Ei­ne Wet­te auf die Vo­la­ti­li­tät

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Wenn es an den Märk­ten rum­pelt und die Kur­se Bock­sprün­ge voll­zie­hen, flo­riert in der Re­gel das Spre­ad­bet­ting. So wird der Han­del mit Kurs­dif­fe­ren­zen ge­nannt. Zu den welt­weit gröss­ten An­bie­tern ge­hört CMC Mar­kets (Lon­don: CMCX; Kurs 128.80 p; Bör­sen­wert 364 Mio. £). Wenn beim Spre­ad­bet­ting die Han­dels­ak­ti­vi­tä­ten zu­neh­men, ge­hört das bri­ti­sche Un­ter­neh­men zu den gröss­ten Pro­fi­teu­ren.

Spre­ad­bet­ting ist nichts an­de­res als ei­ne ein­fa­cheVa­ri­an­te der in der Schweiz be­kann­te­ren Dif­fe­renz­kon­trak­te (Contract for Dif­fe­rence, CFD). Mit we­nig Ein­satz kön­nen dank spe­zi­el­ler He­bel­pro­duk­te gros­se Ge­win­ne re­sul­tie­ren – oder gros­se Ver­lus­te. In Gross­bri­tan­ni­en hin­ge­gen ist Spre­ad­bet­ting die mit Ab­stand be­lieb­tes­te Art, um auf Kurs­ver­än­de­run­gen zu spe­ku­lie­ren.

Ge­winn­ein­bruch be­fürch­tet

Ge­mein­hin er­war­ten Öko­no­men, dass auch das neue Jahr für die Bör­sia­ner kein ein­fa­ches wird. An­ge­sichts die­ser Aus­sich­ten hät­te der Ak­ti­en­kurs von CMC Mar­kets be­reits vor ge­rau­mer Zeit stei­gen müs­sen. Zwar hat er sich ge­gen­über den De­zem­ber­tief­stän­den um 25% er­holt. Im his­to­ri­schen Ver­gleich no­tie­ren die Ti­tel aber noch im­mer auf be­schei­de­nem Ni­veau.

Der Grund für die Zu­rück­hal­tung der In­ves­to­ren ist ei­ne Mass­nah­me des eu­ro­päi­schen Re­gu­la­tors ESMA. Die­ser hat­te ver­gan­ge­nes Jahr er­las­sen, dass der Han­del von CFD und an­de­ren bi­nä­ren Op­tio­nen für Pri­vat­an­le­ger zu de­ren Schutz mas­siv ein­ge­schränkt wird. Die­ser Ent­scheid lös­te in der CFD-Bran­che ein mitt­le­res Be­ben aus. Die Kur­se sämt­li­cher CFD-An­bie­ter krach­ten in die Tie­fe. Bei CMC Mar­kets brach der Halb­jah­res­ge­winn des lau­fen­den Ge­schäfts­jahrs ge­gen­über 2017 um 76% ein – von 30 auf 7 Mio. £. Ent­spre­chend tief sind auch die Ge­winn­erwar­tun­gen für das ge­sam­te Ge­schäfts­jahr 2018/19, das En­de März ab­ge­schlos­sen wird.

Über­ver­kauf­te Ti­tel

Mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) für 2019 von 8 sind die Ti­tel güns­tig be­wer­tet. Der bri­ti­sche Bro­ker Sho­re Ca­pi­tal be­trach­tet auch des­halb die Ak­tie als über­ver­kauft und da­mit über­reif für ei­ne grös­se­re Ge­gen­be­we­gung.

Auch an­de­re Bro­ker in Gross­bri­tan­ni­en ha­ben CMS Mar­kets, die An­fang Fe­bru­ar den drit­ten Jah­res­tag seit dem Bör­sen­gang fei­ern, auf ih­re Emp­feh­lungs­lis­ten ge­nom­men. Peel Hunt führt den Ti­tel auf ih­rer Ver­dopp­ler­lis­te. Dar­auf sind Ak­ti­en auf­ge­führt, die ih­rer Mei­nung nach den Wert in­ner­halb von zwei bis drei Jah­ren ver­dop­peln kön­nen. Die Ge­fahr von wei­te­ren re­gu­la­to­ri­schen Ein­schrän­kun­gen wird als tief an­ge­schaut, zu­dem ha­ben sich zu­letzt die Kun­den­ak­ti­vi­tä­ten sta­bi­li­siert.

Spe­ku­la­tiv mo­ti­vier­ten An­le­gern, die ein min­des­tens so tur­bu­len­tes Bör­sen­jahr wie 2018 er­war­ten, bie­ten die Ti­tel von CMC Mar­kets ei­ne gu­te Mög­lich­keit, die Auf- und Ab-Be­we­gun­gen in Kurs­ge­win­ne um­zu­mün­zen.

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