Zins­spe­ku­la­tio­nen be­las­ten Wall­s­treet

Ei­ne Gross­fu­si­on im Tech-Sek­tor ist doch noch nicht vom Tisch. Tes­la ste­hen un­ter Druck.

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - THA

Do­nald Trump am Sonn­tag get­wit­tert, er wol­le Chi­nas Re­gie­rung bei der Ret­tung des chi­ne­si­schen Smart­pho­ne-Her­stel­lers ZTE hel­fen. Ame­ri­ka­ni­sche Be­hör­den ha­ben ZTE we­gen Ge­schäf­ten mit Iran und Nord­ko­rea mit exis­tenz­be­dro­hen­den Sank­tio­nen be­legt.

Chi­na will zu­dem die Prü­fung der ge­plan­ten Über­nah­me des nie­der­län­di­schen Chip­kon­zerns NXP Se­mi­con­duc­tors (112.08 $, +12,5%) durch den US-Kon­kur­ren­ten Qual­comm (56.50 $, +7%)wie­der auf­neh­men. DieWett­be­werbs­hü­ter hat­ten den Pro­zess im Zu­ge der Han­dels­strei­tig­kei­ten auf Eis ge­legt und die Fu­si­on da­mit blo­ckiert.

Neue Kon­tro­ver­sen gibt es in­des­sen um den Elek­tro­au­to­her­stel­ler Tes­la (285.01$ Er­öff­nung am Di­ens­tag, –3,6% im Wo­chen­ver­gleich). Ver­gan­ge­ne Wo­che ist es in der Schweiz zu ei­nem töd­li­chen Un­fall mit ei­nem Tes­la-Fahr­zeug ge­kom­men. Die Ur­sa­che ist noch un­ge­klärt, doch wird spe­ku­liert, dass der Li­thi­um-Io­nen-Ak­ku des Au­tos den Brand be­schleu­nigt hat­te. We­ni­ge Ta­ge zu­vor wa­ren in Flo­ri­da zwei Men­schen bei ei­nem Un­fall mit ei­nem Tes­la ums Le­ben ge­kom­men. Auch dort steht die Bat­te­rie im Zen­trum der Er­mitt­lun­gen. Für Un­si­cher­heit sorgt zu- dem die An­kün­di­gung von Kon­zern­chef Elon Musk, das Ma­nage­ment um­bau­en zu wol­len. Die Ak­ti­en büss­ten am Di­ens­tag­vor­mit­tag mehr als 5% ein.

Auch die wich­tigs­ten In­di­zes no­tier­ten am zwei­ten Han­dels­tag der Wo­che schwä­cher. Der S&P 500 ver­lor bis am Mit­tag 0,7%.

Zur Zu­rück­hal­tung tru­gen die Um­satz­zah­len des Ein­zel­han­dels bei. So ha­ben die Ame­ri­ka­ner im April den zwei­ten Mo­nat in Fol­ge mehr Geld aus­ge­ge­ben. Das sind gu­te Nach­rich­ten für die Wirt­schafts­ent­wick­lung, die mass­geb­lich vom Kon­sum ab­hängt. Da­mit steigt aber auch die Wahr­schein­lich­keit, dass die US-No­ten­bank (Fed) ei­nen ag­gres­si­ve­ren geld­po­li­ti­schen Kurs fährt. An der Ter­min­bör­se CME mes­sen die Markt- teil­neh­mer der Wahr­schein­lich­keit, dass das Fed die Zin­sen bis En­de Jahr ins­ge­samt vier­mal er­höht, erst­mals mehr als 50% zu. Die Wäh­rungs­hü­ter ha­ben bis­lang für 2018 drei Zins­er­hö­hun­gen in Aus­sicht ge­stellt.

Ent­täu­schend fie­len hin­ge­gen die Quar­tals­zah­len der Bau­markt­ket­te Home De­pot (189.50$, +4,1%) aus. Zwar über­traf der Kon­zern mit ei­nem Ge­winn von 2.08$ je Ak­tie die Pro­gno­sen. Doch mit dem Aus­blick für das Ge­samt­jahr blieb der welt­weit gröss­te An­bie­ter für Heim­wer­ker­be­darf hin­ter den Markt­er­war­tun­gen zu­rück. Die Va­lo­ren büss­ten mehr als 2% ein und zähl­ten zu den Ver­lie­ren im Dow.

Auf­wärts ging es für den Soft­ware­pro­du­zen­ten Sy­man­tec (22.00 $, –24,8%), der ver­gan­ge­ne Wo­che hef­ti­ge Kurs­ver­lus­te ver­bu­chen muss­te. Der Kon­zern hat­te an­ge­kün­digt, ei­ne in­ter­ne Un­ter­su­chung ein­zu­lei­ten, aber kei­ne nä­he­ren An­ga­ben zum In­halt ge­macht. Am Mon­tag er­klär­te Sy­man­tec, dass un­ter an­de­rem die Fi­nanz­be­richt­er­stat­tung der Ma­na­ger­löh­ne über­prüft wür­de. Ei­nen si­gni­fi­kan­ten Ein­fluss auf die zu­rück­lie­gen­den Jah­res­ab­schlüs­se sei aber nicht zu er­war­ten, hiess es im State­ment. Die Ti­tel leg­ten 1,5% zu.

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