Mark Bris­tow

Der von Rand­gold ge­kom­me­ne neue CEO Mark Bris­tow will den glo­bal gröss­ten Gold­för­de­rer um­krem­peln.

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - MAR­TIN GOLLMER

Der 60-jäh­ri­ge Süd­afri­ka­ner will bei Bar­rick Gold den Er­folg wie­der­ho­len, den er mit Rand­gold Re­sour­ces hat­te.

Mark Bris­tow lässt nichts an­bren­nen. Gleich an sei­nem ers­ten Ar­beits­tag als CEO von Bar­rick Gold, dem welt­gröss­ten Gold­för­de­rer aus Ka­na­da, sag­te er: «Die­ser Wirt­schafts­zweig braucht oh­ne Zwei­fel ei­ne Trans­for­ma­ti­on.» Und ging gleich mit gu­tem Bei­spiel vor­an. Er kün­dig­te an, den Per­so­nal­be­stand am Haupt­sitz von Bar­rick in To­ron­to zu hal­bie­ren und das Port­fo­lio an Mi­nen zu ver­schlan­ken. «Die Gold­in­dus­trie, wenn sie so wei­ter­ge­führt wor­den wä­re, droh­te ir­re­le­vant zu wer­den», sag­te Bris­tow wei­ter. «Sie ver­fügt über zu we­ni­ge Mi­nen mit zu vie­len Ma­nage­ment­teams und muss des­halb re­or­ga­ni­siert wer­den.»

Der sech­zig­jäh­ri­ge Süd­afri­ka­ner Bris­tow war bis En­de 2018 CEO von Rand­gold Re­sour­ces, ei­nem auf Afri­ka fo­kus­sier­ten Gold­för­de­rer mit Ko­tie­rung in Lon­don. Im Sep­tem­ber kün­dig­te Bar­rick an, Rand­gold für 5,4 Mrd. $ in Ak­ti­en zu über­neh­men. Seit An­fang Jahr ist das kom­bi­nier­te Un­ter­neh­men ope­ra­tiv. Ko­tiert ist es an den Bör­sen von New York und To­ron­to. Die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung be­trägt 23 Mrd. $. 2018 pro­du­zier­te Bar­rick 5,4 Mio. Un­zen Gold, Rand­gold 1,3 Mio.

Mann mit Prin­zi­pi­en

Bris­tow hat­te Rand­gold 1995 mit­ge­grün­det. Als er das Un­ter­neh­men 1997 an die Bör­se brach­te, war es 200 Mio. £ wert. En­de 2018, am letz­ten Han­dels­tag in Lon­don, be­trug die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung 6,2 Mrd.£. Bris­tows er­folg­rei­che Ge­schäfts­füh­rung be­ruh­te auf we­ni­gen Prin­zi­pi­en: Er hielt die Zahl der Mi­nen klein und über­schau­bar. Er hielt das Ma­nage­ment schlank; Rand­gold führ­te er mit ge­ra­de mal sie­ben Leu­ten von der eng­li­schen Ka­nal­in­sel Jer­sey aus. Den Be­trieb der Mi­nen über­trug er ein­hei­mi­schem, mit den lo­ka­len Ge­ge­ben­hei­ten ver­trau­tem Per­so­nal. Er scheu­te Ri­si­ken nicht und star­te­te Mi­nen auch in un­sta­bi­len Staa­ten wie der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go. Da­bei ging er der dort herr­schen­den Kor­rup­ti­on kon­se­quent aus dem Weg.

