Der Plan B

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Wenn der Aus­tritts­ver­trag am Di­ens­tag wie er­war­tet ab­ge­lehnt wird, be­deu­tet dies noch nicht das En­de des De­als. Der Par­la­ments­spre­cher kann sechs Än­de­rungs­an­trä­ge ent­ge­gen­neh­men, wor­auf die Re­gie­rung die Mög­lich­keit hat, in­ner­halb von 21 Ta­gen ei­ne ab­ge­än­der­te Vor­la­ge vor das Par­la­ment zu brin­gen. Die EU hat­te je­doch an ih­rem Gip­fel En­de No­vem­ber klar­ge­macht, sie ak­zep­tie­re kei­ne An­pas­sun­gen an der Br­ex­it­Ver­ein­ba­rung.

Die Geg­ner des De­als ha­ben in den ver­gan­ge­nen Wo­chen vier Al­ter­na­ti­ven zum Ab­kom­men von Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May und der EU for­mu­liert. Al­ler­dings kann kei­ne von ih­nen auf ei­ne po­li­ti­sche Mehr­heit im Par­la­ment zäh­len.

Ein an­de­rer Deal (Nor­we­gen-Mo­dell): Im­mer wie­der geis­tert in West­mins­ter die Idee her­um, Gross­bri­tan­ni­en kön­ne ein be­währ­tes Mo­dell ko­pie­ren. Am An­fang war es die Schweiz mit ih­ren bi­la­te­ra­len Ver­trä­gen, spä­ter das Frei­han­dels­ab­kom­men Ka­na­das mit der EU. Jüngst kon­zen­trie­ren sich die «Lea­ver» auf das Nor­we­genMo­dell. Das Land ist nicht Teil der EU, ist aber via Ab­kom­men der EU mit dem Eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­raum (EWR) in den Bin­nen­markt ein­ge­bun­den. Der Nach­teil: Nor­we­gen muss sich den Zu­gang mit jähr­li­chen Zah­lun­gen er­kau­fen und die Per­so­nen­frei­zü­gig­keit ak­zep­tie­ren. Es ist kaum wahr­schein­lich, dass die EU bei den Bri­ten dar­auf ver­zich­ten wür­de.

Kein Deal (Hard Br­ex­it): Fin­den Gross­bri­tan­ni­en und die EU bis zum 29. März 2019 kei­ne de­fi­ni­ti­ve oder pro­vi­so­ri­sche Lö­sung, kommt es zu ei­nem har­ten Br­ex­it. Al­le bis­lang gel­ten­den Ver­ein­ba­run­gen, bei­spiels­wei­se auch zum Flug­ver­kehr, wer­den un­gül­tig und müs­sen neu aus­ge­han­delt wer­den. In der Zwi­schen­zeit dro­hen schlimms­ten­falls chao­ti­sche Zu­stän­de. Ein har­ter Br­ex­it gilt der­zeit als un­wahr­schein­lichs­te Al­ter­na­ti­ve.

Zwei­tes Re­fe­ren­dum: Schon vor ge­rau­mer Zeit ist der Ruf nach ei­ner Wie­der­ho­lung der Br­ex­it­Ab­stim­mung laut ge­wor­den. Al­ler­dings hat bis­lang kei­ne der grös­se­ren Par­tei­en die­se For­de­rung un­ter­stützt. Un­klar ist, ob der Aus­gang tat­säch­lich ent­schei­dend an­ders aus­fal­len wür­de als im Som­mer 2016. Zu­dem wür­den die Vor­be­rei­tun­gen auf ein Re­fe­ren­dum ei­ni­ge Mo­na­te in An­spruch neh­men, die Ab­stim­mung fän­de nach März 2019 statt.

Neu­wah­len: Für die­se Va­ri­an­te er­wärmt sich bei den re­gie­ren­den To­ries kaum je­mand. Die Angst ist gross, dass bei Neu­wah­len die op­po­si­tio­nel­le La­bourPar­tei wei­ter an Ter­rain ge­wän­ne und die Mög­lich­keit be­kom­men wür­de, ei­ne Ko­ali­ti­ons­re­gie­rung zu bil­den.

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