Sai­so­na­le Ef­fek­te be­schäf­ti­gen die Öko­no­men

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

Seit Jahr­zehn­ten un­ter­su­chen Öko­no­men sai­so­nal wie­der­keh­ren­de Mus­ter an den in­ter­na­tio­na­len Bör­sen. Da­bei hat sich ge­zeigt: Das sich zu En­de nei­gen­de Jahr scheint die Kur­se noch­mals an­zu­trei­ben. In den USA lässt sich manch­mal so­gar ei­ne «San­ta Claus Ral­ly» be­ob­ach­ten. Dann näm­lich, wenn die Ak­ti­en zwi­schen Weih­nach­ten und Neu­jahr noch­mals mar­kant zu­le­gen und den An­le­gern schö­ne Ge­win­ne be­sche­ren. Aber auch je­weils zum Mo­nats­en­de ha­ben For­scher durch­schnitt­lich hö­he­re Ren­di­ten be­ob­ach­tet.

Das wohl be­kann­tes­te Bör­sen­bon­mot «Sell in May and go away» grün­det eben­falls auf ei­nem be­ob­acht­ba­ren sai­so­na­len Ef­fekt: Die Ak­ti­en­märk­te ten­die­ren zur Jah­res­mit­te oft seit­wärts oder gar tie­fer. An der Schwei­zer Börse wa­ren die Som­mer­mo­na­te in den ver­gan­ge­nen dreis­sig Jah­ren mit Aus­nah­me des Ju­li im Durch­schnitt eben­falls schwä­cher (sie­he Gra­fik oben).

Für das Som­mer­tief wird oft die Fe­ri­en­zeit ver­ant­wort­lich ge­macht. Tat­säch­lich nimmt die Han­dels­ak­ti­vi­tät von Ju­li bis Sep­tem­ber mar­kant ab. Ei­ne Stu­die zwei­er US-Pro­fes­so­ren zeigt, dass das Vo­lu­men an ein­und­fünf­zig Ak­ti­en­märk­ten über den Som­mer im Schnitt fast 8% zu­rück­geht.

Über die Ur­sa­che für die gu­te Per­for­mance des Ak­ti­en­markts En­de Jahr wird noch spe­ku­liert. Ei­ne weit ver­brei­te­te Theo­rie be­sagt, dass An­le­ger durch Um­schich­ten in den letz­ten Wo­chen ih­re Port­fo­li­os zum 31. De­zem­ber auf­po­lie­ren und die Ge­win­ner des Jah­res nach­kau­fen. Ein sol­ches «Win­dow-Dres­sing» lässt sich aber nicht nach­wei­sen und es ist un­ter Ex­per­ten um­strit­ten.

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