Risk-off las­tet auf FuW-Riskport­fo­lio

Vor­sicht und Skep­sis be­herr­schen die Bör­sen­stim­mung. Ri­si­ko­ti­tel wer­den über­pro­por­tio­nal ab­ge­straft. Neu wer­den UBS durch Rie­ter er­setzt.

Finanz und Wirtschaft - - RISKPORTFOLIO - ANDRE­AS MEI­ER

Die ver­gan­ge­nen drei Mo­na­te wa­ren äus­serst schwie­rig für das FuW-Riskport­fo­lio. Weil der Fo­kus der An­la­gen im Port­fo­lio auf ri­si­ko­rei­che­ren Ak­ti­en liegt, wa­ren die Ein­bus­sen klar hö­her als im Ge­samt­in­dex. Das FuW-Riskport­fo­lio wur­de 1995 mit der Ab­sicht auf­ge­setzt, durch In­ves­ti­tio­nen in ri­si­ko­rei­che­re Ak­ti­en – et­wa mit Pa­pie­ren von Un­ter­neh­men, die ei­nen Tur­naround oder Struk­tur­pro­ble­me be­wäl­ti­gen müs­sen oder die durch ei­nen Ab­schwung ih­rer Ziel­märk­te in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wor­den wa­ren – auf län­ge­re Sicht ei­ne bes­se­re Per­for­mance ein­zu­fah­ren als mit ei­ner In­dex-An­la­ge auf den SPI. Über die Jah­re ist das gut ge­glückt. Aus der Kurs­gra­fik ganz un­ten rechts und der Ta­bel­le un­ten geht her­vor, dass der Wert des Port­fo­li­os deut­lich stär­ker zu­ge­nom­men hat als der SPI und der MSCI-Welt­in­dex. Al­ler­dings ist es un­ver­meid­lich, dass in Zei­ten grosser Un­si­cher­heit Ti­tel mit ho­hen Ri­si­ken stär­ker nach­ge­ben als der Ge­samt­markt. Ei­ne sol­che Pha­se duch­leb­te die Bör­se in den drei letz­ten Mo­na­ten des Jah­res 2018. Das Riskport­fo­lio weist seit der letz­ten Be­richt­er­stat­tung am 1. Ok­to­ber (inkl. Di­vi­den­den, in Fran­ken) ei­ne Wert­ein­bus­se von 15,3% auf.

Da­ge­gen ver­lor der SPI bloss gut 5%, was haupt­säch­lich der sta­bi­len Ent­wick- lung der In­dex­schwer­ge­wich­te Ro­che, No­var­tis und Nest­lé zu ver­dan­ken ist. Die­se Wer­te sind na­tur­ge­mäss nicht im Riskport­fo­lio ent­hal­ten, da sie ei­nen nied­ri­gen Ri­si­ko­grad auf­wei­sen. Die­se Ti­tel feh­len auch im SPI Small und Mid, wes­halb auch die­ser rund 13% ein­ge­büsst hat.

Die star­ken Kurs­ein­bus­sen vor al­lem in den klei­ne­ren Wer­ten wer­den im Port­fo­lio jetzt für Käu­fe sol­cher Ti­tel ge­nutzt. Neu kom­men Rie­ter ins Port­fo­lio und die Po­si­ti­on in U-Blox, ei­nem Un­ter­neh­men, das Spe­zi­al­chips ent­wi­ckelt, wird auf­ge­stockt. Da­ge­gen wird die Po­si­ti­on in UBS ver­äus­sert und der gröss­te De­pot­pos­ten, Swiss Re, leicht ver­rin­gert. Mit Cre­dit Suis­se ist das Riskport­fo­lio wei­ter­hin im Ban­ken­sek­tor in­ves­tiert (vgl. Ta­bel­le).

Der Kurs des Spinn­ma­schi­nen­her­stel­lers Rie­ter hat sich letz­tes Jahr in et­wa hal­biert und no­tiert jetzt so nied­rig wie letzt­mals 2011/12 und 2015. Grund war ein deut­li­cher Rück­gang des Auf­trags­ein­gangs. Die­ser ist wohl noch nicht aus­ge­stan­den, die ge­gen­wär­tig un­kla­ren Kon­junk­tur­per­spek­ti­ven brem­sen die In­ves­ti­ti­ons­freu­de po­ten­zi­el­ler Kun­den. Doch Rie­ter ist gut po­si­tio­niert, hat ei­ne star­ke, li­qui­de Bi­lanz und zu­dem kann in ei­ni­gen Jah­ren ein Teil des Fir­men­ge­län­des in Win­ter­thur um­ge­nutzt wer­den. Das soll­te die Ak­tie nach un­ten ab­si­chern.

Der Chi­pent­wick­ler U-Blox ist im Be­reich der GPS-Tech­no­lo­gie und dem In­ter­net der Din­ge tä­tig, was wei­ter­hin Wachs­tum ver­spricht, aber nicht oh­ne Ri­si­ken ist, weil sich Tech­no­lo­gie­trends schnell än­dern kön­nen. Nach dem star­ken Kurs­rück­gang wird die Po­si­ti­on et­was er­höht.

Die Nach­fra­ge nach Spinn­ma­schi­nen geht ei­nem zy­kli­schen Tief ent­ge­gen.

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