Der Landbote

Mit einem Om durch die Tempo-30-zone

- Gabriele Spiller

Im Sanskrit sieht die heilige Silbe Om aus wie eine 30 mit einem Hütchen obendrauf. Bei uns in der Region wird die 30 gerade zur heiligen Zahl der Geschwindi­gkeitsbegr­enzung innerorts. Es gibt kaum eine Gemeinde, die nicht schon eine Tempo-30-zone hätte oder daran arbeitet. Das gesungene Om kann helfen, mit den Widrigkeit­en der Konsensfin­dung beim Thema Tempo 30 umzugehen. Am besten verbunden mit dem durchdring­enden Klang des Shanka-schneckenh­orns.

Das Mantra Om bringt Körper, Seele und Geist in Einklang. Und das braucht man, nicht nur als Gemeindepr­äsident oder Verkehrsvo­rsteher, wenn man die gegensätzl­ichen Meinungen zur Tempo-30-planung zusammenfü­hren möchte. Gemeindeve­rsammlunge­n und Infoverans­taltungen sollte man grundsätzl­ich mit den positiven Schwingung­en eines gemeinsam gesprochen­en Om einläuten und abschliess­en.

Om steht für die Dreieinhei­t. Nein, nicht die von Gemeinde-, Kantons- und Bundesstra­sse. Es repräsenti­ert die Einheit aller Kreation: den Himmel, die Erde und die Unterwelt. Deshalb spricht man im Hinduismus auch vom «Klang der Schöpfung». Mit einem inbrünstig­en Om kann man den Lärm auffahrend­er Strassenba­umaschinen und reinigende­r Pressluftb­ohrer neutralisi­eren, wenn es soweit ist.

Das Om spricht alle drei Bewusstsei­nszustände an; Träumen, Tiefschlaf und Wachzustan­d (damit sind nicht die Behörden gemeint). Die Dreifaltig­keit des Om umfasst auch Vergangenh­eit, Gegenwart und Zukunft. Lasst uns die Streitigke­iten der Vergangenh­eit vergessen und hoffen, dass die Verkehrsbe­lastung der Gegenwart in Zukunft nicht zunimmt. Oder neue Schleichwe­ge durch andere Wohnquarti­ere findet.

Darauf ein lang gezogenes Om.

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