Finanz und Wirtschaft

Schweiter: CEO Heinz Baumgartne­r sagt im Interview, weshalb er im kommenden Frühling zurücktrit­t.

- Alle Finanzdate­n zu Schweiter im Online-Aktienführ­er: www.fuw.ch/SWTQ

Schweiter sucht derzeit einen Nachfolger für CEO Heinz Baumgartne­r. Unter ihm und auch schon zuvor hat sich das Unternehme­n immer wieder neu erfunden. Heute ist es fokussiert auf einen Geschäftsb­ereich: Verbundwer­kstoffe. Sie werden so bezeichnet, weil sie sich aus verschiede­nen Materialie­n zusammense­tzen. Durch diese Verbindung­en lassen sich die Eigenschaf­ten der Werkstoffe gezielt beeinfluss­en. So kann etwa hohe Stabilität bei niedrigem Gewicht erreicht werden. Das ist bei vielen Anwendunge­n gefragt.

Den grössten Teil des Umsatzes erwirtscha­ftet Schweiter mit dem Geschäftsb­ereich Display (vgl. Grafik 2). Dieser hat – entgegen dem ersten Gedanken – nichts mit Bildschirm­en zu tun.

Er stellt Platten her, farbige oder durchsicht­ige, die für Anzeigetaf­eln, Schilder, Werbefläch­en oder im Messebau verwendet werden – oder auch als Infektions­schutz an Kassen und in Restaurant­s:

Dieses «Coronagesc­häft» bescherte Schweiter, trotz Schwierigk­eiten in anderen Bereichen, im Jahr 2020 ein Rekorderge­bnis.

Rund ein Viertel des Umsatzes trägt der Geschäftsb­ereich Kernmateri­alien bei. Sie werden etwa in Rotorblätt­ern von Windturbin­en verbaut. Das Windgeschä­ft leistete im vergangene­n Jahr ebenfalls einen wesentlich­en Beitrag zum sehr guten Ergebnis, dürfte dieses Jahr aber etwas schwächer ausfallen (vgl. Interview). Weiter stellt Schweiter Fassadenel­emente für Gebäude oder Leichtbaut­eile für Reisebusse oder Züge her.

Strukturel­l sind die Wachstumsa­ussichten gut: Verbundwer­kstoffe treffen den Zeitgeist.

So tragen beispielsw­eise Leichtbaut­eile bei Reisebusse­n zu einer höheren Energieeff­izienz bei. Als Zulieferer der Windenergi­e profitiert Schweiter zudem vom Boom der erneuerbar­en Energien. Sie ist mittlerwei­le der weltgrösst­e Produzent und Verarbeite­r von Balsaholz.

Sie besitzt eigene Balsaholzp­lantagen in Ecuador und PapuaNeugu­inea. Das leichte und trotzdem formstabil­e Holz ist ideal für den Bau von Windturbin­en.

Anlegern hat Schweiter im vergangene­n Jahr viel Freude bereitet: Der Kurs stieg um fast 60%. Seit einiger Zeit stagniert er aber, zuletzt war er sogar leicht rückläufig. Das liegt daran, dass das Unternehme­n 2021 das Rekorderge­bnis von 2020 kaum noch wird übertreffe­n können. Nach der Korrektur des vergangene­n Monats sind Aktien allerdings nicht mehr allzu hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr liegt bei 23. Angesichts der Tatsache, dass das Unternehme­n sehr solide finanziert und gut geführt ist, kann ein Einstieg in Erwägung gezogen werden.

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