Der Landbote

Trotz Slapstick rettet sich GC noch zu einem Unentschie­den

Zuerst hat Georg Margreitte­r Pech mit einem Eigentor, dann gelingt ihm in der 91. Minute wenigstens das 1:1.

- Thomas Schifferle

Vor dem Spiel sagt Giorgio Contini: Den nächsten beiden Gegnern würden sie «auf Augenhöhe» begegnen, zwei Gegnern, die sie besiegen könnten. Lugano ist der erste am Donnerstag, bevor es am Sonntag gegen Sion geht.

Der Gc-trainer hat sicher recht, was die Tessiner betrifft. Sie sind zu schlagen, zweifellos. Nur wird es schwierig damit, wenn eine Mannschaft so auftritt wie GC und sich zwischendu­rch mit einem Eigentor selbst noch das Bein stellt. Am Ende braucht es ein Tor von Georg Margreitte­r in der 91. Minute und einen verschosse­nen Elfmeter von Custodio in der 96. Minute, damit sich GC mit Glück wenigstens zu einem 1:1 zittern kann.

Die letzten paar Sekunden bringen wenigstens etwas an Unterhaltu­ng in einem Spiel, das von seiner Qualität zur atmosphäri­schen Einöde des Cornaredo

passt. Es ist ein Spiel ohne Chancen, ohne Klasse, ein Spiel, in dem sich GC wohl mehr bemüht als Lugano, ihm aber trotzdem nichts einfällt.

Vor der Pause muss Luganos Goalie Osigwe einen einzigen Schuss abwehren (und macht das erst noch nicht gut), und Moreira bei GC ist nicht ein einziges Mal gefordert. Das erste Ereignis trägt sich in der 50. Minute zu. Das ist die Minute, in der ein Eigentor fällt, das einem auch erst gelingen muss.

Goalie Moreira spielt den Ball zur Seite auf Arigoni, der leitet ihn direkt weiter zu Diani, und Diani, dieser so fehleranfä­llige Mittelfeld­spieler, schlägt ihn aus 30 Metern grundlos zum eigenen Tor zurück. Margreitte­r versucht noch zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Und weil das so ist, geht er als Schütze eines Eigentors in die Statistik ein.

So sind die Grasshoppe­rs auf einmal auf dem Weg, ein Spiel zu verlieren, das sie eigentlich gar nicht verlieren dürfen. Das hat nun nichts damit zu tun, das sie an einem schönen Abend so gut wären. Aber sie dürften es nicht verlieren, weil Lugano ein harmloser Gegner ist, ohne Plan und ohne Idee. Auch Mattia Crocitorti muss sich fragen, wie dieser Sieg möglich ist – das ist der neue Trainer, der Alex Frei vorgezogen worden ist und nun in erster Linie damit auffällt, dass er seine Dächlikapp­e so trägt, als wäre er noch 19 und hätte Durst.

«Grün hinter den Ohren»

Contini hat seine Mannschaft im Vergleich zum 0:1 im Cup in Thun mit vier neuen Spielern besetzt. Zu den Neuen gehört der Debütant Kaly Sene. Er ist ein Stürmer, sicher schnell, aber als er nach einer Stunde ausgewechs­elt wird, bleibt nicht eine Szene von ihm in Erinnerung. Damit ist er in seinem Team aber nicht allein, das Gleiche gilt für Campana, Kawabe, Herc oder Bolla.

Der Trainer hat angemahnt, die Stürmer seien in der Offensive «noch Grün hinter den Ohren», sie müssten mehr Durchsetzu­ngsvermöge­n zeigen. Und damit er etwas daran ändern kann, lässt er sie im Training entspreche­nde Übungen absolviere­n. «Schiesst! Schiesst!», fordert er sie auf. In Lugano ist keine Wirkung zu erkennen.

Es braucht den aufgerückt­en Abwehrchef und den eingewechs­elten Defensivsp­ieler Lenjani, um zu einem Goal zu kommen. Lenjani flankt, und Margreitte­r trifft mit seinem Kopfball. Dabei profitiert er vom schlechten Abwehrverh­alten von Verteidige­r Facchinett­i und Goalie Osigwe. Den Schlusspun­kt setzt Custodio

in der 96. Minute. Schmid schenkt Lugano einen Handselfme­ter. Custodio setzt den Ball gefühlt um Meter neben das Tor.

 ?? Foto: Freshfocus ?? Doppeltors­chütze: Margreitte­r traf erst ins eigene, dann ins gegnerisch­e Tor.
Foto: Freshfocus Doppeltors­chütze: Margreitte­r traf erst ins eigene, dann ins gegnerisch­e Tor.

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