Ri­che­mont und ABB

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

Für mich ist nicht nur wich­tig, in wel­che Rich­tung sich die Kur­se be­we­gen. Noch mehr bin ich dar­an in­ter­es­siert, wel­che Kräf­te hin­ter ei­ner Kurs­be­we­gung ste­cken.

Zu­erst ein­mal Hand aufs Herz: Wenn das Ta­ges­ge­schäft bzw. dies­be­züg­li­che Mel­dun­gen wich­tig wä­ren, gä­be es kei­ne Trends. Ge­nau­so zu­fäl­lig und un­er­war­tet wie die Mel­dun­gen wä­re nach die­ser Lo­gik auch der Kurs­ver­lauf. Of­fen­sicht­lich folgt er aber ei­ner ge­wis­sen Ord­nung.

Auf­wärts­po­ten­zi­al

Die­sen Som­mer schloss die Ak­tie von Ri­che­mont ei­ne län­ge­re, im Som­mer 2016 ge­star­te­te Trend­pha­se ab. Mit blos­sem Au­ge ist im Chart zu er­ken­nen, dass die­ser Auf­wärts­trend im Herbst 2017 sein höchs­tes Mo­men­tum er­reicht hat­te und die­ses nach der bis März 2018 an­hal­ten­den Kor­rek­tur suk­zes­si­ve schwand. Der Trend zeig­te ein­ deu­ti­ge Sät­ti­gungs­an­zei­chen. So­lan­ge die Ak­tie noch neue Hochs schreibt und der Sta­tus quo po­si­tiv ist, in­ter­es­siert das aber die we­nigs­ten.

Im Mo­ment ist der Cha­rak­ter der Ab­wärts­be­we­gung noch nicht zu­ver­läs­sig ge­nug zu be­stim­men. Um ei­ne län­ger­fris­ti­ge Pro­jek­ti­on zu er­stel­len, müss­te man mehr wis­sen. Zur­zeit ist aber im­mer­hin zu er­ken­nen, dass die­se Ab­wärts­be­we­gung Er­schöp­fungs­an­zei­chen auf­weist. Selbst un­ter der An­nah­me, dass die­se neu­es­te Ent­wick­lung nur in ei­ne mit­tel­fris­ti­ge Er­ho­lung Rich­tung 80/82 Fr. mün­det, er­gibt sich dar­aus ein Be­we­gungs­po­ten­zi­al von über 20%. Als Ent­schei­dungs­hil­fe wird dies den meis­ten In­ves­to­ren wohl schon ge­nü­gen.

ABB na­he am Tal­grund

Die Ak­tie von ABB bil­de­te in den letz­ten elf Mo­na­ten ein ty­pi­sches Kor­rek­tur­for­mat aus. Die Kor­rek­tur ist mit ho­her Wahr­schein­lich­keit fast, aber noch nicht ganz zu En­de. Es fehlt noch ein klei­nes Stück. Cha­rak­te­ris­tisch sind die bei­den gros­sen, schub­ar­ti­gen Be­we­gun­gen von Mit­te Ja­nu­ar bis An­fang April und von En­de Sep­tem­ber bis heu­te. Ty­pisch ist auch, wie die bei­den Be­we­gun­gen von ei­ner zwi­schen­zeit­li­chen, flag­gen­för­mi­gen Kon­so­li­die­rung un­ter­bro­chen wer­den. Wer die­ses Mus­ter kennt, wird im Som­mer der Ver­lo­ckung wi­der­stan­den ha­ben, auf schein­bar tie­fen Kur­sen ein­zu­stei­gen. Die im Sep­tem­ber ge­star­te­te zwei­te Ab­wärts­wel­le wird nun wie­der­um von ei­ner sol­chen klei­ne­ren Struk­tur durch­zo­gen – ei­ner Ite­ra­ti­on.

Im Eis­ho­ckey stün­de ABB be­züg­lich der noch lau­fen­den, mit­tel­fris­ti­gen Kor­rek­tur wohl schon in der zwei­ten Hälf­te des letz­ten Spiel­drit­tels. Das fest­zu­hal­ten, ist aus Risk­Re­war­dÜber­le­gun­gen wich­tig: Es lohnt sich nicht mehr, auf ei­nen Fort­be­stand die­ser Kor­rek­tur zu set­zen. Für die nächs­ten Wo­chen ist noch mit ei­nem Tief bei 19.00/18.50 Fr. zu rech­nen.

Aus ge­samt­heit­li­cher Über­le­gung ist dies je­doch nur noch ei­ne (kurz­fris­ti­ge) Rand­no­tiz.

Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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