Rück­schlag für Im­ple­nia

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - PM

Ak­ti­en ver­lie­ren gut 30% we­gen Wert­be­rich­ti­gun­gen.

Nicht zum ers­ten Mal in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit sorgt der Bau­kon­zern Im­ple­nia mit ei­ner Ge­winn­war­nung für ei­ne ne­ga­ti­ve Über­ra­schung. Er­neut ist das in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft mit Schwer­punkt Nor­we­gen be­trof­fen. Ge­mäss Im­ple­nia sind Wert­be­rich­ti­gun­gen von 70 bis 90 Mio. Fr. not­wen­dig. Der Kurs der Ak­tie ist am Mon­tag und Di­ens­tag ku­mu­liert mehr als 30% ein­ge­bro­chen.

Nach sei­nem Amts­an­tritt als CEO An­fang Ok­to­ber hat An­dré Wyss vom VR den Auf­trag er­hal­ten, die un­ter­neh­me­ri­schen und wirt­schaft­li­chen Ri­si­ken zu über­prü­fen. Schnell wur­de klar, dass sich die Pro­ble­me im Seg­ment International statt ent­spannt eher «ak­zen­tu­iert und be­schleu­nigt ha­ben». Das führ­te, zu­sam­men mit nied­ri­ge­ren Er­geb­nis­sen aus dem lau­fen­den Ge­schäft, zum Be­rich­ti­gungs­be­darf.

Pro­ble­me in Nor­we­gen

Die Pro­ble­me kon­zen­trie­ren sich auf Nor­we­gen. Ei­ni­ge we­ni­ge Gross­pro­jek­te ha­ben sich als not­lei­dend er­wie­sen. Hin­zu kom­men Ein­zel­pro­jek­te in Po­len und Süd­deutsch­land. Die üb­ri­gen Seg­men­te von Im­ple­nia – De­ve­lop­ment, Schweiz und In­fra­struc­tu­re – ent­wi­ckeln sich ge­mäss den Er­war­tun­gen.

Das noch im Au­gust de­fi­nier­te Ziel ei­nes Ebit von 130 Mio. Fr. für 2018 wird ver­fehlt. Es muss mit ei­nem Wert zwi­schen 40 und 60 Mio. Fr. ge­rech­net wer­den. Das Ma­nage­ment geht für 2018 je­doch von schwar­zen Zah­len aus. VRPrä­si­dent Hans­Ul­rich Meis­ter stell­te an ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz die Zah­lung ei­ner Di­vi­den­de in Aus­sicht.

Sie dürf­te al­ler­dings ge­ring aus­fal­len. Geht man von ei­nem Ebit von rund 50 Mio. Fr. und ei­nem Ge­winn von knapp 20 Mio. Fr. aus ( Vor­jahr: 35,8 Mio.), er­rech­net sich für 2018 ein Ge­winn je Ak­tie von 1 Fr. Un­ter An­nah­me ei­ner Aus­schüt­tungs­quo­te von 50% ent­sprä­che dies ei­ner Di­vi­den­de von rund 0.50 Fr. Ge­schwächt wird auch das Ei­gen­ka­pi­tal. Zum Jah­res­en­de soll­te die Quo­te im­mer­hin 20% über­tref­fen.

Mit­tel­frist­zie­le be­stä­tigt

Ver­wal­tungs­rat und Ma­nage­ment sind der­zeit dar­an, die Stra­te­gie ver­tieft zu über­prü­fen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die Er­geb­nis­se wer­den an der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz am 26. Fe­bru­ar pu­bli­ziert. Meis­ter stell­te klar, dass Im­ple­nia am in­ter­na­tio­na­len Ge­schäft fest­hal­ten wer­de, es sei für Im­ple­nia ein wich­ti­ger Pfei­ler und ber­ge et­li­ches Po­ten­zi­al.

Das Ma­nage­ment hält die Per­spek­ti­ven für Im­ple­nia ins­ge­samt nach wie vor für gut und die Märk­te für at­trak­tiv. Das Un­ter­neh­men ver­fügt über ei­nen ho­hen Auf­trags­be­stand von über 6 Mrd. Fr. Die Mit­tel­frist­zie­le ei­nes Um­sat­zes von rund 5 Mrd. Fr. so­wie ei­ner Ebit­da­Mar­ge zwi­schen 5,25 und 5,75% gel­ten wei­ter­hin.

Da die Wert­be­rich­ti­gun­gen ein­ma­li­gen Cha­rak­ter ha­ben, darf für 2019 mit ei­nem hö­he­ren Ge­winn ge­rech­net wer­den. «Fi­nanz und Wirt­schaft» er­war­tet rund 4 Fr. je Ak­tie. Auf­grund des Kurs­stur­zes und der für 2019 er­war­te­ten Er­ho­lung des Ge­winns sind Im­ple­nia mit ei­nem Kurs­Ge­winn­Ver­hält­nis von gut 9 nied­rig be­wer­tet. Von En­ga­ge­ments ist der­zeit den­noch ab­zu­ra­ten.

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