Die bes­ten Schwei­zer Ak­ti­en­fonds

2018 hat un­ter den ak­tiv ge­ma­nag­ten An­la­ge­fonds die Spreu vom Wei­zen ge­trennt. Wel­che Pro­duk­te den An­le­gern die höchs­ten Ren­di­ten be­scher­ten.

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - PAS­CAL MEISSER

Das schwie­ri­ge Ak­ti­en­jahr 2018 hat auch die Ma­na­ger von Schwei­zer Ak­ti­en­fonds vor grosse Her­aus­for­de­run­gen ge­stellt. Nur die al­ler­we­nigs­ten ha­ben es ge­schafft, trotz schwie­ri­gem Um­feld sich dem Ne­ga­tiv­trend zu ent­zie­hen. In den ers­ten elf Mo­na­ten des Jah­res ha­ben von den rund 400 Ak­ti­en­fonds, die auf Schwei­zer Ti­tel set­zen und hier­zu­lan­de ver­trie­ben wer­den, ge­ra­de mal zehn ei­ne po­si­ti­ve Per­for­mance oder zu­min­dest ei­ne schwar­ze Null er­zielt. Im glei­chen Zei­t­raum gab das Bör­sen­ba­ro­me­ter Swiss Mar­ket In­dex 4% nach, der rest­li­che Markt büss­te ge­mes­sen am SPI Ex­tra gut 10% an Wert ein.

Im­mer­hin die Hälf­te die­ser kol­lek­ti­ven An­la­ge­pro­duk­te schaff­te es, nach Ab­zug der Ge­büh­ren die Vor­ga­ben des Ver­gleichs­in­dex zu er­fül­len. Wer es in­des nicht schaff­te, die zum teil mas­si­ven Kurs­ver­lus­te bei ein­zel­nen Ti­teln zu an­ti­zi­pie­ren, wur­de bit­ter be­straft. Ein­zel­ne Fonds büss­ten bis zu 20% an Wert ein, bis zum Jah­res­en­de dürf­te sich we­gen des schlech­tes­ten De­zem­bers seit Jah­ren wei­te­re Ver­lus­te ad­diert ha­ben. Das zei­gen Da­ten, die das Fonds­ana­ly­sehaus E-fund­re­se­arch.com ex­klu­siv für «Fi­nanz und Wirt­schaft» vor­ge­nom­men hat. Die grosse Per­for­mance-Band­brei­te zeigt: Ge­ra­de in den schwie­ri­gen Jah­ren ist es für Fonds­ma­na­ger wich­tig, recht­zei­tig die Ri­si­ken im Port­fo­lio zu re­du­zie­ren. Denn Ren­di­te­ana­ly­sen zei­gen im­mer wie­der: Wer be­reits in kur­zen Bais­se­pha­sen über­durch­schnitt­lich viel ver­liert, wird es auch über län­ge­re Haus­se­pha­sen hin­weg nicht schaf­fen, die­sen Per­for­mance-Rück­stand wie­der wett­zu­ma­chen.

60% der Fonds mit Mehr­wert

Ein weit­aus er­freu­li­che­res Bild zeigt sich bei ei­ner Be­trach­tungs­wei­se über fünf Jah­re. Dank des Rü­cken­winds der lang­jäh­ri­gen Auf­wärts­be­we­gung er­ziel­ten 60% al­ler Fonds ei­ne über­durch­schnitt­li­che Ren­di­te. Vor al­lem im Seg­ment der Stan­dard­wer­te ste­chen zahl­rei­che Fonds mit ei­ner deut­li­chen Über­per­for­mance her­aus (vgl. Ta­bel­le rechts). Aber auch im Ne­ben­wer­te­seg­ment ist es ei­ni­gen Fonds­ma­na­gern ge­lun­gen, die zum Teil star­ken Rück­set­zer bei Small- und Mid-Cap-Ti­teln zu um­ge­hen und ei­ne Ren­di­te für An­le­ger zu er­zie­len, die über dem zu­grun­de lie­gen­den In­dex liegt.

Auf­fal­lend ist, dass bei sol­chen Aus­wer­tun­gen im­mer wie­der die­sel­ben Fonds­ma­na­ger mit ih­ren Pro­duk­ten her­aus­ste­chen. So ge­hö­ren die Pic­tet-Fonds mit Fonds­ma­na­ger Lo­renz Rein­hard, die zCa­pi­tal-Pro­duk­te mit Pas­cal Seid­ner und Hil­mar Lan­gen­sand, der von Marc Pos­sa ge­lei­te­te Sa­raSelect-Fonds, der Ak­ti­en­fonds der Cre­dit Suiss­se von Si­mon Götsch­mann, der Small- und Mid-Cap-Fonds von Mi­ra­baud mit Paul Schi­b­li oder die von den Von­to­bel-Fonds­ma­na­gern Nils Wim­mers­ber­ger und Marc Hän­ni ge­lei­te­ten An­la­gen seit Jah­ren zu den meist zu­ver­läs­si­gen Out­per­for­men (vgl. auch Text­box «Vier Schrit­te zum rich­ti­gen Fonds»).

