Opec ver­liert an Au­to­ri­tät am Markt

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - NITESH SHAH,

Zwei­fel wach­sen, ob Zu­tei­lung von För­der­quo­ten die No­tie­run­gen he­ben wer­den.

Die Öl­märk­te wa­ren die­se Wo­che vo­la­til. Brent stieg am Di­ens­tag zu­nächst auf 62 $ pro Bar­rel (von 58 $ am Frei­tag da­vor), fiel aber bis Frei­tag­mor­gen auf 60 $ zu­rück. Im Mit­tel­punkt der Preis­schwan­kun­gen stan­den die Opec-Tref­fen. Am Don­ners­tag traf sich die 15-köp­fi­ge Grup­pe, al­ler­dings oh­ne da­nach den Markt über das Er­geb­nis zu ori­en­tie­ren.

Die­ser Man­gel an Kom­mu­ni­ka­ti­on hat die Au­to­ri­tät des Kar­tells auf den Öl­märk­ten un­ter­gra­ben. Am Frei­tag kon­sul­tier­te die Opec wei­te­re Part­ner, mit de­nen sie in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren zur Pro­duk­ti­ons­stei­ge­rung zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat­te.

Am Markt fragt man sich des­halb, ob die Opec-Kern­grup­pe in der La­ge ist, er­neut mit der­sel­ben Ge­schlos­sen­heit an ei­nem Strang zu zie­hen, mit der sie im No­vem­ber 2016 den ein­zel­nen Län­dern För­der­quo­ten zu­ge­teilt hat­te. Sau­di­Ara­bi­en steht un­ter dem Druck der US-Re­gie­rung, am Über­an­ge­bot fest­zu­hal­ten. US-Prä­si­dent Do­nald Trump glaubt, dass schwa­che Öl­prei­se ähn­lich po­si­tiv auf die USVer­brau­cher wir­ken, wie ei­ne Steu­er­sen­kung. Da der sau­di-ara­bi­sche Kron­prinz vie­le po­li­ti­sche Ver­bün­de­te ver­lo­ren zu ha­ben scheint, dürf­te sich sein Land dem po­li­ti­schen Druck beu­gen.

Po­li­ti­sche Ein­flüs­se könn­ten so die Prei­se tief hal­ten. Der Preis­ver­fall seit Ok­to­ber von mehr als 30% ist un­ge­recht­fer­tigt, wenn man die Nach­hal­tig­keit des der­zei­ti­gen Pro­duk­ti­ons­ni­veaus be­trach­tet. Aber die Prei­se wer­den kurz­fris­tig oft von der ak­tu­el­len Stim­mung be­stimmt.

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