Die Ber­ner sind da.

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE -

Jetzt sind die Ber­ner da. Ih­re Bör­se – sie heisst mitt­ler­wei­le BX Swiss und hat ih­re Bü­ros nach Zü­rich ge­zü­gelt – kün­dig­te En­de Ok­to­ber das neue Han­dels­seg­ment de­riBX für struk­tu­rier­te Pro­duk­te an, ich ha­be vor zwei Wo­chen dar­über be­rich­tet. Am Mon­tag ha­ben die Ber­ner nun den ers­ten Emit­ten­ten prä­sen­tiert: Die Com­merz­bank star­tet im Ja­nu­ar.

Die CoBa setzt im Schwei­zer Markt seit je­her auf He­bel­pro­duk­te, die sie via SIX Swiss Ex­ch­an­ge und über die aus­ser­börs­li­che Platt­form Swiss Dots han­delt. Fol­ge­rich­tig wird sie auch auf de­riBX Warrants (Op­ti­ons­schei­ne) mit und oh­ne Knock-out so­wie Fak­tor­zer­ti­fi­ka­te of­fe­rie­ren. «Da­nach wird die Com­merz­bank die Pa­let­te kon­ti­nu­ier­lich ver­grös­sern», lässt sie ver­lau­ten.

In ih­rem Heim­markt Deutsch­land hat die CoBa ei­nen Markt­an­teil – ge­mes­sen am An­la­ge­ver­mö­gen in struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten – von 5,5% und steht da­mit auf Rang sie­ben. Beim Bör­sen­um­satz steht sie hin­ge­gen mit ei­nem An­teil von 15,6% auf dem ers­ten Platz. Ih­re zahl­rei­chen He­bel­pro­duk­te bin­den nicht all­zu viel An­la­ge­ver­mö­gen, wer­den aber häu­fig um­ge­setzt.

In Deutsch­land ist die Coba aber auch in an­de­ren Se­ge­men­ten stark. Das zeigt sich et­wa an den Zer­ti­fi­ka­teAwards (vgl. Text ne­ben­an). Dort hat­te sie bei den Dis­count-Zer­ti­fi­ka­ten mehr als zehn Jah­re lang stets den ers­ten Rang be­legt. Heu­er ist sie von der HSBC über­holt wor­den und liegt mit ge­rin­gem Punk­te­ab­stand auf dem zwei­ten Platz. Trotz­dem blei­be die CoBa ei­ne der Top­Adres­sen für Dis­count­zer­ti­fi­ka­te, schreibt das Fach­ma­ga­zin «Der Zer­ti­fi­kate­be­ra­ter». Das gel­te vor al­lem für die «im­po­san­te Pro­dukt­pa­let­te», die so um- fang­reich sei wie bei kei­nem an­de­ren An­bie­ter. Von klei­nen, oft spe­ku­la­ti­ven US-Ne­ben­wer­ten über Edel­me­tal­le und Öl bis zu Blue Chips und den gros­sen Bör­sen­in­di­zes wer­de fast al­les für die Dis­count-Stra­te­gie zu­gäng­lich ge­macht. Das scheint ei­ne gu­te Ba­sis zu sein für ei­nen Aus­bau in Bern, re­spek­ti­ve bei den Ber­nern in Zü­rich.

Bei den He­bel­pro­duk­ten üb­ri­gens hat CoBa ih­ren Spit­zen­platz an den Awards sou­ve­rän ver­tei­digt. Sie be­kam mehr Punk­te als die nach­fol­gen­den Mor­gan St­an­ley und Ci­ti­group zu­sam­men.

Der Start­zeit­punkt ist gut. An­le­ger han­deln He­bel­pro­duk­te ver­mehrt, wenn an der Bör­se et­was läuft, wenn al­so die Vo­la­ti­li­tät zu­nimmt. Sie ist seit den Tur­bu­len­zen im Ok­to­ber ge­stie­gen, der Vo­la­ti­li­täts­in­dex VSMI no­tiert so hoch wie die­ses Jahr nie aus­ser An­fang Fe­bru­ar.

Die BX Swiss of­fe­rie­re den Emit­ten­ten ei­ne Mar­ket-Ma­ker-freund­li­che Platt­form, er­klär­te Do­mi­ni­que Böh­ler von der CoBa. Die Emit­ten­ten stel­len wäh­rend der Lauf­zeit der Pro­duk­te fort­wäh­rend Geld- und Brie­fkur­se. Die Span­ne da­zwi­schen soll eng sein und das an­ge­bo­te­ne Han­dels­vo­lu­men be­trächt­lich, ge­ra­de auch wenn es an der Bör­se rum­pelt. Ge­nau das ist ge­mäss Böh­ler bei den Ber­nern be­son­ders gut mög­lich, und da­von soll­ten die An­le­ger pro­fi­tie­ren.

Nun gibt es al­so in der Schweiz mit SIX, BX und Dots drei Han­dels­plät­ze für struk­tu­rier­te Pro­duk­te. Ich bin ge­spannt, wie sich die­se Wett­be­wer­ber künf­tig po­si­tio­nie­ren wer­den.

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