«Kon­kurs ist für Al­piq kein The­ma»

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Al­piq kri­ti­siert die Re­gu­lie­rung im Strom­sek­tor. Sie wol­len die Wert­schöp­fung an­ders ver­tei­len. Wie rea­lis­tisch ist das?

Wenn man ei­ne Re­gu­lie­rungs­än­de­rung ein­führt, gibt es Ge­win­ner und Verlierer. Die Fra­ge ist, wie sich die Verlierer an Bord ho­len las­sen.

Wie las­sen sich die Verlierer an Bord ho­len?

Das ist nicht mein Pro­blem. Das ist Sa­che der Po­li­tik.

Trotz­dem spü­ren Sie die Aus­wir­kun­gen.

So lan­ge es ver­schie­de­ne In­ter­es­sen in der Strom­bran­che gibt, fin­det in der Schweiz kei­ne Kon­so­li­die­rung statt. Wenn es in ei­nem Part­ner­kraft­werk meh­re­re Ak­tio­nä­re gibt, ha­ben je­ne, die ih­ren Strom am Markt ab­set­zen, gros­sen öko­no­mi­schen Druck, und je­ne, die ins Mo­no­pol lie­fern, nicht. So kann die An­la­ge nicht ef­fi­zi­ent ge­führt wer­den. Des­we­gen fin­den sich auch kei­ne in­ter­na­tio­na­len In­ves­to­ren.

Spie­len die Be­sitz­struk­tu­ren ei­ne Rol­le?

Weit über 90% der Schwei­zer Strom­pro­duk­ti­on und Strom­ver­tei­lung sind in öf­fent­li­cher Hand. Al­ler­dings, als Schwei­zer Ei­gen­heit, nicht auf Bun­des­ebe­ne. Der Bund re­gu­liert, in­so­fern gibt es kei­nen di­rek­ten In­ter­es­sens­kon­flikt zwi­schen Re­gu­lie­rung und Ei­gen­tum. Der kommt al­len­falls in­di­rekt durch das Par­la­ment. Bei den Ver­teil­net­zen, wo Mo­no­pol­ge­win­ne der öf­fent­li­chen Hand zu­flies­sen, gibt es ei­nen kla­ren In­ter­es­sens­kon­flikt. Der Punkt müss­te ge­löst wer­den, da­mit die Ef­fi­zi­enz im Sek­tor steigt.

Wün­schen Sie sich ei­nen un­ab­hän­gi­ge­ren Ver­wal­tungs­rat?

Selbst­ver­ständ­lich. Ei­nen klei­ne­ren und un­ab­hän­gi­ge­renVer­wal­tungs­rat, in dem mehr Frau­en sit­zen.

Der Ak­tio­närs­bin­dungs­ver­trag läuft En­de 2020 aus. Rech­nen Sie mit Ak­ti­en­ver­käu­fen? Öf­fent­lich ist zum Bei­spiel Un­zu­frie­den­heit mit dem Al­piq-En­ga­ge­ment des Kan­tons So­lo­thurn do­ku­men­tiert.

Zur Stra­te­gie der ein­zel­nen Ak­tio­nä­re kann ich nichts sa­gen. Tat­sa­che ist, dass ei­ni­ge Ak­tio­nä­re öf­fent­lich die Ab­sicht ei­nes Ver­kaufs kom­mu­ni­ziert ha­ben. Da­mit ei­ne In­ves­ti­ti­on in Al­piq wie­der at­trak­tiv wird, braucht es ent­we­der ei­ne ent­spre­chen­de An­pas­sung der wett­be­werbs­ver­zer­ren­den Re­gu­lie­rung oder ei­ne Er­ho­lung der Strom­prei­se. Letz­te­res stimmt mich vor­sich­tig op­ti­mis­tisch.

Ein grös­se­rer Ak­tio­när, Mar­tin Eb­ner, ist nicht Par­tei des Kon­sor­ti­al­ver­trags. Wie häu­fig tau­schen Sie sich aus?

Ich ha­be ei­nen re­gel­mäs­si­gen Aus­tausch mit Herrn Eb­ner, der gröss­ter Ak­tio­när im Streu­be­sitz von Al­piq ist. Die Ge­sprä­che fin­den aber nicht nur aus Prin­zip statt. Er ist sehr strin­gent in sei­ner Lo­gik, und das hilft sehr. Zu­mal er noch viel stär­ker an ei­ne Er­ho­lung des Strom­mark­tes glaubt als ich.

«Ich wün­sche mir ei­nen klei­ne­ren, un­ab­hän­gi­ge­ren Ver­wal­tungs­rat.»

Qu­el­le: Un­ter­neh­men, FuW- Ak­ti­en­füh­rer / Gra­fik: FuW, l s

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