Im Ge­spräch mit ja­pa­ni­schen Kauf­in­ter­es­sen­ten?

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - FRI,

Kom­men po­ten­zi­el­le Käu­fer aus Asi­en, sind die Chan­cen gross, dass sie in Ja­pan zu­hau­se sind. Ein mög­li­cher In­ter­es­sent, Mitsu­bi­shi Electric, er­klär­te zwar ge­gen­über FuW, ABB ha­be um kein Ver­kaufs­ge­spräch ge­be­ten. Trotz­dem kommt der Kon­zern als Käu­fer durch­aus in Fra­ge. Die oft un­ter­schätz­te Grup­pe ver­fügt über ge­nü­gend Fi­nanz­kraft für ei­ne Be­tei­li­gung am ABB-Strom­netz­ge­schäft. Al­ler­dings ist Mitsu­bi­shi bis­her mit gros­sen Aus­lands­zu­käu­fen nicht auf­ge­fal­len und be­vor­zugt or­ga­ni­sches Wachs­tum. Zu den Pro­duk­ten der Ener­gie- und Elek­tro­s­par­te ge­hö­ren Trans­for­ma­to­ren, Steu­er­ge­rä­te und an­de­re Netz­kom­po­nen­ten. Die­ser Ge­schäfts­be­reich setz­te zu­letzt 1,2 Bio. Yen (10,5 Mrd. Fr.) um, rund ein Vier­tel der Kon­zern­ein­nah­men, wo­bei die ei­gent­li­che Strom­über­tra­gung bis­her ein eher klei­nes Feld ist. De­ren Schwer­punk­te lie­gen im Kraft­werks­be­reich und im Ener­gie­ma­nage­ment, dar­un­ter in­tel­li­gen­te Net­ze (Smart Grids) für Strom aus er­neu­er­ba­ren Qu­el­len. So wur­de Mitsu­bi­shi ver­gan­ge­ne Wo­che mit der Steue­rung des welt­gröss­ten Ener­gie­spei­chers in Hok­kai­do be­auf­tragt, da­mit sich künf­ti­ge Off­s­hore-Wind­kraft­parks in das Netz in­te­grie­ren las­sen. Ein Ein­stieg von Mitsu­bi­shi bei ABB er­gä­be vor al­lem Sinn, wenn die Ja­pa­ner da­durch mehr Kom­po­nen­ten ver­kau­fen könn­ten. Doch die­ses Ge­schäft deckt ABB selbst ab.

Hit­a­chi als zwei­ter Kan­di­dat un­ter­hält in Ja­pan seit 2015 ein Jo­int Ven­ture mit ABB im Strom­be­reich. Da­bei geht es um Hoch­span­nungs-Gleich­strom-Sys­te­me, mit de­nen sich ab­ge­le­ge­ne So­lar­kraft­wer­ke und Wind- parks auf dem Meer ef­fi­zi­ent an­schlies­sen und die Schwan­kun­gen bei der Ein­spei­sung bes­ser kon­trol­lie­ren las­sen. Hit­a­chi hält 51% und ABB 49% der An­tei­le. Die Schwei­zer lie­fern die tech­ni­schen Kom­po­nen­ten und das Know-how. Hit­a­chi über­nimmt die In­stal­la­ti­on und die War­tung. Das Ge­schäft um Kraft­wer­ke und Strom­über­tra­gung ist ein Pfei­ler der Wachs­tums­stra­te­gie von Hit­a­chi. Bin­nen drei Jah­ren sol­len die Ein­nah­men um 60% auf 120 Mrd. Yen (1 Mrd. Fr.) wach­sen. Da­her wä­re ein Zu­sam­men­ge­hen mit ABB in­ter­es­sant für die Ja­pa­ner. Ei­ner­seits gilt Hit­a­chi als vor­sich­tig, seit­dem man durch die Fi­nanz­kri­se in Schief­la­ge ge­riet. Das spricht eher für ei­ne Min­der­heits­be­tei­li­gung. An­de­rer­seits liegt die Mar­ge der ABBSpar­te mehr als zwei Punk­te über dem Kon­zern­schnitt von 7,6% (2017). Bei ei­nem Um­satz von 9,4 Bio. Yen (82,2 Mrd. Fr.) ist Hit­a­chi un­ge­fähr dop­pelt so gross wie Mitsu­bi­shi Electric und könn­te ei­nen Zu­kauf pro­blem­los stem­men. Der Um­fang der Über­schnei­dun­gen bei Strom­netz­kom­po­nen­ten wie Trans­for­ma­to­ren ist schwer ein­zu­schät­zen. Tech­no­lo­gisch wä­re für Hit­a­chi vor al­lem die ABB-ei­ge­ne Tech­no­lo­gie für Hoch­span­nungs­gleich­strom in­ter­es­sant.

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