Glen­co­re be­ginnt den Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel

CEO Ivan Gla­sen­berg will sich in drei bis fünf Jah­ren zu­rück­zie­hen.

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MAR­TIN GOLL­MER

An­läss­lich ei­nes Up­date für In­ves­to­ren hat Glen­co­re ei­nen Um­bau des Top­Ma­nage­ments be­kannt­ge­ge­ben. Ivan Gla­sen­berg, der CEO des glo­bal ak­ti­ven Schwei­zer Roh­stoff­kon­zerns mit Ko­tie­rung in Lon­don, sag­te gleich­zei­tig, er wer­de sich mit­tel­fris­tig von sei­nem Pos­ten zu­rück­zie­hen, um ei­ner jün­ge­ren Kraft Platz zu ma­chen. Glen­co­re prä­zi­sier­te zu­dem die Gui­dance für den Be­triebs­ge­winn (Ebit) aus dem Han­dels­ge­schäft.

Noch nie hat Gla­sen­berg, der im Ja­nu­ar 62 Jah­re alt wird, so aus­führ­lich über sei­ne per­sön­li­che Zu­kunft ge­re­det. Am Mon­tag tat er es an ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz mit Ana­lys­ten und Jour­na­lis­ten. Er sag­te da­bei, er wer­de in den nächs­ten drei bis fünf Jah­ren sei­nen Pos­ten als CEO von Glen­co­re auf­ge­ben. Sei­ne Nach­fol­ge sol­le ei­ne Per­son an­tre­ten, die so sei wie er, aber deut­lich jün­ger – näm­lich et­wa 45 Jah­re alt. Er ha­be drei bis vier Leu­te im Au­ge, die sein Amt über­neh­men könn­ten. Ei­ne Frau sei aber zur­zeit nicht da­bei. Na­men nann­te Gla­sen­berg nicht.

Kup­fer­kö­nig geht

Die zweit­wich­tigs­te Per­so­na­lie war am Mon­tag die von Aris­to­te­lis Mis­ta­ki­dis. Der 56­jäh­ri­ge Grie­che hat­te vor ei­ni­ger Zeit schon die Lei­tung des Kup­fer­berg­baus ab­ge­ge­ben. Jetzt tritt er auch noch als Chef des Kup­fer­han­dels zu­rück. Der end­gül­ti­ge Ab­gang des Kup­fer­kö­nigs von Glen­co­re dürf­te nicht ganz frei­wil­lig sein. Er steht un­ter Druck, nach­dem ame­ri­ka­ni­sche und ka­na­di­sche Jus­tiz­ und Re­gu­lie­rungs­be­hör­den Un­ter­su­chun­gen we­gen Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten in von Mis­ta­ki­dis be­auf­sich­tig­ten Mi­nen­be­trie­ben in der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go ge­star­tet hat­ten. Mis­ta­ki­dis’ Rück­zug dürf­te der Ver­such sein, ei­nen Schluss­strich un­ter die­se Af­fä­ren zu zie­hen und ei­nen Neu­an­fang zu ma­chen.

Mis­ta­ki­dis ge­hört wie Gla­sen­berg zum il­lus­tren Kreis von Glen­co­re­Ma­na­gern, die durch den Bör­sen­gang des Roh­stoff­kon­zerns im Jahr 2011 reich ge­wor­den sind. Mis­ta­ki­dis hält ge­gen­wär­tig 3,2% der Ak­ti­en des Un­ter­neh­mens; er ist da­mit der sechst­gröss­te An­teil­ha­ber. Gla­sen­berg ist der zweit­wich­tigs­te Ak­tio­när mit ei­ner Be­tei­li­gung von 8,6%.

Mis­ta­ki­dis’ Nach­fol­ger als Chef des Kup­fer­han­dels wird Ni­co Pa­ras­ke­vas. Dem Han­del mit Fer­ro­le­gie­run­gen wer­den neu Ja­son Kluk und Ruan Van Schalk­wyk vor­ste­hen. Neu ge­schaf­fen wird die Stel­le ei­nes Berg­bau­chefs. Auf die­sen Pos­ten wur­de Pe­ter Frey­berg be­ru­fen; er wird da­mit al­le in­dus­tri­el­len Ab­bau­ak­ti­vi­tä­ten von Glen­co­re lei­ten. Auf der Ebe­ne dar­un­ter führt Ga­ry Nag­le neu den Koh­le­berg­bau und Ja­pie Ful­lard die Pro­duk­ti­on von Fer­ro­le­gie­run­gen. Gla­sen­berg liess of­fen, ob un­ter die­sen Neu­er­nen­nun­gen sein Nach­fol­ger zu su­chen sei. Er sag­te nur, nicht al­le sei­ner drei bis vier Kan­di­da­ten wür­den ge­gen­wär­tig Ge­schäfts­be­rei­che von Glen­co­re füh­ren.

Gui­dance prä­zi­siert

Zu­sam­men mit dem Ma­nage­men­tumbau gab Glen­co­re auch noch Prä­zi­sie­run­gen zur Ebit­Gui­dance be­kannt. Er­war­tet wird aus dem Han­dels­ge­schäft für 2018 ein Be­triebs­ge­winn von 2,7 Mrd. $. Das ist die Mit­te der Lang­frist­span­ne von 2,2 bis 3,2 Mrd. $. Zu­vor hat­te Glen­co­re ei­nen Wert in der obe­ren Hälf­te die­ses Be­reichs an­ge­peilt. 2019 soll der glei­che Be­trag wie 2018 zu­sam­men­kom­men.

Bei der Ver­wen­dung des frei­en Cash­flows – er­war­tet wer­den 7,5 Mrd. $ im Jahr 2019 – will Glen­co­re den bis­he­ri­gen Kurs bei­be­hal­ten. Ne­ben der Ba­sis­di­vi­den­de sol­len die Mit­tel auch 2019 prio­ri­tär für den Schul­den­ab­bau und Ak­ti­en­rück­käu­fe ver­wen­det wer­den.

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