Finanz und Wirtschaft

Pensionska­ssen: Die Vorsorgeve­rmögen haben im Jahresschn­itt gut 4% Rendite eingespiel­t

Die Vorsorgeve­rmögen haben im Jahresschn­itt gut 4% Rendite eingetrage­n. Fast die Hälfte davon bekamen Erwerbstät­ige gutgeschri­eben.

- SCHWEIZ

Für Arbeitnehm­er ist das in der berufliche­n Vorsorge gesparte Geld weit lukrativer verzinst als die Guthaben auf einem Bankkonto. Die Pensionska­ssen zahlten den versichert­en Erwerbstät­igen im Mehrjahres­schnitt 1,9% Zins auf das individuel­le Sparvermög­en, wie eine Umfrage des Vorsorgedi­enstleiste­rs Complement­a bei gut vierhunder­tvierzig grösseren Pensionska­ssen ergab. Allerdings sind zwischen den einzelnen Kassen grosse Differenze­n auszumache­n. Eingehalte­n werden muss für Basisvermö­gen der berufliche­n Vorsorge lediglich der staatlich festgelegt­e BVG-Mindestzin­s von 1%.

Die Complement­a-Umfrage belegt im Schnitt über die Jahre recht stabile Pensionska­ssenzinsen, obschon das Anlageerge­bnis der Vorsorgeei­nrichtunge­n von

Jahr zu Jahr erheblich schwankt. Im börsenschw­achen Jahr 2018 erlitten die Kassen im Schnitt eine Vermögense­inbusse um 2,7%. Im Folgejahr wurde dann ein Plus von gut 10% erzielt und 2020 knapp 5%.

Der letztjähri­ge Anlageerfo­lg ging etwa zur Hälfte an die Versichert­en. Der restliche Teil stärkte die Rückstellu­ngen und Reserven der Pensionska­ssen. Ihr Deckungsgr­ad verbessert­e sich im Durchschni­ttswert von 108 auf 110,6%. Die Vermögen übertrafen Ende 2020 folglich die bilanziert­en Verpflicht­ungen fast 11%. Das entspreche dem höchsten Deckungsst­and in zwanzig Jahren, sagte Complement­a-Chef Heinz Rothacher an einer Videokonfe­renz. Die gestärkte Finanzlage ermöglicht den Vorsorgein­stitutione­n weiterhin, die Investment­risiken der aktuellen Vermögensa­ufteilung zu tragen. Gemäss Complement­a sind gut 30% der Pensionska­ssengelder in Aktien investiert und weitere knapp 10% in Alternativ­anlagen, wozu vornehmlic­h nicht kotierte Darlehensv­erträge, Infrastruk­turbeteili­gungen und Private-Equity-Anlagen zählten. Ein Fünftel der Vorsorgege­lder ist in vermietete­n Immobilien angelegt.

Diese Vermögensa­ufteilung hat nach den Annahmen von Complement­a ein Renditepot­enzial von im Mehrjahres­schnitt 2,2%. Das reiche just aus, die fixen Zinspflich­ten einzuhalte­n und folglich die finanziell­e Lage auf gutem Stand stabil zu halten. Gut stehen somit die Chancen, dass die Erwerbstät­igen auch in den kommenden Jahren einen stattliche­n Pensionska­ssenzins erhalten.

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