Roh­öl­preis steigt kräf­tig

Markt­teil­neh­mer fo­kus­sie­ren auf Bud­get­streit und Han­dels­dis­put.

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE / DEVISEN / GEWINNSCHÄTZUNGEN - LASALLE BROKERAGE,

Die Roh­stoff­märk­te ha­ben das neue Jahr mit viel Vo­la­ti­li­tät be­gon­nen. Der Fo­kus der Markt­teil­neh­mer liegt in die­sen Ta­gen auf dem US-Bud­get­streit und den Ver­hand­lun­gen zwi­schen den USA und Chi­na. Im US-chi­ne­si­schen Han­dels­dis­put er­hof­fen sich Be­ob­ach­ter zur Wo­chen­mit­te ers­te Re­sul­ta­te. Ein po­si­ti­ver Aus­gang wür­de die Märk­te be­flü­geln, Ent­täu­schun­gen könn­ten wei­te­re Kurs­stür­ze aus­lö­sen.

Die Öl­märk­te ha­ben sich seit dem Jah­res­wech­sel re­la­tiv gut eta­bliert. Noch am Ste­phans­tag tou­chier­te eu­ro­päi­sches Brent-Öl (ICE) erst­mals seit sech­zehn Mo­na­ten die 50-$-Mar­ke und no­tier­te im Tief zu 49.93 $ pro Fass (1 Fass = 159 Li­ter). Seit­her ten­diert der Preis deut­lich hö­her. Die re­du­zier­te Opec-Pro­duk­ti­on wird durch die Sau­dis vor­an­ge­trie­ben. Der de fac­to Opec-An­füh­rer hat­te sei­ne Pro­duk­ti­on im De­zem­ber be­reits um 400 000 auf 10,6 Mio. Fass pro Tag ge­kürzt. In der ers­ten Han­dels­wo­che 2019 stieg Öl 3.30 $ oder 6%. Zum Wo­chen­auf­takt ver­kün­de­te der sau­di­sche Öl­mi­nis­ter Kha­lid Al-Fa­lih, im Ja­nu­ar wür­den wei­te­re Kür­zun­gen fol­gen. Ihm zu­fol­ge soll­te die För­de­rung auf 10,2 Mio. Fass pro Tag fal­len. Zu­sam­men mit den im De­zem­ber zwi­schen Opec und ih­ren Ver­bün­de­ten um Russ­land ab­ge­mach­ten 1,2 Mio. Fass dürf­te das Über­an­ge­bot noch in der ers­ten Jah­res­hälf­te ver­schwin­den. Am Di­ens­tag­mit­tag kos­te­te Brent-Öl 58.35 $. Auch aus chart­tech­ni­scher Sicht wur­den mit dem Aus­bruch nach oben aus dem seit Ok­to­ber gül­ti­gen Ab­wärts­trends in der ver­gan­ge­nen Wo­che neue Kau­f­im­pul­se ge­setzt.

Die US-chi­ne­si­schen Ver­hand­lun­gen wer­den be­son­ders für die Öl­saa­ten- und Ge­trei­de­märk­te wich­tig sein. In der drei­mo­na­ti­gen Ver­hand­lungs­pe­ri­ode (Start: 1. 12.) ver­sucht Chi­na mit Käu­fen gu­te Stim­mung zu ma­chen. Chi­na dürf­te zu Wo­chen­be­ginn noch­mals gut 1Mio. Ton­nen US-So­ja ge­kauft ha­ben. Die Er­war­tun­gen wur­den bis jetzt mit ca. 5Mio. Ton­nen ge­gen­über bis 8 Mio. Ton­nen nicht ganz er­füllt. Das Fens­ter für US-Ver­käu­fe an Chi­na wird sich rasch schlies­sen, da in Bra­si­li­en die Ern­te in we­ni­gen Wo­chen zum Ex­port be­reit sein wird. Wit­te­rungs­be­din­gun­gen lies­sen die ho­hen Ern­te­er­war­tun­gen in Bra­si­li­en et­was fal­len. Die tiefs­ten Pro­gno­sen lie­gen nun bei 115 Mio. Ton­nen ge­gen­über den im Markt er­war­te­ten über 120 Mio. Ton­nen.

We­gen des Bud­get­streits ist das US-Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um aus­ser­stan­de, den für Frei­tag an­ge­kün­dig­ten Ern­tebe­richt zu pu­bli­zie­ren. Zu­erst müs­sen die Re­gie­rungs­stel­len die Ar­beit wie­der auf­neh­men. US-So­ja no­tier­te am Di­ens­tag­mit­tag zu 9.16 $ pro Bus­hel (1 Bus­hel = 27,2 kg), US-Wei­zen (CBOT) zu 5,19 $ pro Bus­hel und US-Mais (CBOT) zu 3.84 $ pro Bus­hel (1 Bus­hel = 25,4 kg).

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.