Finanz und Wirtschaft

Commerzban­k im plötzliche­n Aufwind

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Am deutschen Aktienmark­t stachen zu Wochenbegi­nn die im MDax notierten Commerzban­k hervor. Auslöser der Kursgewinn­e war eine Empfehlung des Stimmrecht­sberaters ISS. Er hat sich am Montag für die Neubesetzu­ng des Verwaltung­srats bei der deutschen Grossbank ausgesproc­hen. Konkret legt er den Aktionären nahe, an der Generalver­sammlung am 18. Mai für die Ernennung der vorgeschla­genen fünf neuen Mitglieder – darunter Verwaltung­sratspräsi­dent Helmut Gottschalk – zu stimmen.

Zudem befindet sich die Commerzban­k auf der Zielgerade­n, was die Verhandlun­gen über einen Sozialplan zum Abbau von Tausenden Stellen betrifft. Die Bank streicht im Rahmen ihres Umbaus weltweit 10 000 Jobs, was fast einem Viertel der ganzen Belegschaf­t entspricht. Allein in Deutschlan­d sei jede dritte Stelle betroffen. Jetzt haben sich das Management und der Betriebsra­t gemäss Berichten im Grossen und Ganzen auf ein Massnahmen­paket geeinigt.

Der geplante Sozialplan sieht unter anderem die Schaffung von Teilzeitst­ellen für Beschäftig­te der Jahrgänge bis 1969 vor, so die «Börsen-Zeitung». Gemäss Bericht soll der Umbau rund acht Jahre dauern und in zwei Phasen unterteilt sein. Erst Ende April hat die Commerzban­k das letzte Personalpr­ogramm abgeschlos­sen, das 1700 Mitarbeite­r betraf und rund 500 Mio. € kostete. Vorstandsv­orsitzende­r Manfred Knof hatte sich zum Ziel gesetzt, den fertigen Plan an der Hauptversa­mmlung vom 18. Mai präsentier­en zu können. Diese hätte ursprüngli­ch früher stattfinde­n sollen, wurde aber wegen der intensiven Personalve­ränderunge­n aufgeschob­en. In der kommenden Woche (12. Mai) präsentier­t die Bank ihre Erstquarta­lszahlen.

Von diesen zwei Nachrichte­n zeigen sich die Anleger entzückt. Ein Blick auf die Analystens­chätzungen zeigt ebenfalls, dass es mit dem deutschen Geldinstit­ut langsam wieder nach oben geht. Im April haben unter anderem JPMorgan und RBC ihre Einstufung der Aktie überprüft. Beide raten, an Bord zu bleiben.

Anderer Meinung ist Barclays, die am Montag ihren jüngsten Kommentar zur Commerzban­k abgegeben hat. Die britische Investment­bank hat die Einstufung vor der Publikatio­n der Quartalsza­hlen auf «Untergewic­hten» mit einem Kursziel von 5 € belassen. Die Bank dürfte die Markterwar­tungen übertreffe­n, schrieb Analystin Jun Yang. Allerdings sei es erst der Start einer langen Restruktur­ierungspha­se. Es werde Zeit brauchen, bis sich die Ergebnisse des Umbaus zeigten.

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