Der Landbote

Neue Triage-richtlinie­n: Behandlung­sdauer ist mitentsche­idend

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Sollten die Intensivst­ationen einmal so voll sein, dass Triagenent­scheidunge­n gefällt werden müssen, soll künftig auch der zu erwartende Aufwand sowie die Dauer der Behandlung als Kriterium für eine Aufnahme dienen. Die Schweizeri­sche Akademie der Medizinisc­hen Wissenscha­ften (SAMW) hat ihre Richtlinie­n entspreche­nd angepasst.

Die Aktualisie­rung sei erfolgt, weil nun – anders als während der ersten Wellen der Covid19-pandemie – vermehrt junge und zuvor gesunde Patientinn­en und Patienten intensivme­dizinische Behandlung benötigten, teilten die SAMW und die Schweizeri­sche Gesellscha­ft für Intensivme­dizin gestern mit.

Das Ziel der Triage-richtlinie­n bleibe es, bei einer völligen Überlastun­g der Intensivka­pazitäten so zu entscheide­n, «dass die grösstmögl­iche Anzahl von Leben gerettet wird». Neu werde nun explizit erwähnt, dass dabei auch der Aufwand berücksich­tigt werden soll, der mit einer intensivme­dizinische­n Behandlung verbunden sei.

Deshalb sollen Patientinn­en und Patienten, bei denen eine Interventi­on schon nach kurzer Zeit Erfolg haben dürfte, Vorrang haben vor Interventi­onen, «deren Effekt sich erst nach langer Therapieda­uer einstellt». Das erste und wichtigste Entscheidu­ngskriteri­um bleibe aber weiterhin die kurzfristi­ge Überlebens­prognose.

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