Der Landbote

Statt tiefroter Zahlen vermutlich ein Minidefizi­t

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Die Pandemie hinterläss­t im Kanton Zürich in der Jahresrech­nung des laufenden Jahres gemäss einer ganz neuen Schätzung von Finanzdire­ktor Ernst Stocker (SVP) kaum Spuren. Budgetiert war ein Defizit von 525 Millionen Franken. Zusammen mit den Nachtragsk­rediten für die Corona-hilfsgelde­r beträgt das Budgetdefi­zit sogar 880 Millionen Franken. Der gestern veröffentl­ichte erste Zwischenbe­richt sieht nun noch ein Defizit von 95 Millionen Franken vor.

Nationalba­nk als Retterin

Zu verdanken ist dies hauptsächl­ich der Nationalba­nk, die eine sechsfache Gewinnauss­chüttung bezahlt. Für den Kanton Zürich ergibt dies Mehreinnah­men von 477 Millionen Franken. Dazu kommen die höhere Ausschüttu­ng der ZKB und nicht budgetiert­e Dividenden der Axpo. Ebenfalls positiver als erwartet entwickeln sich die Steuereinn­ahmen – sowohl jene von den Privatpers­onen wie jene von den Unternehme­n. Insgesamt gehen beim Steueramt laut dem Zwischenbe­richt 357 Millionen Franken mehr ein als budgetiert.

Negativ entwickeln sich die Zahlen erwartungs­gemäss bei der Gesundheit. So liegt der mutmasslic­he Jahresabsc­hluss beim Unispital 55 Millionen Franken unter Budget. Hauptgrund sind Operatione­n, die Corona-bedingt abgesagt werden mussten, aber auch Mindereinn­ahmen im Herzzentru­m durch die Skandale in der Führung. Bei der Gesundheit­spräventio­n haben Kampagnen im Zusammenha­ng mit der Pandemie zusätzlich­e Ausgaben verursacht. Daraus resultiert eine Verschlech­terung gegenüber dem Budget von 64 Millionen Franken.

Auch die Investitio­nsrechnung dürfte besser abschliess­en, gemäss dem Zwischenbe­richt um 239 Millionen Franken. Gründe hierfür sind unter anderem Verzögerun­gen beim Bau des Kinderspit­als und beim Bau des Entlastung­sstollens von der Sihl in den Zürichsee bei Thalwil.

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