Die güns­tigs­ten Geld­ver­wal­ter

Vie­le Ban­ken ver­lan­gen sat­te As­set-Ma­nage­ment-Ge­büh­ren, was die Ren­di­te deut­lich schmä­lert. Die Trans­pa­renz am Markt ist zu­dem ge­ring. Ein Ver­gleich von aus­ge­wähl­ten An­ge­bo­ten zeigt das Spar­po­ten­zi­al für An­le­ger.

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - PAS­CAL MEISSER

Kaum ei­ne an­de­re Bank­dienst­leis­tung ist so in­trans­pa­rent wie die Ver­mö­gens­ver­wal­tung. We­gen der Ver­knüp­fung von Ge­büh­ren mit un­ter­schied­lichs­ten Fak­to­ren ist ein ab­schlies­sen­der Ver­gleich kaum mög­lich. Zu­dem ma­chen ver­schie­de­ne Fi­nanz­in­sti­tu­te ih­re Kon­di­tio­nen nicht pu­blik, son­dern of­fe­rie­ren sie po­ten­zi­el­len Kun­den nur bei ei­nem Tref­fen.

Zu den er­freu­li­chen Aus­nah­men in der Ban­ken­welt ge­hört die Spar­kas­se Schwyz, die mit ei­ner Bi­lanz­sum­me von 2 Mrd. Fr. zu den Leicht­ge­wich­ten der Bran­che zählt. Den­noch zeigt sie, wie man so­wohl mit pas­si­ven ETF-In­stru­men­ten als auch mit An­la­ge­fonds sein Ver­mö­gen zu at­trak­ti­ven Kon­di­tio­nen ver­wal­ten las­sen kann. Dies er­gibt ei­ne Ana­ly­se, die der On­li­ne-Ver­gleichs­dienst Mo­ney­land.ch für «Fi­nanz und Wirt­schaft» durch­ge­führt hat. Auch bei ei­ni­gen an­de­ren In­sti­tu­ten kos­tet die Geld­ver­wal­tung über­durch­schnitt­lich we­nig. Un­ter die Lu­pe ge­nom­men wur­den auch die noch eher jun­gen di­gi­ta­len An­bie­ter. bei die­sen Ro­bo Ad­vi­sors gibt es eben­falls er­heb­li­che Ge­büh­ren­un­ter­schie­de. Zu den preis­lich at­trak­tivs­ten Ro­bo Ad­vi­sors ge­hört Pio­nier True­wealth.

Der Preis­ver­gleich bei den Ver­mö­gens­ver­wal­tern ist die fünf­te und letz­te Fol­ge der Ar­ti­kel­se­rie «Fi­nanz-Check». In den letz­ten Wo­chen wur­den die Ge­büh­ren für ver­schie­de­ne oft ge­nutz­te Bank­dienst­leis­tun­gen ver­gli­chen.

An­di Auf­stre­bend kann sich glück­lich schät­zen. Sein Ver­mö­gen von 50 000 Fr. ist zu ge­ring, um es von ei­ner Pri­vat­bank ver­wal­ten zu las­sen. Er wählt des­halb ei­nen Ro­bo-Ad­vi­sor, der sein Geld auf­grund sei­ner Ri­si­ko­nei­gung kos­ten­güns­tig in pas­si­ve Fonds an­legt. Glück­lich des­halb, weil sich die An­ge­bo­te sol­cher di­gi­ta­len Ver­mö­gens­ver­wal­ter ein­fach und trans­pa­rent ver­glei­chen las­sen.

Deut­lich schwie­ri­ger ist es für Ri­ta Red­lich und Sieg­ried Si­cher, ei­nen kos­ten­güns­ti­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ter zu su­chen. Ih­re Ver­mö­gen – 0,5 resp. 1,5 Mio. Fr. - möch­ten sie von ei­ner her­kömm­li­chen Bank ver­wal­ten las­sen. Zahl­rei­che In­sti­tu­te ma­chen ih­re Kon­di­tio­nen aber nicht öf­fent­lich, was ei­nen Ver­gleich er­schwert.

Die­se In­trans­pa­renz ver­un­mög­licht auch im Rah­men des «Fi­nanz-Checks» ei­nen um­fas­sen­den Ver­gleich der Ver­mö­gens­ver­wal­ter. Die fünf­te und letz­te Fol­ge der Se­rie, die in Ko­ope­ra­ti­on mit dem On­li­ne-Ver­gleichs­dienst Mo­ney­land.ch er­stellt wur­de, zeigt ei­ne Aus­wahl von An­ge­bo­ten. Sie zei­gen, in wel­chem Aus­mass die Ge­büh­ren von Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­man­da­ten dif­fe­rie­ren kön­nen. Es emp­fiehlt sich ein in­di­vi­du­el­ler Ver­gleich.

Güns­ti­ge Ro­bo-Ad­vi­sors

Bei den di­gi­ta­len Ver­mö­gens­ver­wal­tern be­we­gen sich die Ge­büh­ren der meis­ten An­bie­ter in ei­nem en­gen Rah­men. Das liegt dar­an, dass die Pau­schal­ge­büh­ren, die pro­zen­tu­al zum ver­wal­te­ten Ver­mö­gen er­ho­ben wer­den, sich un­we­sent­lich un­ter­schei­den. Zu den kos­ten­güns­tigs­ten An­bie­tern in die­sem Be­reich ge­hö­ren Ro­bo-Ad­vi­sor-Pio­nier True We­alth, der Ver­si­che­rer El­via und der In­vest­o­mat der Glar­ner Kan­to­nal­bank. Aus­führ­li­che Ta­bel­len mit der Auf­lis­tung al­ler Ge­büh­ren der ver­gli­che­nen Ro­bo-Ad­vi­sor und Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­man­da­ten sind on­li­ne un­ter www.fuw.ch/081218-9 zu fin­den.

Ho­he Dif­fe­ren­zen bei Ban­ken

Er­heb­li­che Ge­büh­ren­un­ter­schie­de fin­den sich haupt­säch­lich bei den Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­man­da­ten. So­wohl Ri­ta Red­lich als auch Sieg­fried Si­cher könn­ten mehr als die Hälf­te der Kos­ten ein­spa­ren, wenn sie vom teu­ers­ten zum güns­tigs­ten An­ge­bot wech­seln wür­den. Bei bei­den liegt die Spar­kas­se Schwyz mit ih­rem ETFMan­dat vorn. Auf der an­de­ren Sei­te des Spek­trums ran­gie­ren bei Ri­ta Red­lich UBS Ma­na­ged Ad­van­ce (Ge­büh­ren 8250 Fr.) und bei Sieg­fried Si­cher Raiff­ei­sen mit dem Clas­sic Port­fo­lio (21 000 Fr.).

«Die Kos­ten sind das wich­tigs­te Ent­schei­dungs­kri­te­ri­um bei der Wahl der rich­ti­gen Ver­mö­gens­ver­wal­tung», sagt Mo­ney­land-Ge­schäfts­füh­rer Ben­ja­min Manz. Denn ge­ra­de ho­he Ge­büh­ren wür­den die zu­künf­ti­gen Ren­di­ten im­mer ne­ga­tiv be­ein­flus­sen. «Es ver­wun­dert des­halb nicht, dass vor al­lem Pri­vat­ban­ken ih­re Kon­di­tio­nen oft nur auf An­fra­ge be­kannt­ge­ben», sagt Manz. In der Re­gel lä­gen die Ge­büh­ren der Pri­vat­ban­ken hö­her als je­ne von Re­tail­ban­ken.

Wo wei­te­re Kos­ten lau­ern

Ein oft­mals un­ter­schätz­ter Kos­ten­trei­ber sind die Ge­büh­ren für die ein­ge­setz­ten Pro­duk­te. Wäh­rend die­se bei ETF-Man­da­ten oder Ro­bo-Ad­vi­sors bei­na­he ver­nach­läs­sig­bar sind, kön­nen Pro­dukt­kos­ten beim Ein­satz von teu­ren, ak­tiv ge­ma­nag­ten An­la­ge­fonds deut­lich zu Bu­che schla­gen. «Dies ist be­son­ders frag­wür­dig, denn so zah­len die Kun­den dop­pelt für die Ver­wal­tung ih­rer Ver­mö­gen», so Manz.

Da­ne­ben kön­nen Ban­ken ih­ren ver­mö­gen­den Kun­den ei­ne gan­ze Rei­he von wei­te­ren Ab­ga­ben be­las­ten, et­wa De­pot­ge­büh­ren, Kon­to­füh­rungs­ge­büh­ren (et­wa bei Fremd­wäh­rungs­kon­ten), oder Wech­sel­kurs­ge­büh­ren beim Kauf von An­la­gen ausserhalb des Fran­kens. Sol­che Kos­ten sind im Ver­gleich nicht ab­ge­bil­det, da de­ren Hö­he stark von der Ak­ti­vi­tät bei der Ver­wal­tung des Ver­mö­gens ab­hängt.

Um an ein mög­lichst at­trak­ti­ves An­ge­bot zu kom­men, rät Manz, sich vor dem Ge­spräch mit dem Kun­den­be­ra­ter gut zu in­for­mie­ren und meh­re­re Of­fer­ten ein­zu­ho­len. Sind grös­se­re Ver­mö­gen vor­han­den, kön­nen die Ge­büh­ren bei Ban­ken oft nach un­ten ge­han­delt wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.