Die­sen Ma­nage­ment­stil scheint Bris­tow nun auf Bar­rick über­tra­gen zu wol­len. Dar­auf las­sen je­den­falls Äus­se­run­gen schlies­sen, die er am ers­ten Han­dels­tag der Ak­ti­en der «neu­en» Bar­rick in New York mach­te. Da­nach will er die Zahl der Mit­ar­bei­ter am Haupt­sitz in To­ron­to von 150 auf noch 70 kür­zen. Von die­ser Re­duk­ti­on be­trof­fen sein soll auch ein In­for­ma­tik­team, das erst in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­ge­baut wur­de und die neu­es­ten Di­gi­ta­li­sie­rungs­tech­no­lo­gi­en in den Kon­zern brin­gen soll­te. Die Be­triebs­füh­rer der Mi­nen müss­ten die Da­ten zu­erst ha­ben, be­grün­de­te Bris­tow den Schritt zur De­zen­tra­li­sie­rung. «Wir wol­len die Mi­nen nicht vom Haupt­sitz aus füh­ren.» Das kom­bi­nier­te Un­ter­neh­men ver­fügt über Ak­ti­va in Nord­ und Süd­ame­ri­ka wie auch in Afri­ka.

Be­hal­ten will es aber nur die bes­ten, dar­un­ter Bar­ricks Berg­wer­ke Cor­tez und Gold­strike im US­Bun­des­staat Ne­va­da so­wie Rand­golds Mi­nen Ki­ba­li in der De­ mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go und Lou­loGoun­ko­to in Ma­li. Meh­re­re Mi­nen sol­len ver­kauft wer­den. Da­zu könn­ten ge­mäss Bris­tow das Kal­go­or­lie­Pro­jekt in Aus­tra­li­en ge­hö­ren, das Bar­rick ge­mein­sam mit New­mont Mi­ning be­treibt, so­wie die Berg­wer­ke Hem­lo in Ka­na­da und La­gu­nas Nor­te in Pe­ru. Für Hem­lo wird aber auch ei­ne die Ef­fi­zi­enz stei­gern­de In­ves­ti­ti­on ge­prüft. De­tails sol­len im Fe­bru­ar be­kannt ge­ge­ben wer­den.

Al­te Pro­ble­me lö­sen

Bris­tow will auch al­te Pro­ble­me lö­sen, die Bar­rick mit sich her­um­schleppt. Da­zu ge­hört et­wa ein Steu­er­ und Ein­kom­mens­tei­lungs­streit in Tan­sa­nia, der die Toch­ter­ge­sell­schaft Aca­cia Mi­ning lahm­legt. Bar­rick hat­te 2017 der Re­gie­rung 300 Mio. $ und an­de­re Leis­tun­gen of­fe­riert, um den Streit bei­zu­le­gen. Doch ei­ne Ei­ni­gung konn­te bis heu­te nicht er­reicht wer­den.

So­lan­ge der Kon­flikt nicht ge­löst ist, darf Aca­cia Gold­kon­zen­trat nicht aus Tan­sa­nia aus­füh­ren. «Wir wer­den ei­ne Lö­sung fin­den», sag­te nun der im Um­gang mit afri­ka­ni­schen Re­gie­run­gen er­fah­re­ne Bris­tow.«Wir glau­ben, wir ha­ben die Trans­for­ma­ti­on ge­star­tet», bi­lan­zier­te er sein Vor­ha­ben. «Am En­de die­ses Pro­zes­ses wer­den wir ein Blue­Chip­Busi­ness sein.»

An­le­ger, die dar­auf set­zen wol­len, dass Bris­tow die­se Pro­phe­zei­ung wahr­macht und den Er­folg bei Rand­gold mit Bar­rick wie­der­holt, kön­nen jetzt ein­stei­gen. Das Kurs­Ge­winn­Ver­hält­nis von 28 für 2019 ist zwar hoch, im Ver­gleich mit den nächst­klei­ne­ren Kon­kur­ren­ten aber nicht aus­ser­ge­wöhn­lich. Das gilt auch für die ak­tu­el­le Di­vi­den­den­ren­di­te von 1,1%.

CEO Mark Bris­tow will Bar­rick Gold zu ei­nem «Blue-Chip-Busi­ness» ma­chen.

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