Die Zin­sen zie­hen an

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN -

Die Er­ho­lung der Ren­di­ten von US-Staats­an­lei­hen seit En­de Au­gust ent­spricht dem Mus­ter, wie es bei stei­gen­den Zen­tral­bank­zin­sen, zu­neh­men­dem An­ge­bot und kräf­ti­gem Wachs­tum zu er­war­ten ist. Die geld­po­li­ti­sche Straf­fung in den USA hat in­zwi­schen auch auf Un­ter­neh­mens­an­lei­hen der Schwel­len­märk­te durch­ge­schla­gen und sorgt hier für Kurs­ver­lus­te. Wann wird sich die Straf­fung auf die Re­al­wirt­schaft und die Kre­dit­märk­te aus­wir­ken, was bei den Ren­di­ten von Staats­an­lei­hen zu ei­nem Rich­tungs­wech­sel füh­ren wür­de? Stress­si­gna­le durch die re­strik­ti­ve­re Geld­po­li­tik deu­ten all­mäh­lich dar­auf hin, dass der nächs­te An­stieg der US-Geld­markt­sät­ze um 50 bis

100 Bp die Kon­junk­tur brem­sen, Bo­ni­täts­her­ab­stu­fun­gen und hö­he­re Aus­fall­quo­ten mit sich brin­gen wird.

Kei­ner der jüngs­ten Markt­schocks hat bis­lang den als si­che­rer Ha­fen gel­ten­den An­la­gen ei­ne dau­er­haf­te Ral­ly be­schert, weil die Straf­fung in den USA die Kon­junk­tur noch nicht ab­kühlt. Aber bald wird es so weit sein. Die wich­tigs­ten Mass­nah­men für den Ver­brau­cher be­tref­fen die Zin­sen für Hy­po­the­ken und Au­to­kre­di­te. Bei­de ha­ben das seit 2011 be­ste­hen­de Nied­ri­g­ni­veau ver­las­sen und be­las­ten die Haus­halts­ein­kom­men.

Für Un­ter­neh­men ist vor al­lem der durch­schnitt­li­che Fremd­ka­pi­tal­zins mass­ge­bend. Der Durch­schnitts­cou­pon drei­jäh­ri­ger US-Un­ter­neh­mens­an­lei­hen ist trotz stei­gen­der Bond­ren­di­ten ste­tig ge­sun­ken. Die Durch­schnitts­ren­di­te län­ge­rer An­lei­hen sagt viel dar­über aus, was die be­tref­fen­den Un­ter­neh­men künf­tig für Fremd­ka­pi­tal zah­len müs­sen. Das ist in­zwi­schen mehr als für jetzt fäl­lig wer­den­de Pa­pie­re. Zu­sätz­li­che Fremd­ka­pi­tal­kos­ten wer­den sich in Ver­bin­dung mit teu­re­rer kurz­fris­ti­ger Fi­nan­zie­rung, stei­gen­den Lohn- und Her­stel­lungs­kos­ten ne­ga­tiv auf die In­ves­ti­tio­nen aus­wir­ken und man­che Un­ter­neh­men in die Zah­lungs­un­fä­hig­keit trei­ben. Für all die­se Stress­in­di­ka­to­ren gilt: Sie kom­men zwar von ei­nem nied­ri­gen Aus­gangs­ni­veau, neh­men aber ste­tig zu, was bei Ri­si­ko­an­la­gen die Ner­vo­si­tät er­höht. Da­mit die als si­che­rer Ha­fen gel­ten­den US-Staats­an­lei­hen hef­ti­ger re­agie­ren, muss die vor­aus­sicht­li­che Spit­ze der US-Zin­sen neu ein­ge­schätzt wer­den, doch die End­pha­se ist ein­ge­läu­tet.

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