Was sind die Dogs of the Dow?

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Ei­ne in den USA vor al­lem in den Neun­zi­ger­jah­ren po­pu­lä­re An­la­ge­stra­te­gie heisst Dogs of the Dow. Sie wird ge­mein­hin dem Ver­mö­gens­ver­wal­ter Micha­el O’Higg­ins zu­ge­schrie­ben, der die Me­tho­de in sei­nem im Jahr 1991 ver­öf­fent­lich­ten Buch «Bea­ting the Dow» be­schrie­ben hat­te.

Das Vor­ge­hen be­steht dar­in, je­weils am ers­ten Bör­sen­tag ei­nes Jah­res kon­se­quent die zehn Ak­ti­en des Dow Jo­nes In­dus­tri­al mit der höchs­ten Di­vi­den­den­ren­di­te zu kau­fen. Oft­mals han­delt es sich da­bei um Va­lo­ren, die zu­vor hin­ter dem Markt zu­rück­ge­blie­ben sind. Die­se

Ti­tel wer­den für die fol­gen­den zwölf

Mo­na­te ge­hal­ten. Zum Start des neu­en Jah­res wer­den er­neut die zehn Ak­ti­en mit der höchs­ten Di­vi­den­den­ren­di­te für das Port­fo­lio aus­ge­wählt.

Die Stra­te­gie ba­siert auf der Über­le­gung, dass bei die­sen Pa­pie­ren ei­ne Ge­gen­be­we­gung zu er­war­ten ist, weil sie be­reits stark kor­ri­giert ha­ben. Ben­ja­min Gra­ham, der geis­ti­ge Va­ter des Va­lue-In­ves­tie­rens, hat be­reits vor über vier­zig Jah­ren in der Neu­auf­la­ge sei­nes Bu­ches «The In­tel­li­gent In­ves­tor» ei­ne ähn­li­che Stra­te­gie vor­ge­stellt, die auf die zehn Dow-Ti­tel mit dem ge­rings­ten Kur­sGe­winn-Ver­hält­nis fo­kus­siert.

Mitt­ler­wei­le gibt es di­ver­se Ver­fei­ne­run­gen. So wählt der Low­Fi­ve­An­satz aus den zehn Dogs je­weils die fünf mit dem nied­rigs­ten Ak­ti­en­kurs aus. Ei­ne wei­te­re Me­tho­de wie­der­um ver­langt, dass nur Di­vi­den­den­ti­tel von Un­ter­neh­men se­lek­tiert wer­den, die auch Ge­winn er­zie­len, um aus­schliess­lich nach­hal­ti­ge Di­vi­den­den­zah­ler im De­pot zu ha­ben.

War der An­satz in den USA ins­be­son­de­re in der ers­ten Hälf­te der Neun­zi­ger­jah­re er­folg­reich, blie­ben die Dogs wäh­rend der dar­auf­fol­gen­den Tech­no­lo­giebla­se klar hin­ter dem Ge­samt­markt zu­rück. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­ten sie wie­der die Na­se vorn. Das zeigt, dass auch die­ser An­satz Mo­de­strö­mun­gen un­ter­liegt. Sind Di­vi­den­den­ti­tel nicht mehr ge­fragt, dürf­ten die Dogs Mü­he be­kun­den, den Markt zu schla­gen. Di­ver­se Stu­di­en be­le­gen aber, dass die Dogs in ver­schie­de­nen Län­dern lang­fris­tig bes­ser ab­schnei­den als der je­wei­li­ge Ver­gleichs­in­dex – auch hier­zu­lan­de.

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