SIX mit World­li­ne

Die SIX Group ver­kauft für 2,75 Mrd. Fr. den Be­reich Pay­ment Ser­vices an die fran­zö­si­sche World­li­ne und er­hält 27% an Eu­ro­pas gröss­tem An­bie­ter.

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - MO­NI­CA HEGGLIN

SIX bringt das Ge­schäft mit Zah­lungs­dienst­leis­tun­gen in die fran­zö­si­sche World­li­ne ein und hält zu­künf­tig 27% am füh­ren­den eu­ro­päi­schen An­bie­ter.

In der ra­schen Neu­ord­nung der Welt für Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­tun­gen will die den Schwei­zer Ban­ken ge­hö­ren­de SIX Group ei­ne be­deu­ten­de Rol­le spie­len. Die am Di­ens­tag an­ge­kün­dig­te Kom­bi­na­ti­on von World­li­ne und SIX Pay­ment Ser­vices lässt den mit Ab­stand gröss­ten eu­ro­päi­schen An­bie­ter ent­ste­hen.

«Das ist ein ab­so­lu­ter Traum-De­al», schwärm­te Gil­les Gra­pi­net, CEO von World­li­ne, an der Web-Kon­fe­renz. Es ge­be «null Über­schnei­dun­gen» und «kei­ner­lei Wert­ver­nich­tung». Es hand­le sich «nicht um ir­gend­ei­ne Trans­ak­ti­on», son­dern um ein Ge­schäft, das die Bran­che neu de­fi­nie­ren wer­de. SIX ist für die ak­qui­si­ti­ons­freu­di­ge World­li­ne al­lein auf­grund ih­rer Grös­se ein be­deu­ten­der Zu­kauf. Der Be­reich Mer­chant Ser­vices, der die Zahl­ter­mi­nals an den Ver­kaufs­punk­ten um­fasst, ver­dop­pelt den Markt­an­teil auf ein Drit­tel. Dies bringt World­li­ne in ei­ne gu­te Po­si­ti­on in die­sem Ge­schäft, in dem das Vo­lu­men den Aus­schlag gibt für In­ves­ti­tio­nen und da­mit für das Wachs­tum.

Part­ner­schaft, nicht Ver­kauf

SIX Group über­gibt ihr Zah­lungs- und Zahl­kar­ten­ge­schäft, das 1600 Per­so­nen be­schäf­tigt und im kom­men­den Jahr ei­nen Um­satz von 530 Mio. € ma­chen dürf­te, an World­li­ne (9400 Be­schäf­tig­te, 1,6 Mrd. € Um­satz).

Der Preis von 2,75 Mrd. Fr. setzt sich zu­sam­men aus 49,1 Mio. neu­en World­li­ne-Ak­ti­en und 338 Mio. Fr. in bar. Die Trans­ak­ti­on soll im vier­ten Quar­tal ab­ge­schlos­sen wer­den. Bis 2022 sol­len Sy­ner­gi­en von 110 Mio. € er­zielt wer­den.

Die Ver­tre­ter der Fir­men leg­ten an der Web­kon­fe­renz gröss­ten Wert dar­auf, die Sa­che nicht als Aus­stieg der Schwei­zer aus dem Kar­ten­ge­schäft dar­zu­stel­len. SIX ge­he «ei­ne stra­te­gi­sche Part­ner­schaft mit World­li­ne» ein, heisst es in der Mit­tei­lung. SIX Pay­ment Ser­vices und World­li­ne er­gänz­ten sich «her­vor­ra­gend» in Be­zug auf geo­gra­fi­sche Reich­wei­te und Pro­dukt­an­ge­bot. An der kom­bi­nier­ten Ge­sell­schaft wird die SIX 27% hal­ten, zwei von 12 Ver­wal­tungs­rä­ten stel­len und in den wich­ti­gen VR-Gre­mi­en ver­tre­ten sein, hiess es. Der Tech­no­lo­gie­kon­zern Atos will sei­nen 51%-An­teil an World­li­ne bei­be­hal­ten.

Twint wird wei­ter ent­wi­ckelt

Ob­wohl die Schwei­zer ka­pi­tal­mäs­sig in der Min­der­heit sind, be­ton­te SIX-Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Ro­meo La­cher: «Das ist ei­ne lang­fris­ti­ge Part­ner­schaft, wir ha­ben kei­ne Ab­sicht, un­se­ren Ak­ti­en­an­teil zu ver­kau­fen.»

World­li­ne-Chef Gra­pi­net liess of­fen, ob SIX ei­nen Di­vi­si­ons­haupt­sitz in die Schweiz ho­len kann. Die de­zen­tra­le Struk­tur von World­li­ne soll­te das er­mög­li­chen. Gra­pi­net sprach von «Kon­sul­ta­tio­nen». Ein star­kes Ver­spre­chen gab Gra­pi­net zur Wei­ter­ent­wick­lung von Twint. Er be­zeich­ne­te die Pay­ment-App – de­ren Er­folg sich noch wei­sen muss – als at­trak­tiv. In vie­len Län­dern ge­be es nichts Ver­gleich­ba­res.

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