Wa­shing­ton gibt an Wall­s­treet den Takt an

Zwi­schen­wah­len und Fed-Ent­scheid hal­ten In­ves­to­ren auf Tr­ab. Dis­ney lie­fert ein so­li­des Re­sul­tat.

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - CG

Hart traf es ein­mal mehr Ge­ne­ral Electric (8.79 $, –8,2%). Die Va­lo­ren des einst stol­zen In­dus­trie­kon­glo­me­rats ha­ben al­lein seit An­fang Jahr über 50% ver­lo­ren und be­we­gen sich seit An­fang No­vem­ber un­ter 10 $.

Wall­s­treet blickt auf ei­ne be­weg­teWo­che zu­rück. Die ame­ri­ka­ni­schen Zwi­schen­wah­len schaf­fen neue Ver­hält­nis­se in Wa­shing­ton. Erst­mals seit acht Jah­ren ge­ben jetzt die De­mo­kra­ten im Re­prä­sen­tan­ten­haus wie­der den Ton an. Im Se­nat hin­ge­gen ha­ben die Re­pu­bli­ka­ner ih­re Mehr­heit ze­men­tiert. Mit grös­se­ren Im­pul­sen für die US-Wirt­schaft ist auf­grund die­ser Patt­si­tua­ti­on in den kom­men­den zwei Jah­ren nicht zu rech­nen.

Für In­ves­to­ren ist das nicht zwin­gend schlecht. Die Fi­nanz­märk­te lie­ben Zu­ver­läs­sig­keit und Sta­bi­li­tät, was mit der neu­en Aus­gangs­la­ge im US-Kon­gress jetzt der Fall ist. Spe­zi­ell für den Bond­markt hat das Wahl­re­sul­tat wohl po­si­ti­ve Kon­se­quen­zen. Wä­ren die Re­pu­bli­ka­ner in bei­den Kam­mern in der Kon­trol­le ge­blie­ben, hät­te die Re­gie­rung von Prä­si­dent Trump wohl ver­sucht, wei­te­re Steu­er­kür­zun­gen durch­zu­bo­xen, und hät­te da­mit die Staats­fi­nan­zen noch mehr stra­pa­ziert. Schon so be­we­gen sich die Zin­sen auf zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen mit über 3,2% auf dem höchs­ten Ni­veau seit dem Früh­ling 2011.

Ab­war­ten heisst es der­weil, was wei­te­re Straf­fungs­mass­nah­men in der Geld­po­li­tik be­trifft. Das Fe­deral Re­ser­ve hat das Ziel­band für den Leit­zins er­war­tungs­ge­mäss un­ver­än­dert auf 2 bis 2,25% be­las­sen. Die Märk­te re­agier­ten denn auch kaum auf den Ent­scheid der US-No­ten­bank. Die Wäh­rungs­hü­ter ha­ben ih­re Ein­schät­zung zur Kon­junk­tur­la­ge nur mi­nim ge­än­dert. Kei­ne Er­wäh­nung fand im Fed-State­ment auch die Kor­rek­tur an den Bör­sen vom Ok­to­ber oder die Ab­schwä­chung am Im­mo­bi­li­en­markt. Nur bei den In­ves­ti­tio­nen der Un­ter­neh­men se­hen sie ei­ne leich­te Ab­schwä­chung.

An den Fu­tures-Bör­sen in Chi­ca­go wird des­halb wei­ter­hin da­mit ge­rech­net, dass Fed-Chef Je­ro­me Po­well den Leit­zins an der nächs­ten Sit­zung von Mit­te De­zem­ber um ei­nen wei­te­ren Vier­tel­pro­zent­punkt er­hö­hen wird. Ge­mäss Ter­min­kon­trak­ten auf die Fed Funds Ra­te be­trägt die Wahr­schein­lich­keit da­für rund 75%. In­ter­es­sant wird je­doch vor al­lem, wie es nächs­tes Jahr wei­ter­geht. Po­well und sei­ne Kol­le­gen im Fed-Gre­mi­um si­gna­li­sie­ren zu­sätz­li­che drei Zins­schrit­te. Da­mit stellt sich die Fra­ge, wie die Wirt­schaft – und Prä­si­dent Trump – dar­auf re­gie­ren wer­den (vgl. Sei­te 24).

Mit Ap­plaus auf­ge­nom­men wur­den die Zah­len von Dis­ney (118.20 $, +1,8%). Der Me­di­en­rie­se aus Ka­li­for­ni­en weist für das ver­gan­ge­ne Quar­tal ei­ne Ge­winn­stei­ge­rung von mehr als 30% auf 2,3 Mrd. $ oder 1.55 $ je Ak­tie auf, was ei­ne neue Best­leis­tung ist. Da­zu bei­ge­tra­gen hat in ers­ter Li­nie das tra­di­tio­nel­le Ge­schäft mit The­men­parks und Ki­no­fil­men wie dem Kas­sen­schla­ger «In­credi­bles 2». Auch ge­win­nen In­ves­to­ren an Zu­ver­sicht, dass Dis­ney sich im Kampf mit neu­en Kon­kur­ren­ten wie Net­flix (311.07 $, –2%) oder AT&T (30.98 $, +1,6%) wa­cker schla­gen wird.

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