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De­fen­si­ve Stär­ken sind an den Ak­ti­en­märk­ten der­zeit ge­fragt. Das schiebt ei­ne lan­ge schlecht be­ach­te­te Bran­che in den Vor­der­grund, die Nah­rungs­mit­tel­her­stel­ler. In ei­ner gu­ten Aus­gangs­la­ge sind agi­le und wachsstums­star­ke Ni­schen­play­er. Da­zu zählt der Pro­te­in­spe­zia­list Gl­an­bia (Irish Stock Ex­ch­an­ge: GLB, 16.52 €; Bör­sen­wert 4,9 Mrd. €). Das iri­sche Un­ter­neh­men legt den Fo­kus auf Er­gän­zungs­nah­rung und leis­tungs­stei­gern­de Nah­rung auf Pro­te­in­ba­sis. Das Ge­schäft mit Kä­se spielt seit der Aus­glie­de­rung 2017 ei­ne klei­ne­re Rol­le. Wich­tigs­te Roh­stof­fe sind Milch, Mol­ke und Ge­trei­de.

Ei­ne Stär­ke in Gl­an­bi­as An­ge­bot ist die Sport­ler­nah­rung mit Mol­ke­pro­te­inen, die im Nah­rungs­mit­tel­sek­tor zu den rasch wach­sen­den Seg­men­ten zählt. Der Wett­be­werb ist zwar hart, doch hat Gl­an­bia ei­ne gu­te Po­si­ti­on mit ein­ge­führ­ten Mar­ken wie der von Kraft­sport­lern ge­schätz­ten BSN (Bio­En­gi­nee­red Supple­ments and Nu­tri­ti­on).

Ex­pan­si­ve Stra­te­gie

Gl­an­bia folgt ei­ner Wachs­tums­stra­te­gie, in der auch Ak­qui­si­tio­nen Platz ha­ben. Die 2017 über­nom­me­nen Mar­ken Ama­zing Grass und Bo­dy & Fit brach­ten gut 8% zu­sätz­li­chen Umsatz. Im Ok­to­ber er­warb die Ge­sell­schaft die im Ge­wichts­ma­nage­ment tä­ti­ge Slim Fast aus den USA, be­kannt für ih­re Diät­drinks. Der Neu­zu­gang im Port­fo­lio er­ar­bei­te­te im letz­ten Jahr 212 Mio. $ Umsatz, schrieb aber we­gen Son­der­ef­fek­ten ei­nen Ver­lust. Gl­an­bi­as Umsatz wächst da­durch auf ge­gen 2,6 Mrd. €. CEO Si­ob­hán Tal­bot hob bei der An­kün­di­gung der Trans­ak­ti­on her­vor, dass sie die An­ge­bots­pa­let­te Gl­an­bi­as bes­tens er­gän­ze.

Der mit Bank­kre­di­ten fi­nan­zier­te Kauf­preis lag bei 350 Mio. $ re­spek­ti­ve gut dem An­dert­halb­fa­chen des Um­sat­zes. Slim Fast soll be­reits im kom­men­den Jahr den ers­ten Ge­winn­bei­trag leis­ten. Ana­lys­ten von Jef­fe­ries schät­zen ihn auf jähr­lich 2% Ge­winn­wachs­tum. Sie se­hen im Deal Vor­tei­le durch die neu­en Ver­triebs­ka­nä­le in den USA, wo Slim Fast mehr als 80% des Um­sat­zes macht.

Dol­lar­ri­si­ko

In­zwi­schen ist Gl­an­bia welt­weit in 32 Län­dern mit ei­ge­nen Ver­triebs­or­ga­ni­sa­tio­nen ak­tiv, das sind dop­pelt so vie­le wie vor fünf Jah­ren. Die Pro­duk­te wer­den in mehr als 130 Län­dern ver­kauft. Ein Gross­teil des Ge­schäfts wird in Dol­lar ab­ge­wi­ckelt, was das Er­trags­wachs­tum im lau­fen­den Jahr schmä­lern wird. Gl­an­bia er­war­tet ei­nen ein­ma­li­gen Brems­ef­fekt von 5 Pro­zent­punk­ten. Für die Ge­winn­stei­ge­rung oh­ne Wäh­rungs­ein­fluss gilt nach wie vor ei­ne Band­brei­te von plus 5 bis 8%. Nach neun Mo­na­ten hat­te das Un­ter­neh­men ein Vo­lu­men­wachs­tum von 6,7% ge­mel­det.

Ana­lys­ten trau­en Gl­an­bia in den nächs­ten bei­den Jah­ren je­weils rund 10% Ge­winn­wachs­tum zu. Für 2019 sind die Ak­ti­en mit ei­nem Kurs­Ge­win­nVer­hält­nis von 17 be­wer­tet. Das Wachs­tums­po­ten­zi­al ist dar­in nicht voll ab­ge­bil­det. Dem Sport­ler brin­gen Pro­te­ine ei­nen Boost an Ener­gie, der An­le­ger kann mit Gl­an­bia auf ei­nen Schub im Porte­feuille hof­fen.

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