Sor­gen um Wirt­schaft be­las­ten Wall­s­treet

Die Zins­kur­ve ist seit 2007 erst­mals in­vers. App­le, Mi­cro­soft und Ama­zon lie­fern sich Drei­kampf.

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - ML

Die Freu­de währ­te nur kurz. Ei­nen Tag, um genau zu sein. Nach­dem US-Prä­si­dent Do­nald Trump ei­ne Ei­ni­gung im Han­dels­streit mit Chi­na in Aus­sicht ge­stellt hat­te, stie­gen die Ak­ti­en­märk­te in den USA am Mon­tag auf brei­ter Front. Der Dow Jo­nes

In­dus­tri­al avan­cier­te 1,1% auf 25 826,43, der markt­brei­te S&P 500 stieg 1,1% auf 2790,37 und der tech­no­lo­gie­las­ti­ge Nas­daq Com

po­si­te klet­ter­te 1,5% auf 7441,51. Am Di­ens­tag zeig­ten die Kur­scharts aber wie­der nach un­ten. Be­reits nach we­ni­gen Han­dels­stun­den hat­ten die In­di­zes mehr als die ge­sam­ten Ge­win­ne de­s­Vor­ta­ges ein­ge­büsst. Nach ei­ner star- ken Ent­wick­lung in der Wo­che zu­vor kön­nen die In­di­zes im lau­fen­den Jahr aber wei­ter­hin ei­ne po­si­ti­ve Per­for­mance aus­wei­sen. Zu den Un­si­cher­hei­ten und Wi­der­sprüch­lich­kei­ten um die mög­li­che Ei­ni­gung im Han­dels­streit ge­sell­ten sich am Di­ens­tag Sor­gen we­gen ei­ner sich mög­li­cher­wei­se an­kün­di­gen­den Re­zes­si­on. Zum ers­ten Mal seit 2007 war die Zins­kur­ve der US-Staats­an­lei­hen in­vers.

Die Ren­di­te der fünf­jäh­ri­gen Tre­a­su­ries sank am Mon­tag un­ter die­je­ni­ge der drei­jäh­ri­gen und kur­ze Zeit spä­ter auch un­ter die­je­ni­ge der zwei­jäh­ri­gen US-Staats­an­lei­hen. Ei­ne in­ver­se Zins­kur­ve gilt als zu­ver­läs­si­ger In­di­ka­tor für ei­ne be­vor­ste­hen­de Re­zes­si­on. Am meis­ten Be­ach­tung er­hält dies­be­züg­lich die Steil­heit der Kur­ve zwi­schen den zwei­jäh­ri­gen und den zehn­jäh­ri­gen Tre­a­su­ries. Die­se Dif­fe­renz be­trug am Di­ens­tag­vor­mit­tag gera­de noch 12 Ba­sis­punk­te. So ge­ring war die Dif­fe­renz zu­letzt 2007. Die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Tre­a­su­ries sank auf 2,94% und fiel zum ers­ten Mal in drei Mo­na­ten un­ter 3%. An­fang No­vem­ber be­trug die Ren­di­te noch 3,24%.

Markt­teil­neh­mer se­hen in der fla­chen Zins­kur­ve ein Zei­chen, dass die ame­ri­ka­ni­sche Zen­tral­bank mit der Er­hö­hung des Leit­zin­ses bald am En­de an­ge­langt ist. Die nächs­te Sit­zung des Of­fen­markt­aus­schus­ses des Fe­deral Re­ser­ve fin­det am 18. und 19. De­zem­ber statt. Ei­ne Straf­fung um 25 Ba­sis­punk­te gilt als si­cher. We­ni­ger klar ist hin­ge­gen die Ent­wick­lung im nächs­ten Jahr.

Ei­nen span­nen­den Drei­kampf lie­fern sich Mi­cro­soft (111.94 $ Er­öff­nungs­kurs am Di­ens­tag, +4,5% im Wo­chen­ver­gleich), App­le (180.95 $, +3,9%) und Ama­zon (1759 $, +11%) um den Ti­tel des gröss­ten Un­ter­neh­mens. Wäh­rend Jah­ren war App­le die un­an­ge­foch­te­ne Num­mer eins. Im Ok­to­ber er­reich­te der iPho­ne-Her­stel­ler ei­nen Un­ter­neh­mens­wert von 1,1 Bio. $. Doch seit­her ent­täusch­te das Un­ter­neh­men mit den Ver­kaufs­zah­len zur letz­ten Ver­si­on des iPho­nes. Der Ak­ti­en­kurs ge­riet un­ter Druck. Am Di­ens­tag folg­te zu­dem noch ei­ne Her­ab­stu­fung der Emp­feh­lung von HSBC auf neu­tral. An­ders Mi­cro­soft: Das Soft­ware­un­ter­neh­men hielt sich deut­lich bes­ser und über­hol­te En­de No­vem­ber App­le. Dank ei­ner star­ken Per­for­mance mischt nun auch Ama­zon an der Spit­ze des Ren­nens um das gröss­te Un­ter­neh­men mit. Am Di­ens­tag­mit­tag hielt Mi­cro­soft mit 857,2 Mrd. $ den Spit­zen­platz in­ne. Knapp da­hin­ter folg­ten App­le mit 857,1 und Ama­zon mit 854,2 Mrd. $.

Ei­nen schlech­ten Tag er­wisch­te Dol­lar Ge­ne­ral (105.55 $, −1,9%). Der Ein­zel­händ­ler büss­te am Di­ens­tag­vor­mit­tag 6,5% ein. Die Prä­sen­ta­ti­on der Quar­tals­zah­len ent­täusch­te die An­le­ger. Zwar über­traf das Un­ter­neh­men die Er­war­tun­gen der Ana­lys­ten, doch re­du­zier­te es den Ge­winn­aus­blick für das Ge­samt­jahr. Bes­ser er­ging es Au­to­zo­ne (867.10 $, +3,8%). Das Un­ter­neh­men über­traf die Er­war­tun­gen der Ana­lys­ten. Der Ge­winn je Ak­tie be­trug 13.47 $, ge­rech­net hat­ten die Au­gu­ren hin­ge­gen nur mit 12.22 $ je Ak­tie. Der Um­satz be­trug 2,6 Mrd. $. Die Ti­tel stie­gen am Vor­mit­tag 6,6%.

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