Duf­ry senkt Wachs­tums­pro­gno­se

Der Rei­se­de­tail­händ­ler lei­det un­ter dem Wäh­rungs­ver­fall in Latein­ame­ri­ka. Der Schul­den­ab­bau schrei­tet vor­an.

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GA­B­RI­EL­LA HUN­TER

Duf­ry kann ih­re Kri­ti­ker nicht ei­nes Bes­se­ren be­leh­ren. Das Wachs­tum des Rei­se­de­tail­händ­lers hat sich im drit­ten Quar­tal mar­kant ver­lang­samt. In den ers­ten neun Mo­na­ten 2018 fiel das or­ga­ni­sche Um­satz­plus mit 3,1% tie­fer aus als noch zum Halb­jahr (+5,5%) und lag da­mit so­gar leicht un­ter den be­reits nied­ri­gen Er­war­tun­gen. Das ver­un­si­cher­te die An­le­ger: Die Ak­ti­en ver­lo­ren am Mon­tag 4,6%.

Zwi­schen Ju­li und Sep­tem­ber re­sul­tier­te or­ga­nisch ein Um­satz­rück­gang von 0,7% im Ver­gleich zur Vor­jah­res­pe­ri­ode. Das ist zwar auch der ho­hen Ver­gleichs­ba­sis ge­schul­det: Im drit­ten Quar­tal 2017 wuchs das Un­ter­neh­men 7,6%. Die Ver­schlech­te­rung des Markt­um­felds lässt sich aber nicht weg­dis­ku­tie­ren.

Ins­be­son­de­re die Re­gio­nen Sü­d­eu­ro­pa und Afri­ka so­wie Latein­ame­ri­ka ent­ täusch­ten. In Spa­ni­en kämpft Duf­ry wei­ter mit dem Bil­lig­tou­ris­mus. Zwar sei­en im Som­mer gleich vie­le Tou­ris­ten wie im Vor­jahr ver­zeich­net wor­den, der Er­trag pro Pas­sa­gier sei aber zu­rück­ge­gan­gen.

In Bra­si­li­en und Ar­gen­ti­ni­en, wo das Un­ter­neh­men je­den zwölf­ten Fran­ken er­wirt­schaf­tet, las­tet die star­ke Ab­wer­tung der Lo­kal­wäh­run­gen auf der Kauf­kraft der Kun­den. Da die or­ga­ni­sche Um­satz­ent­wick­lung in Dol­lar ge­rech­net wer­de, ha­be ein deut­li­ches Mi­nus von 11% re­sul­tiert, sag­te Fi­nanz­chef Andre­as Schnei­ter an der Te­le­fon­kon­fe­renz am Mon­tag.

Ver­bes­ser­te Pro­fi­ta­bi­li­tät

Ins­ge­samt stieg der Um­satz in den ers­ten neun Mo­na­ten 4,6% auf 6,56 Mrd. Fr. Zu­dem konn­te Duf­ry die Pro­fi­ta­bi­li­tät er­neut stei­gern. Der Be­triebs­ge­winn auf Stu­fe Ebit­da wuchs 8,5% auf 806,5 Mio. Fr. Die ent­spre­chen­de Mar­ge lag mit 12,3% hö­her als noch im Vor­jahr. Da­mit ist sie schon am obe­ren En­de der Pro­gno­se für das Ge­samt­jahr von 12 bis 12,3%. Un­ter dem Strich re­sul­tier­te ein Ge­winn von 87,5 Mio. Fr. nach Min­der­hei­ten. Im ers­ten Halb­jahr hat­te Duf­ry noch ei­nen Ver­lust hin­neh­men müs­sen.

Der freie Cash­flow stieg auf 618,7 Mio. Fr., nach le­dig­lich 464,7 Mio. in derVor­jah­res­pe­ri­ode. Den Mit­tel­zu­fluss nutz­te das Un­ter­neh­men, um Di­vi­den­de zu zah­len und Schul­den ab­zu­bau­en. Die Net­to­ver­schul­dung ist auf 3,09 Mrd. Fr. ge­sun­ken. Das ent­spricht knapp dem Drei­fa­chen des Ebit­da. Er­laubt ist seit dem Bör­sen­gang von Hud­son ein Wert von 4.

Die Ana­lys­ten der Hel­ve­ti­schen Bank er­war­ten, dass sich die po­si­ti­ve Ent­wick­lung des frei­en Mit­tel­zu­flus­ses fort­set­zen wird. Das gibt Duf­ry künf­tig mehr fi­nan­zi­el­len Spiel­raum. Seit Mai hat der Rei­se­ de­tail­händ­ler zu­dem Ak­ti­en im Wert von 400 Mio. Fr. zu­rück­ge­kauft. Da­mit wur­de das Rück­kauf­pro­gramm be­en­det.

2 bis 3% Wachs­tum

We­gen der Ver­lang­sa­mung im drit­ten Quar­tal wur­de die Wachs­tums­pro­gno­se für das Ge­samt­jahr ge­senkt. Neu geht das Un­ter­neh­men von ei­nem or­ga­ni­schen Um­satz­plus zwi­schen 2 und 3% aus. An­läss­lich der Halb­jah­res­zah­len hat­te CEO Díaz 2018 noch ein Plus von 5% er­war­tet.

Das Er­geb­nis zeigt, Duf­ry macht zwar vie­les rich­tig. Das Un­ter­neh­men ist aber wei­ter­hin star­kem Ge­gen­wind in wich­ti­gen Märk­ten aus­ge­setzt. Seit Jah­res­be­ginn ha­ben die Ak­ti­en rund 25% ver­lo­ren. Mit ei­nem Kurs­Ge­winn­Ver­hält­nis von 28 sind sie zwar noch im­mer hoch be­wer­tet. Das Kurs­ni­veau bie­tet ri­si­ko­freu­di­gen An­le­gern je­doch Ein­stiegs­chan­cen.

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