Der Blick auf die nächs­ten IPO-Kan­di­da­ten

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Das dies­jäh­ri­ge Fens­ter für Bör­sen­gän­ge ist zu. Im No­vem­ber ver­al­ten die Bi­lanz­kenn­zah­len, die Un­ter­neh­men für die Pu­bli­kums­öff­nung vor­le­gen müs­sen. Ge­rüch­te­hal­ber hat­te die Med­tech­platt­form Im­plan­ti­ca für das vier­te Quar­tal noch mit ei­nem IPO (Initi­al Pu­b­lic Of­fe­ring) ge­lieb­äu­gelt. Doch an­ge­sichts der fort­ge­schrit­te­nen Jah­res­zeit scheint der Plan nun aufs neue Jahr ver­scho­ben. Da­mit wird es bei sechs Bör­sen­gän­gen blei­ben (vgl. Ta­bel­le) – und den Rück­zü­gen von Swis­sport und Ga­te­group.

Zu den wei­te­ren Bör­sen­kan­di­da­ten für 2019 zählt das Tes­si­ner Or­tho­pä­die­un­ter­neh­men Me­dac­ta, das ge­mäss Reu­ters Cre­dit Suis­se und Mor­gan Stanley mit den Vor­be­rei­tun­gen ei­ner Pu­bli­kums­öff­nung be­traut hat, un­ter­stützt durch JPMor­gan und UBS. Be­reits im Sep­tem­ber hat­te Me­dac­ta-CFO Cor­ra­do Far­set­ta «Fi­nanz und Wirt­schaft» ge­sagt: «Als Un­ter­neh­men in Fa­mi­li­en­be­sitz prü­fen wir na­tur­ge­mäss ver­schie­de­ne Op­tio­nen, um un­se­re Ent­wick­lung zu be­schleu­ni­gen.» Da­zu zäh­le der Zu­gang zum Ka­pi­tal­markt.

Die Bör­sen­plä­ne von Stad­ler Rail schei­nen sich eben­falls zu kon­kre­ti­sie­ren: Der Zug­her­stel­ler soll ge­mäss Reu­ters Cre­dit Suis­se und UBS als glo­ba­le Ko­or­di­na­to­ren für ein mög­li­ches IPO man­da­tiert ha­ben. Ent­schei­dun­gen sei­en je­doch noch kei­ne ge­fal­len. Zu­dem spielt der Au­to­ma­ten­ver­pfle­ger Selec­ta mit dem Ge­dan­ken ei­ner Pu­bli­kums­öff­nung und hat nach In­for­ma­tio­nen von «Fi­nanz und Wirt­schaft» La­zard als Be­ra­ter bei­ge­zo­gen.

Der Vi­sa­di­enst­leis­ter VFS Glo­bal gilt als wei­te­rer IPO-Kan­di­dat, eben­falls be­ra­ten von La­zard. Gleich­zei­tig gibt es auch Hin­wei­se, dass die Ei­gen­tü­me­rin von VFS, EQT Part­ners, sich selbst dem Pu­bli­kum öff­nen könn­te – statt oder zu­sätz­lich zu ei­nem Bör­sen­gang der Port­fo­li­o­fir­ma. EQT-CEO Tho­mas von Koch teil­te im Sep­tem­ber mit, das Pri­va­te-Equi­ty-Un­ter­neh­men prü­fe Op­tio­nen, die Bi­lanz für wei­te­res Wachs­tum zu stär­ken.

Sechs Un­ter­neh­men ha­ben 2018 in ei­nem IPO-Pro­zess den Sprung an die Schwei­zer Bör­se ge­schafft – mit sehr un­ter­schied­li­chem Er­folg: Der Sen­sor­tech­ni­ker Sen­si­ri­on, das Or­tho­pä­die­un­ter­neh­men Me­dar­tis, der Lo­gis­ti­ker Ce­va, das Bio­tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men Po­ly­phor, der Ma­schi­nen­bau­er Klin­geln­berg so­wie der Ge­trän­ke­ver­pa­ckungs­her­stel­ler SIG Com­bi­bloc.

Dar­über hin­aus kam Blacks­to­ne Re­sour­ces an die Bör­se – qua­si durch die Hin­ter­tür und oh­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung. Eben­so ist Ob­se­va seit dem drit­ten Quar­tal auch an der Schwei­zer Bör­se ver­tre­ten, als so­ge­nann­te dua­le Pri­mär­ko­tie­rung. Das Gen­fer Bio­tech hat­te 2017 für sein Bör­sen­de­büt die US-Tech­no­lo­gie­bör­se Nas­daq ge­wählt.

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