Das letz­te Wort hat der VR

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Der Ver­wal­tungs­rat ver­fügt im schwei­ze­ri­schen Ge­sell­schafts­recht ge­ne­rell über ei­ne sehr star­ke Stel­lung. Ge­mäss Re­gle­ment der UBS darf ein Mit­glied die­ses Gre­mi­ums bis zu zwölf Jah­re nach­ein­an­der im Amt blei­ben. Un­ter be­son­de­ren Um­stän­den kann der Ver­wal­tungs­rat die­se Li­mi­te so­gar er­hö­hen. So lan­ge bleibt kein CEO auf sei­nem Pos­ten. UBS­Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Axel We­ber will bis 2022 blei­ben – zehn Jah­re lang.

Für die UBS re­le­vant sind ne­ben den Be­stim­mun­gen des Schwei­zer Ob­li­ga­tio­nen­rechts zu­sätz­lich die Re­geln der Fin­ma. 2017 setz­te die Fi­nanz­markt­auf­sichts­be­hör­de das «Rund­schrei­ben Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce» in Kraft, das wei­ter­ge­hen­de Be­stim­mun­gen als das OR ent­hält. Aus­ser­dem gel­ten für UBS die Re­geln der New York Stock Ex­ch­an­ge und all­fäl­li­ge Vor­schrif­ten von wei­te­rern Bör­sen­plät­zen, an de­nen UBS­Ak­ti­en ge­han­delt wer­den.

Ge­mäss Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment ent­schei­det der Ver­wal­tungs­rat un­ter der Lei­tung des Ver­wal­tungs­rats­prä­si­den­ten nicht nur letzt­in­stanz­lich über die Stra­te­gie des Kon­zerns. Et­li­che Per­so­nal­ent­schei­de ge­hö­ren auch in den Kom­pe­tenz­be­reich des VR. Er er­nennt die Mit­glie­der der Kon­zern­lei­tung und setzt sie ab. Es ist zwar an CEO Ser­gio Er­mot­ti, per­so­nel­le Vor­schlä­ge zu ma­chen. Ef­fek­tiv er­nannt wer­den müs­sen aber al­le Ge­schäfts­lei­tungs­mit­glie­der vom Ver­wal­tungs­rat.

Die Fin­ma schreibt al­len Ban­ken vor, dass das Ober­lei­tungs­or­gan min­des­tens zu ei­nem Drit­tel aus un­ab­hän­gi­gen Mit­glie­dern be­steht. Wer ei­ne qua­li­fi­zier­te Be­tei­li­gung hält, die Prüf­ge­sell­schaft ver­tritt oder ge­schäft­li­che Be­zie­hun­gen zum In­sti­tut un­ter­hält, ist ab­hän­gig. Ein Ver­wal­tungs­rats­mit­glied gilt hin­ge­gen als un­ab­hän­gig, wenn es nicht in an­de­rer Funk­ti­on beim In­sti­tut be­schäf­tigt ist und dies auch nicht in­ner­halb der letz­ten zwei Jah­re ge­we­sen ist.

Es wä­re zu­min­dest theo­re­tisch denk­bar, dass Ser­gio Er­mot­ti von der Kon­zern­lei­tung in den Ver­wal­tungs­rat auf­steigt, wie das Urs Roh­ner von der Cre­dit Su­is­se ge­tan hat.

Die Nach­fol­ge­pla­nung ist die no­bels­te Auf­ga­be des VR­Prä­si­den­ten und der Mit­glie­der des Go­ver­nan­ce and No­mi­na­ting Com­mit­tee. Der VR­Prä­si­dent und der Aus­schuss sind ver­pflich­tet, die Nach­fol­ge­pla­nung für al­le Kon­zern­lei­tungs­mit­glie­der und den CEO zu über­wa­chen und um­zu­set­zen. Eben­so müs­sen sie Vor­schlä­ge für die Er­nen­nung neu­er Ma­na­ger zu­han­den des Ver­wal­tungs­rats aus­ar­bei­ten.

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