Sta­bi­li­tät und kla­re Stra­te­gie des Fonds­ma­nage­ments ist ei­ner der Er­folgs­fak­to­ren. Ein an­de­rer ist das rich­ti­ge An­ti­zi­pie­ren von wich­ti­gen Markt­be­we­gun­gen.

«Ob­schon An­fang 2018 die La­ge an der Börse noch gut aus­sah, hat­ten wir un­ser Port­fo­lio früh­zei­tig de­fen­si­ver po­si­tio­niert», sagt Lo­renz Rein­hard, der bei Pic­tet As­set Ma­nage­ment den Be­reich Ak­ti­en Schweiz ver­ant­wor­tet. Er­fah­run­gen aus frü­he­ren Bör­sen­zy­klen hät­ten ihn ge­lehrt, dass es sich aus­zah­len kann, wenn man et­was zu früh sich von ri­si­ko­rei­che­ren Ak­ti­en tren­ne als spä­ter, wenn die gan­ze An­le­ger­mas­se aus­stei­gen müs­se. «Wir ha­ben vor al­lem un­se­re Po­si­tio­nen in den zy­kli­schen Ti­teln ab­ge­baut», so Rein­hard.

Auch 2019 wird schwie­rig

Mit ei­ner ähn­li­chen Stra­te­gie hat auch Pas­cal Seid­ner von zCa­pi­tal den ab­rup­ten Ab­bruch der Auf­wärts­be­we­gung ge­meis­tert. «Wir hal­ten in den ganz star­ken Jah­ren nicht je­den Über­flie­ger. In ei­ner Kor­rek­tur pro­fi­tie­ren wir aber von un­se­rem ri­si­ko­kon­trol­lier­ten An­satz.» Das ha­be sich auch die­ses Mal aus­be­zahlt, so Seid­ner.

Wäh­rend In­dex­an­la­gen wie et­wa die bör­sen­ge­han­del­ten In­dex­fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Pro­ducts, kurz ETF) in al­le Ti­tel des be­tref­fen­den In­dex in­ves­tie­ren, ist bei ak­ti­ven Fonds­ma­na­gern die Ti­tel­s­e­lek­ti­on ent­schei­dend. Wer 2018 zu lan­ge an zy­kli­schen Ti­teln wie et­wa Swatch Group, Adec­co oder La­far­geHol­cim im SMI-Seg­ment fest­hielt, han­del­te sich da­mit ei­nen ent­schei­den­den Ma­lus ein.

Die Her­aus­for­de­run­gen an ak­ti­ve Ma­na­ger dürf­ten im neu­en Jahr klei­ner wer­den. So er­war­tet Pic­tet-Fonds­ma­na­ger Rein­hard vor­erst wei­ter­hin ten­den­zi­ell nach­ge­ben­de No­tie­run­gen. «Wir wer­den in ei­ne Über­trei­bung nach un­ten lau­fen, die spä­ter im Jahr zu ei­ner Ge­gen­be­we­gung füh­ren könn­te», sagt Rein­hard. Die­se kön­ne man et­wa mit Ak­ti­en der Gross­ban­ken spie­len, die aus sei­ner Sicht zu­letzt zu sehr an der Börse ge­lit­ten hat­ten. Rein­hard will in sei­nen Fonds de­fen­siv po­si­tio­niert blei­ben und nur Ak­ti­en mit Topqua­li­tät im Port­fo­lio hal­ten. Von In­dus­trie­ti­teln lässt er der­zeit die Hän­de.

Ei­nen et­was an­de­ren An­satz hat der Zu­ger Ver­mö­gens­ver­wal­ter zCa­pi­tal. «Nach der mas­si­ven Kor­rek­tur schau­en wir uns den Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rer Ge­org Fi­scher wie­der an», so Seid­ner. Wei­te­re Ti­tel auf der Watch­list sind Kor­rek­turop­fer wie Ems-Che­mie oder auch Part­ners Group, die aus Sicht Seid­ners zu sehr in Sip­pen­haft mit der Fi­nanz­bran­che ge­nom­men wur­den. Bei den Blu­e­chips setzt er 2019 auf ei­nen Tur­naround bei La­far­geHol­cim.

Blu­men für die Bes­ten: Ei­ni­ge Fonds­ma­na­ger schla­gen mit­tel­fris­tig den Markt.

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