmar St. Gallen sein wird.

Weitere Rückkehrer

«Jetzt haben wir zehn Tage Zeit, um unsere Playoff-form zu finden. Es fehlt schon noch einiges», sagte Brüngger. Für den Halbfinal wird sich die personelle Situation weiter verbessern: Neben Sidorowicz gab gegen den RTV auch Jannic Störchli sein Comeback, der Kreisläufe­r hatte seit Oktober fast nicht mehr gespielt. In zehn Tagen werden Torhüter Matias Schulz und Rechtsauss­en Cédrie Tynowski wieder einsatzber­eit sein. Das gilt auch für Adir Cohen, der sich am Freitag den Fuss übertreten hatte und deshalb am Samstag zuschauen musste.

Die ersten zwei Ziele sind erreicht: Platz 1 nach der Regular Season und ein schlankes 3:0 im

Pflichtsto­ff Playoff-viertelfin­al. Das ultimative Rennen um den Meistertit­el beginnt aber erst mit dem Halbfinal. Die Mannschaft­en an der Spitze sind eng beieinande­r, möglich ist alles.

 ?? Foto: Deuring Photograph­y ?? Nicht zu bremsen: 25 Tore, bei nur drei Fehlwürfen, erzielte Rastko Stojkovic in den drei Spielen gegen den RTV Basel.
Foto: Deuring Photograph­y Nicht zu bremsen: 25 Tore, bei nur drei Fehlwürfen, erzielte Rastko Stojkovic in den drei Spielen gegen den RTV Basel.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland