«Ma­schi­nen, bes­ser als der Mensch»

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE -

Künst­li­che In­tel­li­genz (KI): Was ist das ei­gent­lich? Zeugt es schon von ei­ner Cle­ver­ness der Ma­schi­ne, wenn sie wie ein Ama­zonEcho- oder ein Goog­le-Ho­me-Laut­spre­cher auf ein­fa­che Fra­gen ant­wor­tet? Oder ist es in­tel­li­gent, wenn der Rech­ner das Au­to si­cher durch die Stras­sen steu­ert? Feiyu Xu hat ei­ne eben­so ein­fa­che wie um­fas­sen­de Er­klä­rung des Mo­de­be­griffs: «Künst­li­che In­tel­li­genz er­mäch­tig Com­pu­ter, so zu han­deln wie Men­schen.» Die For­sche­rin mit deut­schem Pass – ge­bo­ren in Chi­na, ein Vier­tel­jahr­hun­dert im Wes­ten und nun zu­rück in ih­rem Ge­burts­land – ver­ant­wor­tet seit kur­zem die KI-Be­mü­hun­gen von Le­no­vo.

Das Feld liegt weit in der Zu­kunft, Le­no­vo hat erst ei­ni­ge Pi­lot­pro­jek­te, aber noch kei­ne KI-Ge­schäfts­fel­der. Doch Feiyu ver­weist auf die neun­zehn Pa­ten­te, die den Chi­ne­sen in dem Feld ge­währt wur­den. Da­mit kommt Le­no­vo un­ter die Top zwan­zig welt­weit in Sa­chen KI, in Chi­na un­ter die Top drei. Feiyu hat lan­ge am Deut­schen For­schungs­zen­trum für Künst­li­che In­tel­li­genz in Ber­lin ge­ar­bei­tet, ihr Spe­zi­al­ge­biet war Sprach­tech­no­lo­gie.

Le­no­vo-CEO Yang Yuan­qing hat vor­ge­ge­ben, dass die Pro­duk­te smar­ter wer­den müs­sen. Es ge­be den Mensch­heits­traum, ei­ne Ma­schi­ne zu er­schaf­fen, bes­ser als der Mensch, er­klärt Feiyu. KI kön­ne hel­fen, ste­he aber noch am An­fang – eben­so wie ethi­sche Fra­gen rund um das Feld. Le­no­vo selbst hat noch kei­ne ethi­schen Richt­li­ni­en, was KI an­geht. Bei wel­chen Vor­ha­ben et­wa darf der Kon­zern die Re­gie­rung un­ter­stüt­zen? Im tech­nik­be­geis­ter­ten Chi­na, in dem TechGe­rä­te viel­fach zur Über­wa­chung, Kon­trol­le und Mass­re­ge­lung ein­ge­setzt wer­den, ein heik­les Feld. Feiyu sagt: «Das ist ei­ne Her­aus­for­de­rung für die gan­ze Ge­sell­schaft.»

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